Einweihung nach Sanierung

Wieder Leben im Steinhaus an der Schoninger Sandgrube

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Auch im Innern saniert: Im Steinhaus in der Schoninger Feldmark neben der früheren Sandgrube präsentieren Ernst Wieneke (von links), Horst Finger und Günter Saloga verschiedene Geschirre für die Kuh- und Pferdegespanne. 

Schoningen. Jahrzehntelang war das einfache Sandsteingebäude an der Zufahrt zur ehemaligen Sandgrube östlich vom Sömmerling und etwa zwei Kilometer vom Ortsrand Schoningen entfernt dem Verfall preisgegeben. 

Dann hat Ernst Wieneke das Gebäude und auch die aufgegebene, 1,6 Hektar große Sandgrube gekauft. Karl-Heinz Kerl hatte die Idee zur Instandsetzung und dann wurde das Haus nach und nach saniert und am Sonntag mit einer kleinen Feier seiner neuen Bestimmung übergeben.

Wann das Steinhaus gebaut wurde, ist nicht bekannt. Als Schoninger Bauern ihre Äcker um 1880 noch mit Pferde- und Kuhgespannen bewirtschafteten, wurde das Haus als Versorgungsstation genutzt. Es gab einen Futtertrog im Innern und Platz für Mensch und Tier. „Die haben in den Häusern, von denen es mehrere in der Schoninger Gemarkung gab, Mittagspause gemacht, um Mensch und Tier eine Erholung zu gönnen“, sagte Wieneke am Sonntag. Der Weg zum heimischen Stall wäre zu lang und zeitaufwendig gewesen. Futter und Wasser für die Tiere wurden mitgenommen und in dem Steinhaus gelagert.

War früher Schutz- und Versorgungsstation: Das Sandsteingebäude an der alten Sandgrube östlich vom Sömmerling soll später dem Heimat- und Kulturverein gehören. 

Wieneke will das Haus dem Heimat- und Kulturverein Schoningen schenken. In der mittlerweile renaturierten früheren Sandgrube wurde ab 1886/88 gelber Sand abgebaut. Ein Landwirt Göpel habe das damals begonnen, später habe das Bauunternehmen August Weber den Sand gefördert und verkauft und zuletzt bis 2005 der bereits verstorbene Uslarer Unternehmer Peter Schönitz. Seither erobert sich die Natur das Gelände wieder zurück.

Vielfältige Pflanzenwelt

Die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt in dem Sandgruben-Areal soll den Menschen zugänglich sein, wünscht sich Wieneke. Deshalb solle das Sandsteinhaus mit dem Vorplatz und der Grube auch ein kultureller Treffpunkt werden.

Am Sonntag gestaltete Pastorin Rita Sennert einen Gottesdienst an dem Gebäude. Dabei ging sie auch auf das Thema „Verantwortung für den Erhalt einer lebenwerten Natur“ ein. Abschließend segnete sie das Haus am Fuchsloch, wie das Areal auch genannt wird. Musikalisch wurde die Feier von Peter Schünemann, Axel Groffmann und später Ulli Sünder begleitet. Für die Gäste waren Tische, Bänke und Sonnenschirme aufgestellt und nach Kaffee und Waffeln gab es abschließend eine Abendvesper.

Sünder berichtete den etwa 130 Gästen in einem Interview mit Wieneke über seine Untersuchungen der „intakten Vogelwelt“ in der ehemaligen Sandgrube.

Der Heimat- und Kulturverein will noch feste Bänke und Tische vor dem Steinhaus aufstellen und auf wetterfesten Tafeln über die Geschichte des Gebäudes und der Sandgrube informieren. Wieneke dankte allen Helfern für ihr Engagement. 

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