Abschiedsszenario in Innenstadt

Uslarer Feuerwehren stehen Spalier für scheidenden Stadtbrandmeister

Da freute er sich: Jörg Jacob wurde zum Abschied mit dieser Oldtimer-Drehleiter durch die Innenstadt Uslars und durch ein Spalier von über 120 Feuerwehrleuten gefahren.
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Da freute er sich: Jörg Jacob wurde zum Abschied mit dieser Oldtimer-Drehleiter durch die Innenstadt Uslars und durch ein Spalier von über 120 Feuerwehrleuten gefahren.

Über 120 Feuerwehrleute standen am Donnerstagabend Spalier an der Langen Straße in Uslar für den scheidenden Stadtbrandmeister Jörg Jacob.

Uslar. Jörg Jacob wurde mit einer Oldtimer-Drehleiter aus dem PS-Speicher Einbeck abgeholt und durch die Innenstadt vors Rathaus gebracht. So winkten ihm zum Abschied Aktive aus allen Uslarer Feuerwehren zu. Der Überraschungscoup kam an: Jörg Jacob strahlte, breitete die Arme zum Jubel aus und rief ganz laut Danke:

Danke sagten danach bei der offiziellen Verabschiedung die Stadt und die Feuerwehr im Forum des Gymnasiums. Dort erhielt Jacob als Krönung seiner Laufbahn das goldene Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes, überreicht von Kreisbrandmeister Marko de Klein.

Jörg Jacob (59) hatte nach Ablauf seiner Amtszeit in diesem Jahr nicht mehr kandidiert und – wie man es von ihm kennt – alles bestens vorbereitet: Sein bisheriger Stellvertreter Nils Utermöhle (Schönhagen) ist seit 1. Oktober sein Nachfolger.

Im Forum stand ein Strandkorb, in dem Jacob und seine Frau Jutta Platz nahmen: Symbolisches Ende einer 18-jährigen Amtszeit als Stadtbrandmeister. Zuvor brachte der Spielmannszug Bollensen auf dem Schulhof ein Ständchen für den scheidenden Stadtbrandmeister, für den und alle Anwesenden die Kreisfeuerwehrbereitschaft ein Essen vorbereite.

Im Blick zurück erinnerte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer an die steile Karriere von Jacob, der 1973 in die Jugendfeuerwehr eintrat und 1978 in den aktiven Dienst der Ortswehr. Schon früh, so Bauer, erkannte man die „fachliche Kompetenz, die hervorragenden Führungsqualitäten und das Engagement innerhalb der Wehr“.

Es folgte eine Bilderbuchlaufbahn bei der Uslarer Feuerwehr. Jacob, der rangmäßig seit 2004 Erster Hauptbrandmeister ist, war von 1988 bis 1997 Stadtfunkwart, von 1989 bis 1992 Gruppenführer des zweiten Zugs, von 1992 bis 2003 Ortsbrandmeister, von 1997 bis 2003 stellvertretender Stadtbrandmeister. Bauer: „Aufgrund Deiner hervorragenden fachlichen und sozialen Kompetenz und Deiner sehr guten Hand in punkto Menschenführung wurdest Du am 12. Oktober 2003 zum Stadtbrandmeister gewählt.“

In seiner Zeit als Chef der Uslarer Feuerwehren war Jacob die treibende Kraft für eine Vielzahl von Anschaffungen von Fahrzeugen, Gerätschaften, Schutzausrüstungen sowie Neu-, An- und Umbauten von Gerätehäusern, berichtete der Bürgermeister. In diese Zeit fiel auch die viel gelobte Einrichtung eines Löschzugssystems mit allen Ortswehren.

Jacobs Markenzeichen war, für alle Projekte alle Beteiligten so früh wie möglich ins Boot zu holen und zu überzeugen: Das kam sowohl bei den Entscheidern in der Politik als auch in der Feuerwehr gut an. Vor allem aber trug alles zur Sicherheit der Einwohner bei und für den guten Ruf der Uslarer Feuerwehren.

Jacob leistete Tausende Stunden für Lehrgänge, Weiterbildungen, Übungen, Einsätze, Dienstbesprechungen, Repräsentationspflichten und Feuerwehr-Verwaltungsaufgaben, fasste Uslars Bürgermeister zusammen und erinnerte auch an die zahlreichen Auszeichnungen, die Jacob bekam. Der Rat der Stadt hatte ihn im Juli zum Ehrenstadtbrandmeister ernannt. Bauer überreichte zum Abschied Konzertkarten.

Kreisbrandmeister de Klein hatte für den Landkreis und die Kreisfeuerwehr für Jacobs Wirken gedankt: „Er war 18 Jahre ein Vertrauter.“ Abschnittsleiter Axel Meyer lobte Jacobs Engagement für die Sache und seine Ehrlichkeit. Ihm bleibt Jacob als sein Stellvertreter noch erhalten: Diese Amtszeit ist noch nicht um.

Für die Nachbarkommunen lobte Bodenfeldes stellvertretender Gemeindebrandmeister Karsten Gomoll Jacobs Elan und Kreativität, Marcus Wienecke als stellvertretender Gemeindebrandinspektor von Wesertal die gute Zusammenarbeit, die auch Udo Horn vom DRK herausstellte.

Jörg Jacob war am Ende gerührt, rief allen ein Danke zu, nahm seine Frau Jutta zu sich und fügte hinzu: „Ohne Sie wäre es nicht gegangen.“ (Frank Schneider)

Imposantes Bild: Abschieds-Spalier mit über 120 Feuerwehrleuten an der Langen Straße in Uslar.
Ehrung zum Abschied: Jörg Jacob (Mitte) bekam das Goldene Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes, hier mit Abschnittsleiter Axel Meyer (links) und Kreisbrandmeister Marko de Klein.

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