Wasserversorger aus Uslar und der Nachbarschaft planen grenzübergreifend

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Kläranlage bei Schoningen: Zur Anlage der Stadtwerke Uslar GmbH gehören der Faulturm (von links), das Haus für BHKW und Notstromaggregat, der Gastank (hinten) und das Klärbecken. 

Uslar. Für das Uslarer Land und seine Nachbargemeinden Bodenfelde, Wahlsburg und Oberweser zeichnet sich eine noch engere Zusammenarbeit bei der Versorgung mit Trinkwasser und der Entsorgung von Abwasser ab.

Das hat die Vorstellung einer interkommunalen, länderübergreifenden Studie ergeben, die das beauftragte Northeimer Ingenieur-Büro Lüdecke erarbeitet hat. Zur Vorstellung waren 40 Lokalpolitiker aus allen beteiligten Kommunen und ihre Bürgermeister oder Vertreter ins alte Uslarer Rathaus gekommen.

Wie ist die Ausgangslage im gesamten Gebiet?

Für die Wasserver- und Abwasserentsorgung sind in Uslar und seinen Ortsteilen die Stadtwerke Uslar GmbH und ihre Abwasserabteilung zuständig. Für die Gemeinden Bodenfelde und die hessischen Nachbar-Kommunen Wahlsburg und Oberweser der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZ) Solling mit Hauptsitz in Lauenberg. Es gibt bereits einige Berührungspunkte, berichtete Uslars Stadtwerkechef Martin Adolph. Beispiel: Das hessische Vernawahlshausen bekommt schon Trinkwasser von den Uslarer Stadtwerken. Adolph sprach vom Ziel, die Wasserver- und Abwasserentsorgung zukunftsweisend zu gestalten.

Worum geht es bei der Studie inhaltlich?

Vom Ingenieur-Büro Lüdecke wurde nur die Infrastruktur unter die Lupe genommen, das heißt die vorhandenen Anlagen zur Versorgung der Kommunen mit Trinkwasser und zur Entsorgung der Abwässer. Die Organisation der interkommunalen Zusammenarbeit auf diesem Sektor war nicht Bestandteil der Untersuchungen, wohl aber die Berücksichtigung des demografischen Wandels, hieß es.

Wie ist das Ergebnis im Bereich der Wasserversorgung?

Empfohlen wird, folgende interkommunale Projekte weiter zu verfolgen:
• Die Aufgabe des Hochbehälters Gewissenruh. Hierbei sind vertiefende Kostenermittlung inklusive Betriebskostenbetrachtung sowohl für die Anbindung an Wahmbeck als auch die Alternative mittels Zisterne aufzustellen.
• Die Aufgabe des Brunnens für Heisebeck und die Erstellung eines hydrogeologischen Gutachtens zur Findung eines möglichen Standortes für eine Trinkwasser-Gewinnungsanlage im weiteren Umfeld von Heisebeck.
• Weitergehende Zusammenfassungen von bestehenden Anlagen der Trinkwasserversorgung scheiden vornehmlich aus Gründen der Versorgungssicherheit, der Feuerlöschversorgung, der Wasserqualität und der Wirtschaftlichkeit aus.

Was wird im Bereich der Abwasserentsorgung empfohlen?

Die Kläranlagen Uslar (bei Schoningen) und Wahmbeck sollen auch zukünftig erhalten bleiben.
• Die Kläranlage Vernawahlshausen sollte hingegen aufgegeben werden. Das bestehende Netz sollte an die Kläranlage Uslar oder an die Kläranlage Wahmbeck angeschlossen werden.
• Es wird empfohlen, eine Betriebskostenermittlung unter Berücksichtigung der künftigen Klärschlammentsorgung vornehmen zu lassen.
• Für die Kläranlage Gieselwerder erscheint gegenwärtig der Anlagenneubau am geeignetsten. Hier sind jedoch vor einer endgültigen Entscheidung weitere Untersuchungen geboten. Wird das Ortsnetz von Vernawahlshausen an Wahmbeck angeschlossen, entfällt die Variante „Anschluss an Uslar“.

Was gehörte alles zum Betrachtungsumfeld?

Transportleitungen (Ortsnetze nicht betroffen), Anlagen der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, Quellfassungsanlagen, Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Hochbehälter und sonstige Anlagen sowie Kläranlagen, Pumpwerke und zudem benötigte Gebäude.

Wie geht es nach der Vorstellungsrunde weiter?

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte im alten Rathaus, dass die Studie die Möglichkeit der Zusammenarbeit für alle Beteiligten deutlich gemacht habe, vor allem bei erforderlichen Investitionen. Zudem sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass selbst bei laufendem Betrieb Überlegungen angestellt werden müssten, was alles günstiger gestaltet werden könnte, um gut aufgestellt zu sein. Von diesen Überlegungen profitieren letztlich auch die Verbraucher. 

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