Werbung für Plattdeutsch aus dem Uslarer Land per Poster

Bekanntmachung: Der Ahlbershäuser Bernd Schmiedel an der Figur von Redner Bode mit einem von ihm kreierten Poster mit 105 plattdeutschen Begriffen aus dem Uslarer Land. Foto: Dumnitz

Ahlbershausen. Sind Sie „neifünnisch?“ oder eher „klappfix?“ Sagt Ihnen „Peere“ und „Kreuger“ etwas? – Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, dann ist das neue großformatige Poster von Bernd Schmiedel etwas für Sie.

Der gelernte Germanist, bekannt als Ortsvorsteher des als Kaffeestadt bezeichneten Dorfes Ahlbershausen, hat 105 plattdeutsche Wortschöpfungen in bunter Farbe auf ein DIN-A-2-Poster drucken lassen und will damit ein Stück weit die plattdeutsche Sprache erhalten.

„Die Leute sollen vor dem Poster stehen, die Worte lesen und versuchen, sie zu deuten oder ins Hochdeutsche zu übersetzen“, stellt sich Schmiedel vor. Dazu liefert er auch eine kleine Liste mit den Auflösungen. „Neifünnisch ßein“ bedeutet etwa in Fürstenhagen, neugierig sein. Mit „klappfix“ gilt man in Bollensen als vorlaut, und als „Kreuger“ bezeichnen die Delliehäuser ihren Wirt, während „Peere“ in Volpriehausen die Pferde bezeichnet.

Idee stammt aus Krefeld

Auf die Idee für das Poster kam Schmiedel bei Familie Wolff-Bölkow. Dort sah er ein ähnliches Plakat mit Krefelder Platt. „Das fand ich gut“, sagte Schmiedel gegenüber der Sollinger Allgemeine. Kurzerhand schrieb er die Ortsheimatpfleger im Uslarer Land an und wünschte sich mindestens fünf ortstypische Bezeichnungen in plattdeutsch pro Dorf.

„Das lief aber nur schleppend an“, berichtet Schmiedel. Erst als er die Heimatpfleger am Telefon überzeugte, gab es Einsendungen. Die seiner Ansicht nach besten davon hat Schmiedel, der am Donnerstag 66 Jahre alt wurde, jetzt für das großformatige und hochwertig gedruckte Poster zusammengestellt.

13 gaben Wörter ab

Als Wortspender nennt Schmiedel: Günther Fricke, Familie Wolff-Bölkow (beide Ahlbershausen), Dietrich Mascher (Allershausen), Gerd Nolte (Bollensen), Wolfgang Boeder (Delliehausen), Günter Schlieper (Fürstenhagen), Reinhard Klinge (Gierswalde), Dietmar Wienecke (Offensen), Ernst Wieneke (Schoningen), Frank Jörn (Sohlingen), Klaus Horstmann (Vahle), Christian Kauke (Volpriehausen) und Maren Teuteberg (Wiensen).

Schmiedel will das Interesse an der plattdeutschen Sprache wachhalten: Nicht als „än richtijen Taunejel“ (Aufsässiger, kritischer Mensch/Fürstenhagen), auch nicht als „Dölmer“ (dummer Mensch/Ahlbershausen), sondern eher als „ole Schluihempruil“ (alter Schlenderer/Wiensen) oder gar als „Teifittiche“ (Kiebitz, humorvolles Wort für Ahlbershäuser).

„Ich kann mir vorstellen, dass es auch eine zweite Auflage geben kann, wenn das Interesse da ist“, sagt Schmiedel, der die Poster auf seine eigenen Kosten drucken ließ. Auch den „Wortspendern“ habe die Idee und Umsetzung gut gefallen, freut sich der Ahlbershäuser Ortsvorsteher. Sonst würden auch dies Wortschätzchen wie vieles Andere auch einfach eines Tages verloren gehen.

Schmiedel ließ zunächst 50 Exemplare drucken und bietet diese für 12,50 Euro pro Stück zum Kauf an. Zu bekommen ist das Plattdeutsch-Poster aus dem Uslarer Land bei ihm (Telefon 05571-5758) sowie im Uslarer Museum und in der Buchhandlung Henze in Uslar.

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