Verkehrsknotenpunkt im Landkreis Northeim

Wiesenstraße in Uslar wird über ein Jahr lang zur Großbaustelle

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Die Wiesenstraße in Uslar: Vom Kreisel an der Auschnippe aus wird ab dem Frühjahr angefangen, die Straße komplett zu sanieren. Zuständig für die Großbaustelle ist der Landkreis Northeim.

Uslar. Ab Ende April soll die am meisten befahrene Kreisstraße im Landkreis Northeim in Abschnitten grundsaniert werden. Abschnitte sind nötig, weil an der Straße viele Großmärkte sind.

Die nächste Großbaustelle kommt auf Uslar zu. Die Wiesenstraße wird in vollem Umfang saniert. Ende April soll es losgehen. Zuständig ist der Landkreis Northeim, weil es sich um eine Kreisstraße handelt.

Wir haben mit Ralf Buberti, Bereichsleiter Bauen und Umwelt beim Landkreis Northeim, über das Projekt gesprochen, das bisher mit 3,95 Millionen Euro veranschlagt ist. Es gibt einige Besonderheiten zu dem Projekt, für das wir Fragen und Antworten zusammengestellt haben.

Was sind die Besonderheiten zum Thema Wiesenstraße? 

Für die Bauherren und Planer ist das Projekt aus mehreren Gründen mit normalen Straßen nicht zu vergleichen: An der Wiesenstraße konzentrieren sich Uslars Einkaufsmärkte und mit dem Autohaus Siebrecht ein großes Unternehmen.

Zudem ist die nur 920 Meter lange Straße ein wichtiges Verbindungsstück für den überörtlichen Verkehr auf der Achse B 241/Bodenfelde/B 80 und im Landkreis Northeim die am meisten befahrene Kreisstraße. Und: Die Wiesenstraße wird komplett saniert: auch alle Ver- und Entsorgungsleitungen, Bürgersteige und die Straßenbeleuchtung. Die Baustelle wird an der tiefsten Stelle fünf Meter messen.

Was hat das alles zu bedeuten? 

Die Wiesenstraße kann wegen der vielen Gewerbebetriebe nicht einfach für die Bauzeit komplett gesperrt werden. Es werden Bauabschnitte gebildet, die dann aber voll gesperrt werden. Gebaut wird vom Kreisel an der Auschnippe her in mehrere Unterabschnitten bis kurz vor die Einmündung der Wiesenstraße in die Alleestraße.

In welchen Abschnitte wird unterteilt? 

Der erste Abschnitt 1a führt vom Kreisel bis zur Spielothek und dem ehemaligen Tor zum Ilse-Werk III, der zweite (1b) bis Höhe Rewe-Markt/Aldi-Markt, der dritte (1c) bis zum Hagebaumarkt. Danach werden alle bisherigen Teilstücke abschließend mit einer Deckschicht fertiggestellt. In der Bauphase 2 geht es weiter vom Hagebaumarkt bis zur Mühlenstraße, wo ein neuer Kreisel gebaut wird.

Der Abschnitt 3b geht vom neuen Kreisel Mühlenstraße bis kurz vor Einmündung in die Alleestraße. Abschnitt 3c soll der abschließenden Auftrag der Deckschicht für die Teilstücke dieser Bauphase werden.

Wie sieht der Terminplan aus?

Die Bauarbeiten an der Wiesenstraße sollen laut Buberti diese Woche ausgeschrieben werden. Die Vergabe der Aufträge fällt damit in den März. Mit der Auftragsvergabe für die Wiesenstraße rechnet der Landkreis-Bauamtschef Ende März, mit dem Baubeginn Ende April und mit der Fertigstellung im Frühsommer/Sommer 2018.

Welche Rollen spielen die Stadt Uslar und Stadtwerke Uslar? 

Die Baumaßnahme findet laut Buberti in enger Kooperation mit Stadt und Stadtwerken statt, eine Vereinbarung darüber ist bereits unterzeichnet. Die Stadtwerke sind wegen der Versorgungsleitungen beteiligt, die Stadt wegen der Bürgersteige und der Beleuchtung.

Was sollte man noch über das Großprojekt wissen? 

Für die Wiesenstraße bekommt der Landkreis Zuschüsse vom Land und vom Bund. Die Höhe gibt Bauamtsleiter Buberti mit rund 60 Prozent an.

Wie sieht es mit der Meinung der Betroffenen aus? 

Bisher hat es keinen Widerspruch in der Sache gegeben, berichtet Kreis-Bauamtschef Buberti von einem Gesprächsabend mit Anliegern und Geschäftsleuten in Uslar. Es gibt zu dem Bauprojekt aber immer Ansprechpartner, verweist Buberti auf eine Kümmerer-Adresse beim beauftragten Ingenieur-Büro Lühning unter der E-Mail-Adresse Wiesenstraße@igbv.de. Außerdem soll es mit Baubeginn einen Kummerkasten an einem der Baucontainer geben.

Große Probleme bei Kreisel-Plan

Für den zweiten Bauabschnitt der Wiesenstraßen-Sanierung in Uslar gibt es ein Problem: Der an der Einmündung der Wiesenstraße in die Alleestraße zunächst geplante Kreisel wird so teuer, dass der Landkreis die Kosten nach Angaben seines Bereichsleiters Bauen und Umwelt, Ralf Buberti, nicht bewältigen könne.

Im Gespräch mit der HNA berichtete Buberti, dass deshalb Alternativen zum Kreisel erörtert würden, die in Uslar aber bisher nicht auf Gegenliebe gestoßen seien. Der Kreis will sich allerdings laut Buberti nicht gegen den Willen der Stadt Uslar durchsetzen, könne aber die enormen Kosten eines Kreisels an der Stelle nicht einfach so hinnehmen (Buberti: „Das ist alles unser Steuergeld“). Der Landkreis-Bauamtschef sprach davon, froh zu sein, dass für den zweiten Abschnitt der Wiesenstraße-Sanierung noch Zeit bleibe, um nach Lösungen zu suchen.

Kostenexplosion 

Ein Kreisverkehrsplatz, wie der Kreisel im Behördendeutsch heißt, ist an der Kreuzung Wiesenstraße/Alleestraße nicht ganz einfach. Bereichsleiter Buberti nennt zum einen den Martinsbach, der unter der Kreuzung hindurchfließt. Zum anderen führt Buberti Grunderwerbsprobleme und eine Kostenexplosion an. Denn die Stützwand zur höhergelegenen Sohnreystraße hin könne nach einer Baugrunduntersuchung nicht einfach so aufgebaut werden, sondern müsse auf Pfählen gegründet werden. Die Stützmauer liegt laut Buberti „dann im siebenstelligen Bereich“. Da müsse nach seinen Worten die Frage des Geldes erlaubt sein.

Zuletzt kursierten in Uslar Gerüchte, wonach es bei einer normalen Kreuzung bleibe, über die der Verkehr aber nicht mehr wie bisher in alle Richtungen fließen dürfe.

Buberti wies das ab. Er berichtete, dass sich die Gespräche auch über alternative Lösungen auf einem guten Niveau gelegen hätten und konstruktiv waren. Er schlage daher vor, wenn etwas neues in seinem Hause erarbeitet worden ist, es wieder in Uslar vorzustellen. Der Landkreis unternehme nichts über die Köpfe der Leute und der Stadt hinweg, versprach Buberti.

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