Uslarer Theater-AG überzeugt mit starken Szenen übers Erwachsen werden

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Szene aus der Aufführung „Er (und sie ) wachsen werden“, das die Theater AG des Gymnasiums Uslar am heutigen Freitag nochmals im Forum aufführt und bereits viel Applaus erntete.  

Uslar. Mit der Aufführung des selbst entwickelten Stücks „Er (und sie) wachsen werden“ hat die Theater-AG des Gymnasiums Uslar ein weiteres Mal ihre Klasse bewiesen.

Die Probleme und Erfahrungen des Erwachsen werdens und was Erwachsen sein überhaupt ausmacht, stellten die Gymnasiasten in lose aneinandergereihten Szenen dar, dieauf eigenen Erfahrungen beruhen oder Vorstellungen von der Zukunft darstellten.

Dabei zeigten Johanna Opitz zum Beispiel als rebellisches Kind und Thabea Lange in vielen Szenen ihr schauspielerisches Talent. Madleen Knoke und Miguel Herbold stellten einfühlsam Situationen aus Paarbeziehung und Liebesleben dar. Hai Phong Nguyen verkörperte als Peter-Pan-Typ den Wunsch nach dauerhafter Kindheit, der auf Dauer in die Zwangsjacke führte.

Dazu kamen starke Auftritte von Julia Robotyki mit Bezug zum Schülerleben („Mathe oder Saufen?“) und Hannah Lencks wiederkehrende Szenen zum Alltagstrott (Aufstehen, Zähne putzen ...).

Alle Akteure glänzten

Aber auch alle anderen Darsteller (Paulina Kirchoff, Cedric Jordan, Moritz Borchert, Chantal Weber, Paula Trillhas, Anna Lena Steckel, Elisabeth Bergmann, Elena Antoniades) glänzten mit großen und kleinen Auftritten wie Szenen aus dem Familienleben oder Massenszenen, die gesellschftlichen Druck darstellten.

Besonders bemerkenswert war, wie die Theater-AG das fachliche Thema „Theater“ in seine Bestandteile zerlegte und gemeinsam mit dem Publikum, das stellenweise direkt einbezogen wurde, in eine Lehrstunde verwandelte.

Das begann damit, dass der Zuschauer beim Betreten der Aula nicht wusste, wo vorne und hinten ist, weil der Spielort der Inszenierung in die Mitte des Forums verlegt war.

Die Handlung wurde von der Theater-AG in einzelne, eine bestimmte Situation klar charakterisierende Szenen zerlegt, die teilweise inhaltlich verbunden waren.

Der zeitliche Ablauf wurde zwar durch Jahresangaben verdeutlicht, aber es gab auch eine gegenläufige Szenenfolge. Hinzu kamen Theater-Elemente wie ein personifizierter Pickel oder die Maske als Symbol für eine gesellschaftliche Rolle, die es zu spielen gilt.

„Insgesamt ein Stück, das mit seinem Zuschauer auf direkte und indirekte Weise spielt, damit er (und sie) mit uns Schauspielern wachsen kann“, heißt es im Programmzettel, und das ist mit der Hilfe von Johannes Bergmann, der die AG bei der Entwicklung des Stücks leitete, und Dominik Hennes technischer Unterstützung gelungen - Schüler und Publikum sind gewachsen, womöglich erwachsener geworden. (rö)

Das Stück „Er (und Sie) wachsen werden“ wird nochmals am Freitag, 22. Januar, ab 19.30 Uhr im Forum aufgeführt. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

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