Windkraft-Gegner vom Lichtenberg hoffen auf neues Schall-Gutachten

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Stein des Anstoßes: Das Windrad auf dem Lichtenberg und die dort oben geplante zweite Anlage, hier von Verliehausen aus fotografiert.

Ahlbershausen. Um ein unabhängiges Schallgutachten durchzusetzen, hat sich die Bürgerinitiative (BI) Lebenswerte Lichtenbergdörfer nicht nur an den Landkreis Northeim, sondern zusätzlich an das Umweltministerium in Hannover gewandt.

Aus Hannover kam jetzt eine Antwort, die die BI, die den Bau eines zweiten Windrades am Lichtenberg zwischen Verliehausen, Ahlbershausen und Arenborn verhindern will, als Teilerfolg wertet.

Ministerium lenkt ein

Das vom Landkreis anerkannte Schallgutachten des Windrad-Herstellers werde vom Umweltministerium als nicht ausreichend angesehen, berichteten Friedbert Leßner, Günter Schnitzler und Hans-Heinrich Ellermeyer gegenüber der HNA. Das Ministerium fordere vom Landkreis, eine detaillierte Schallprognose von einem unabhängigen Sachverständigen einzuholen. Laut Bürgerinitiative würde das Umweltministerium keine Hersteller-Gutachten anerkenne, wie es der Landkreis aber getan habe. Der Landkreis habe inzwischen geantwortet, das Gutachten nicht vor Anfang 2016 liefern zu können.

Schall, Echo, Vibration

Die Windradgegner sind vorerst zufrieden mit der Entwicklung. Es sei aber auch nicht einfach möglich, am Windrad den Geräuschpegel zu messen und daraus auf die Belastung der Anwohner zu schließen, sagte Schnitzler. Denn neben der Entfernung würden Windrichtung und Topografie eine Rolle spielen. Leute, die am Hang gegenüber dem Windrad wohnen, würden zum Teil mehr hören als Anwohner näher an der Anlage, so die BI. Sehr belastend sei der impulshaltige Schall. Dieses Geräusch sei besonders nervig und beim Aufenthalt im Garten nicht länger als eine Stunde auszuhalten, so Ellermeyer. Außerdem berichteten Betroffene über ein Echo-Phänomen und eine Ahlbershäuserin klagt über Vibrationen ihres Hauses.

Nun hofft die Bürgerinitiative, dass all diese Probleme bei einer unabhängigen schalltechnischen Untersuchung berücksichtigt werden. „Wir sehen den Prozess jetzt angestoßen und hoffen, dass wir eingebunden werden“, sagte Leßner.

Eisschlagproblematik

Auch in Sachen Eisschlagproblematik hat Günter Schnitzler eine Antwort aus Hannover bekommen. Hintergrund: Der Ahlbershäuser hatte Fachaufsichtsbeschwerde erhoben, weil der Landkreis Northeim aus seiner Sicht nicht ausreichend gegen die Gefährdung von Fußgängern durch Eisabwurf vom bereits stehenden Windrad vorgegangen ist. Die Beschwerde sei noch nicht abschließend bewertet, heißt es nun vom niedersächsischen Umweltministerium. Um eine Gefahr für die Öffentlichkeit auszuschließen, hat jedoch das Ministerium für Soziales und Gesundheit weitere Untersuchungen für den Winter angeordnet.

Stand der Dinge

Aktuell stagniert das Genehmigungverfahren zum geplanten zweiten Windrad am Lichtenberg. Mitbetreiber Mark Jacobi (Arenborn) hatte in der jüngsten Sitzung des Uslarer Wirtschafts- und Entwicklungsausschusses kurzfristig eine geringfügige Standortverlegung angekündigt. Laut BI soll inzwischen ein Lageplan zum neuen Standort vorliegen. (shx)

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