Außer Abi-Jahrgang alle zu Hause

Zeugnisse gibt‘s am Gymnasium Uslar erstmals online

Paula Hennecke (10 c)  lernt zu Haus. Wie sie sitzen bis auf den Abiturjahrgang alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Uslar zuhause am Laptop oder Tablet.
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Distanz-Unterricht: Wie Paula Hennecke (10 c) sitzen bis auf den Abiturjahrgang alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Uslar zuhause am Laptop oder Tablet.

Bis auf den Abitur-Jahrgang werden am Gymnasium Uslar derzeit alle Schülerinnen und Schüler zu Hause unterrichtet.

Uslar – Ein bisschen länger schlafen, den Tag selbst planen zu können und nicht mehr beim Stoßlüften zu frieren, das sind für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Uslar häufig genannte Vorteile des aktuellen Distanz-Unterrichts. Auf die Rückkehr zur Schule und den persönlichen Kontakt zu ihren Mitschülern freuen sie sich dennoch.

Jahrgang 13 allein in der Schule, so sieht es gerade am Gymnasium aus. Während für den Abiturjahrgang der Unterricht in der Schule stattfindet, lernen die Mitschüler der Jahrgänge fünf bis 12 zuhause. Man lerne in der Schule zwar besser, aber bislang habe das Distanzlernen ganz gut geklappt, sagt etwa Mia Johanning aus dem siebten Jahrgang. Ein großer Wermutstropfen ist für sie und ihre Mitschülerin Merle Hübner, die Schulfreunde nicht treffen zu können.

Die fehlenden sozialen Kontakte bemängelten auch die älteren Schüler, bestätigt Renate Möller-Grupp, Vertreterin des Schulleiters und Koordinatorin der Sekundarstufe I. Man lerne, selbstständiger zu sein und sich den Tag und die Erledigung der Aufgaben selbst einzuteilen, sind Lena Heine und Tom Lange aus dem Jahrgang 10 überzeugt. Bei Fragen, betont Tom Lange, hätten sich die Lehrer eigentlich immer schnell zurückgemeldet. Vieles ließe sich auch in den regelmäßig stattfindenden Videokonferenzen klären.

Die liefen anfangs nicht immer reibungslos ab, geben die Schüler und ihre Lehrerin zu. Doch sowohl der Betreiber der Lernplattform iServ in Braunschweig als auch die Schule haben nachgerüstet. Das Gymnasium schaffte zum Beispiel noch im vorigen Jahr einen neuen, leistungsstarken Server an sowie mit Bundesmitteln 30 Tablets, die sich die Schüler ausleihen können, wenn die passende Technik zuhause fehlt.

Einige der Geräte sind schon ausgeliehen, der Vorrat aber noch nicht aufgebraucht, so Möller-Grupp. Aus den Rückmeldungen nach dem ersten Lockdown hätte man zudem viel gelernt. So werde weitgehend auf Ausdrucke verzichtet, der Umfang von Aufgaben besser abgestimmt und bei ausbleibenden Antworten der Schüler schneller nachgehakt.

Ob sich das bewährt hat, werden womöglich auch die Halbjahreszeugnisse zeigen, die am Gymnasium am Freitag, 29. Januar, erstmals online verteilt werden. Danach geht es wenigstens bis zum 14. Februar zunächst weiter mit Homeschooling.

Dass die Schule im Anschluss wieder stattfinden wird wie vorher, daran glaubt mittlerweile kaum noch jemand. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig soziale Kontakte sind, aber auch, dass die Digitalisierung von Schule weiter vorangetrieben werden muss, ist Renate Möller-Grupp überzeugt.

Merle Hübner aus dem Jahrgang sieben fasst das so zusammen: „Wenn wir uns alle an die Regeln halten, schaffen wir alles und schneller!“

So handhaben es die weiterführenden Schulen

Vieles an diesem Schuljahr ist neu. Das gilt nicht nur für den Unterricht, der in den weiterführenden Schulen im Uslarer Land und Bodenfelde weitestgehend online stattfindet. Auch für die Ausgabe der Halbjahreszeugnisse mussten neue Regelungen gefunden werden.

An der Albert-Schweitzer-Förderschule in Uslar erhalten die Abschlussklassen der Jahrgänge 9 und 10 die Zeugnisse am Donnerstag und Freitag vor Ort in der Schule. Alle jüngeren Schülerinnen und Schüler können Zeugnisse nach den Zeugnisferien ab Mittwoch, 3. Februar, bis Freitag, 5. Februar, in der Schule abholen.

Die Abschlussklassen der Jahrgänge 9 und 10 der Sollingschule erhalten ihre Zeugnisse von den jeweiligen Klassenlehrern am Freitag vor Ort in der Schule. An diesem Tag findet kein Präsenzunterricht statt, die Schule ist für die Zeugnisausgabe bis 11 Uhr geöffnet. Alle restlichen Klassen erhalten die Zeugnisse von Mittwoch, 3. Februar, bis Freitag, 5. Februar, zu einem festgelegten Zeitraum von ihren Klassenlehrkräften vor Ort in der Schule.

Grundsätzlich sei die Abholung freiwillig und könne auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, sagt Schulleiter Christopher Nickel. Die Abholung sei vor allem für diejenigen gedacht, die sich mit ihrem Zeugnis bewerben möchten.

An der IGS Bodenfelde gibt es die Zeugnisse in digitaler Form. Sie werden am Freitag, 29. Januar, als pdf-Dokument an die E-Mail-Adressen der Schüler auf der Lernplattform iServ zugestellt. Die Jahrgänge fünf bis acht erhalten über diesen Weg zusätzlich die ergänzenden Lernentwicklungsberichte in Kurzform. An diesem Tag fällt auch für den Abschlussjahrgang der Präsenzunterricht aus.

Das Gymnasium Uslar setzt ebenfalls auf die digitale Zeugnisübergabe. Die Zeugnisse werden wie in Bodenfelde über die E-Mail-Adressen der Schülerinnen und Schüler auf der Lernplattform iServ verschickt. Die Ausgabe der Zeugnisse in Papierform erfolgt, wenn alle Schüler wieder in die Schule dürfen.

Schule ohne Schüler: Auch für die Lehrer ist die Situation am Gymnasium Uslar ungewohnt. Lehrerin Renate Möller-Grupp sieht ihre Schüler nur auf dem Bildschirm und nicht im Klassenraum.

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