Reaktion beim Maibaum-Aufstellen

Uslars Ortsbürgermeister: Absage der Kundgebung darf nie wieder passieren

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Maibaumaufstellen in Uslar: Das fand erstmals ohne Kundgebung der Gewerkschaft statt. Unser Bild zeigt einen Blick aus dem Rathaus mit dem Maibaum davor und den Besuchern. 

Uslar. Die abgesagte Kundgebung der Gewerkschaft in Uslar am 1. Mai stand auch beim Maibaum-Aufstellen vor dem Alten Rathaus im Mittelpunkt. Der Ortsrat hatte die Veranstaltung ganz bewusst durchgezogen.

Irgendwie hofften am Montag viele Menschen in Uslar auf eine Art Trotzreaktion, vor allem mit vielen Besuchern zum Maibaum-Aufstellen.

Es waren auch mehr als sonst vor Ort, war die einhellige Meinung. Doch es blieb immer noch überschaubaubar mit etwa 100 Zuschauern. Ortsbürgermeister Arno Riedke sagte bei der Begrüßung nach dem Baum-Aufstellen an die Adresse des Uslarer DGB-Ortsverbands-Vorsitzenden Matthias Rieger, dass sich beide einig sind, „dass das nicht wieder passiert“ und meinte damit die Absage. Rieger kündigte am Montag gegenüber der HNA eine Stellungnahme des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an, die noch aussteht.

Dank an die Helfer

Ortsbürgermeister Riedke hatte anfangs allen Beteiligten gedankt, unter anderem der Feuerwehr fürs Helfen beim Baumaufstellen und Hans-Jörg Helmbrecht, der eine Musik- und Übertragungsanlage kostenfrei bereitstellte und auch bediente.

Die Mai-Rede für den Ortsrat hielt Werner Schladerbusch, der über den Wonnemonat berichtete, den Aufbruch in eine warme und sonnige Zeit und über die Bedeutung des Maibaums. Der SPD-Mann ging aber auch auf den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag ein, den Tag der Arbeit, erstritten von der Arbeiterbewegung: „Und wenn der DGB heute keine Kundgebung veranstaltet, so ist das traurig! Und weil die Kundgebung abgesagt wurde aus mangelndem Interesse, so ist das noch trauriger.“

Schladerbusch sagte, dass jeder den 1. Mai nach seinen Vorstellungen gestalten könne. Es sei aber auch bedenklich, wenn Bürger nicht mehr einstehen für sichere Arbeitsplätze, gerechten Lohn, soziale Leistungen, Kündigungsschutz, bezahlbares Wohnen und angemessene Rente. Diese Errungenschaften müssen laut Schladerbusch immer wieder neu erworben und verteidigt werden. Wer gleichgültig sei, dürfe sich nicht wundern, wenn Dinge sich änderten.

Schladerbusch rief auf, wachsam zu sein gegenüber den rückwärtsgewandten Strömungen in Europa: „Die persönliche Anwesenheit am 1. Mai vor dem Rathaus hier in Uslar steht für den Einsatz für eine offene Gesellschaft, für den aufgeklärten Bürger, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.“ 

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