Uslarer Krankenhaus: 75 Mitarbeiter bangen um Jobs

Uslar. Die Gerüchte haben sich bestätigt: Für das Krankenhaus Uslar wurde Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht angemeldet. Darüber hat Geschäftsführer Wilfried Gründel am Freitag den Betriebsrat in Uslar informiert.

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Am späten Nachmittag folgte eine mehrstündige Betriebsversammlung mit Insolvenzverwalter Dr. Steffen Koch aus Kassel. Ergebnis: Der Betrieb wird erst einmal fortgeführt. „Wir suchen angestrengt nach einer Lösung“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Marion Lütkenhaus am Abend gegenüber der HNA.

Derzeit werden auf der Inneren und der Chirurgischen Station des 35-Betten-Hauses noch zehn Patienten versorgt. Für ein Überleben des Hauses sei es wichtig, dass sich auch neue Patienten einweisen lassen, machten Mitarbeiter gestern deutlich. Die 75 Beschäftigten des Uslarer Krankenhauses leiden bereits seit dem vergangenen Jahr unter den Zahlungsschwierigkeiten und haben seit zweieinhalb Monaten keinen Lohn erhalten.

Das Krankenhaus Uslar gehört zum Gesundheitszentrum Solling-Oberweser (GSO) und ist eine hundertprozentige Tochter des Klinik- und Reha-Zentrums Lippoldsberg, das ebenfalls zahlungsunfähig ist. In Lippoldsberg bangen 330 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz.

Eine Abordnung der Uslarer Mitarbeiter hatte am Donnerstagabend in der öffentlichen Ratssitzung auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik“, so die Betriebsratsvorsitzende Marion Lütkenhaus.

Chirurgiechef Dr. Sascha Fieseler warnte vor den Folgen, die ein Aus des Krankenhauses für Uslar hätte. Früher oder später hätte eine Schließung „Todesopfer zur Folge“. Immer wieder müssten Patienten notoperiert werden, weil sie keine langen Transportwege überstehen, sagte der Mediziner. „Irgendwann steht hier ein blutendes Kind vor der Tür“, irgendwann werde ein Mann seine Frau auf dem Weg verlieren. (shx)

Noch am Nachmittag soll eine Betriebsversammlung mit dem Insolvenzverwalter stattfinden. (shx)

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