45.000 Kilowattstunden Strom

Wasserrad am Alten Rathaus in Uslar erzeugt Strom für zehn Häuser

Strom aus Wasserkraft: Etliche Zuschauer kamen am Sonntag zur Einweihung des Wasserrades am Mühlgraben, das im Jahr je nach Wassermenge den Strombedarf für zehn bis zwölf Wohnhäuser decken kann. Fotos: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Fast zehn Jahre dauerten Diskussion und Planung. Am Sonntag wurde das Wasserrad am Mühlgraben nun eingeweiht.

Vor vier Monaten hievte ein Kran das zwei Tonnen schwere Wasserrad an den Mühlgraben, am Sonntag folgte endlich die offizielle Einweihung vor zahlreichen neugierigen Zuschauern.

Rund 70.000 Euro hat die Stadtwerke Uslar GmbH in das Wasserrad investiert, das sich an der Stelle einer früheren Mühle dreht. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph erinnerte am Sonntag an die lange Vorgeschichte des Bauwerks: „Mal sollte es gebaut werden, mal nicht. Mal stand es im Plan, mal nicht.“ Viele Menschen hätten sich sich für das Projekt eingesetzt.

Mühlrad: Normalerweise ist ein Blick auf das Wasserrad nur durch eine Scheibe möglich. Am Sonntag wurde die Glastür kurz geöffnet.

Als Durchbruch zur Realisierung bezeichnete Adolph dieEntscheidung der Stadt Uslar, Geld aus dem Topf der Stadtsanierung für die gläserne Einhausung zu geben. Die Umbauung dämpft einerseits den Geräuschpegel des rauschenden Wassers, erlaubt aber andererseits den Blick auf das Wasserrad.

Das wird laut Martin Adolph je nach Wassermenge im Mühlgraben zwischen 40.000 und 45.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das genüge für zehn bis zwölf Wohnhäuser. „Im Jahr werden auf diese Weise 27 Tonnen Co² eingespart“, sagte der Stadtwerkechef und verwies darauf, dass die Einweihung des Wasserrades perfekt zum Weltwassertag am 22, März unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ passte.

Das Wasserrad sei ein kleiner Baustein, die Energieversorgung in Uslar im Sinne des von der Stadt angestrebten Klimaschutzkonzeptes nachhaltiger zu machen, so Adolph und hob außerdem die Bedeutung der Stadtwerke als kommunales Unternehmen, das vor Ort Geld verdiene, aber auch Geld in der Region lasse, hervor. Auch architektonisch könne sich das Wasserrad sehen lassen. „Jetzt ist der Neubau des Rathauses endlich abgeschlossen.“

Als Architekt des Projekts übergab Hans Scheuner symbolisch einen goldenen Schlüssel an den Geschäftsführer der Stadtwerke.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer dankte allen, die sich im Aufsichtsrat der Stadtwerke und im Stadtrat für den Bau des sehenswerten Wasserrades eingesetzt haben. Das Wasserrad stehe für Tradition, weil es an das alte Mühlrad erinnere und sei gleichzeitig zukunftsweisend, sagte Bauer. „Es ist eine Attraktion für die Stadt zu jeder Tageszeit und energetisch-ökologisch vorzeigenswert. (shx)

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