1. Startseite
  2. Lokales
  3. Uslar / Solling
  4. Uslar

Arbeit zwischen Hopfen und Gerste

Erstellt:

Von: Jacob von Sass von Sass

Kommentare

Macht eine Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin: Amelie Claus wird bei einer Éinbecker Brauerei ausgebildet und nimmt auf unserem Bild eine Probe von jungem Bier.
Macht eine Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin: Amelie Claus wird bei einer Éinbecker Brauerei ausgebildet und nimmt auf unserem Bild eine Probe von jungem Bier. © Jakob von Sass

Ein kühles Bier ist wohl eines der beliebtesten Getränke auf der Welt. Doch viele Biertrinker wissen oft überhaupt nicht, wie der Brauprozess funktioniert und wie ihr Lieblingsgetränk letztendlich in die Flasche oder das Fass gelangt. Genau dieses Wissen erlernen junge Menschen bei der Ausbildung zum Brauer und Mälzer. So auch Amelie Claus bei der Brauerei Einbecker.

Landkreis Northeim – Für sie sei der Beruf zwar kein Kindheitstraum gewesen, doch als sie älter wurde, sei auch das Interesse für Bier bei ihr geweckt worden. „Ich habe einfach festgestellt, dass ich mehr über Bier wissen möchte, habe mich dann schlau gelesen und letztendlich für die Ausbildung zum Brauer und Mälzer bei Einbecker beworben“, berichtet die 20-Jährige.

Als Voraussetzung für die Ausbildung müsse man vor allem eine Leidenschaft für Bier und allem, was dazugehört, haben. Auch solle man gute Grundkenntnisse in Naturwissenschaften, wie Biologie, Chemie und Physik mitbringen. Claus: „Außerdem ist es wichtig, sich auch mal dreckig machen zu können. Das Säubern der Tanks und anderer Geräte gehört einfach zum Job dazu.“

Das Gleiche berichten auch Matthias Kreiter und Stefan Henne, die beide für Bergbräu in Uslar arbeiten. „Der Beruf hat sich in den letzten Jahren natürlich verändert. Früher hat das Putzen in der Brauerei ungefähr 60 Prozent der Arbeitszeit ausgemacht. Heute sind es um die 40 Prozent.“

Der 52-jährige Henne blickt mittlerweile auf eine lange Vergangenheit als Brauer und Mälzer bei Bergbräu zurück. Schon sein Vater arbeitete von 1959 bis 1996 in der Brauerei in Uslar. Er selbst begann seine Ausbildung dort im Jahr 1986 – und ist bis heute geblieben. Kreiter ist mit seinen 33 Jahren noch nicht ganz so lange dabei wie Henne. Er mag besonders die Vielfalt, die ihm der Job bietet: „Bei uns gibt es eigentlich keinen typischen Alltag. Die Aufgaben sind von Tag zu Tag unterschiedlich.“

Auch der Arbeitstag bei Amelie Claus in Einbeck variiert täglich: „Innerhalb der Abteilungen, in einer so großen Brauerei wie Einbecker, sind die Aufgaben zwar ziemlich geregelt, als Azubi springt man aber zwischen den Abteilungen immer hin und her. So unterscheiden sich dann auch die Aufgaben.“ So stelle sie an einigen Tagen zum Beispiel den Hopfen für den Brauprozess im Hopfenkeller zusammen und an anderen wiederum überprüfe sie die Stammwürze des Bieres.

Neben der Arbeit in der Brauerei gehört zur Ausbildung auch der Blockunterricht an einer Berufsschule. „Ich gehe zur Berufsschule in Bremen. Dort lernt man in der Theorie dann quasi alles vom ersten Gerstenkorn bis hin zur Abfüllung“, erzählt sie. Zusätzlich absolvierte sie ein Praktikum in einer Mälzerei, denn das ist ebenfalls Pflicht während der Ausbildung zum Brauer und Mälzer ist.

Der Uslarer Brauer Matthias Kreiter besuchte während seiner Ausbildung die Berufsschule in Dresden.

Dort legte er zum Ende seiner dreijährigen Ausbildung auch seine schriftliche Prüfung ab: „Die war, wie der Name schon verrät, sehr theorielastig. Für den praktischen Teil der Abschlussprüfung ging es für mich dann mit anderen Auszubildenden aber in einen Betrieb.“ (Jakob von Sass)

Auch interessant

Kommentare