Windkraftgegner um den Lichetenberg formieren sich in Bürgerinitiative

Hauptakteure der Bürgerinitiative Lebenswerte Lichtenbergdörfer: Veronika Wellendorf (von links) mit Günter Schnitzler, Friedbert Leßner und Holger Viergutz. Foto: Dumnitz

Verliehausen. Der Bau eines zweiten Windrades am Klingenhövel auf dem Lichtenberg zwischen Verliehausen, Ahlbershausen und Arenborn soll verhindert werden.

Und die Stadt Uslar soll das Areal, auf dem sich seit einem halben Jahr ein Windrad zur Erzeugung von regenerativer Energie dreht, nicht als Vorranggebiet für weiter Windräder ausweisen. Diese beiden Punkte hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen Lebenswerte Lichtenbergdörfer auf die Fahne geschrieben, die am Donnerstag im Gasthaus Zum Bahnhof in Verliehausen aus der Taufe gehoben wurde.

Später wolle man sich auch noch dafür einsetzen, dass das Leben für die Menschen in der Region weiterhin lebenswert bleibt, fasste Friedbert Leßner (Verliehausen) als einer der Hauptinitiatoren der Bürgerinitiative die Ziele zusammen. Außerdem wolle man sich dafür engagieren, dass die Menschen in den angrenzenden Dörfern unterhalb des bestehenden Windrades nicht über das Erlaubte hinaus etwa durch Lärm und Schattenwurf belastet würden, ergänzte Günter Schnitzler (Ahlbershausen). Das müsse seiner Ansicht nach trotz einer bestehenden Genehmigung und Betriebserlaubnis niemand hinnehmen.

Vom Tisch mit zwei Plakaten der Initiative an den Wänden im Hintergrund aus informierten die Initiatoren am Donnerstag zunächst über die einzelnen Gruppen, die teilweise bereits aktiv sind.

Kartierung zum Abgleich

Veronika Wellendorf (Ahlbershausen) berichtete von Beobachtungen von Rotmilanen und anderen Vögeln in der Umgebung der Windkraftanlage und einer Kartierung, die man dem Landkreis als Genehmigungsbehörde zum Abgleich mit dem vom Betreiber finanzierten Gutachten zur Verfügung stellen wolle.

Christian Rohdich sagte, dass er zusammen mit Bernd Schmiedel (beide Ahlbershausen) um Messungen des Schalls der bestehenden Anlage bemüht sei. Es gebe keine Messungen, sondern nur theoretische Berechnungen des Anlagenherstellers. Laut seinen Beobachtungen überschreiten seine Messungen die vom Hersteller Enercon ermittelte Prognose für das bestehende Windrad am Klingenhövel teilweise deutlich. Die Hersteller-Berechnungen seien viel zu optimistisch bewertet worden, kritisierte er.

Laut Leßner soll der Widerstand in der Bürgerinitiative gebündelt und Möglichkeiten des Klagerechts erörtert werden. Und man verspreche sich als Initiative mehr Akzeptanz bei Behörden. Bisher habe man stets unterschiedliche und schwammige Aussagen erhalten.

Die rund 230 Unterschriften von Gegnern des Windrades will die Bürgerinitiative vor einer Entscheidung dem Rat der Stadt Uslar übergeben. Auf vorbereiteten Zetteln erklärten über 40 Leute ihren Beitritt zu der Bürgerinitiative, die demnächst auch eine eigene Internetseite als Informationsplattform betreiben will.

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