Widerstand gegen zweites Windrad bei Ahlbershausen formiert sich

Teils lebhaft: Rund 40 Einwohner kamen zur Informationsveranstaltung ins Ahlbershäuser Dorfgemeinschaftshaus. Nach der Präsentation der Pläne von Marc Jakobi stellte er sich den Fragen der Zuhörer unter der Moderation von Günter Schnitzler (rechts) . Foto: Dumnitz

Ahlbershausen. Mit einem Fragebogen wollen Gegner der zweiten geplanten Windkraftanlage die Erfahrungen der Ahlbershäuser mit der ersten Anlage am Klingenhövel abfragen.

Nicht alle Bögen mit 15 Fragen seien eingesammelt und ausgewertet worden, sagte Ortsvorsteher Bernd Schmiedel am Mittwoch bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor 40 Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus.

Es zeichne sich aber ab, dass es durch das erste Windrad, das seit vergangenen Sommer in Betrieb ist, zum Teil erhebliche Belästigungen durch Schall und Schlagschatten gebe, sagte Schmiedel. Nachdem Windrad-Bauer Marc Jakobi aus Arenborn sein Vorhaben in einem kurzen Vortrag vorgestellt hatte, entwickelte sich - wie zuvor auch schon in Verliehausen - eine lebhafte Diskussion. Jakobi plant, eine baugleiche 2,3 Megawatt Enercon 92-Anlage rund 520 Meter nördlich von der ersten Anlage entfernt in Richtung Verliehausen zu errichten. Das geplante Windrad soll eine Gesamthöhe von 185 Metern haben und Strom für etwa 800 Haushalte liefern.

Mittel ausschöpfen 

Günter Schnitzler kündigte an, dass er mit einigen anderen Einwohnern alle rechtlichen Mittel ausschöpfen wolle, um eine zweite regenerative Windkraftanlage zu verhindern. Bereits am Donnerstag wollten sich Gegner in Verliehausen treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Einwohnerin Christa Rohrig stellte das Lärmgutachten für die erste Anlage in Frage. Manchmal empfinde sie den Lärm vom Windrad als unerträglich laut. Ein anderer Einwohner warf dem Landkreis als Genehmigungsbehörde vor, dass er keine Gutachten von unabhängigen Experten einfordere und sich mit Gutachten von seiten der Firma Enercon zufrieden gebe.

Windrad als Belastung 

Uwe Henne hat Lichtblitze vom Kinderzimmer in seinem Haus beobachtet, die frühmorgens vom Windrad kommen. Und Wild sei am Lichtenberg nicht mehr zu beobachten, seitdem sich das Windrad dreht, sagte er. Eine andere Einwohnerin sagte, dass sich ihre Lebensqualität durch das Windrad zum Nachteil verändert hat. Es werde als Belastung empfunden, während sich der Windrad-Bauer die Taschen fülle.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte, dass die Stadt die Einwendungen der Einwohner ernst nehme und der Genehmigungsbehörde weiterleite. Grundlage für eine Baugenehmigung seien gesetzliche Bestimmungen. Die Stadt stehe zur regenerativen Energieerzeugung, aber nicht um jeden Preis. Man müsse alle Interessen abwägen. Harald Bötte aus Verliehausen regte an, dass man aktuelle Messwerte vom laufenden Betrieb für ein mögliches Gutachten für die zweite Anlage erstellen und damit gleichzeitig die Zahlen des ersten Gutachtens vergleichen sollte.

Schnitzler sprach Jakobi die Kompetenz ab: Er betreibe eine gewerbliche Anlage, und unter den Auswirkungen haben die Menschen in der gesamten Region zu leiden.

Jacobi zeigte Steuerbescheid 

aut Bescheid der Stadt Uslar muss der Windrad-Betreiber Marc Jacobi zunächst 580 Euro Gewerbesteuer pro Jahr im Voraus zahlen. Am Mittwoch stellte er seinen ersten Bescheid in Ahlbershausen vor.

Damit wollte der Arenborner beweisen, dass die Stadt von Steuereinnahmen profitiere. In der Vergangenheit war das bezweifelt worden. Wenn die Anlage abgeschrieben sei, werde deutlich mehr Gewerbesteuer gezahlt, sagte Jakobi.

Gleichzeitig machte er erneut deutlich, dass er das zweite Windrad auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen gern bauen würde. Er habe Verständnis für die Bedenken seiner Mitbewohner in den umliegenden Dörfern. Für Schall und Schatten und viele andere Faktoren gebe es aber vorgegebene Größen, wenn die eingehalten würden, dann werde die Anlage wohl auch genehmigt.

Jakobi riet den betroffenen Einwohnern, die sich etwa durch Lärm oder Schlagschatten belästigt fühlen, ihre Beobachtungen mit Tag und Uhrzeit bei ihm zu melden. Dann würde man der Sache nachgehen und prüfen, ob die gesetzlichen Vorgaben zum Betrieb der Windkraftanlage eingehalten werden. (jde)

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