Uslars Stadtrat stellt die Weichen für Wiesenstraße

Die Gegenwart: In einer Halle auf dem ehemaligen Gelände der Holzwarenfabrik an der Wiesenstraße ist derzeit der Aldi übergangsweise untergebracht. Was dort künftig erlaubt ist, darüber entscheidet am Donnerstag der Uslarer Stadtrat. Archivfoto:  Dumnitz

Uslar. Der Uslarer Stadtrat wird am Donnerstag eine weitreichende Entscheidung zur Entwicklung der Wiesenstraße und damit auch der Innenstadt treffen. In der Sitzung, die am Donnerstag, 23. Februar, um 19 Uhr im Rathaus-Saal beginnt, stehen die Beratung über einen Bebauungsplan Wiesenstraße und der Erlass einer Veränderungssperre auf der Tagesordnung. Dazu Fragen und Antworten.

Worum geht es bei diesem Tagesordnungpunkt?

Im Prinzip geht es um die Zukunft des Standorts der früheren Parkettfabrik Plessmann, auf deren Gelände derzeit der Aldi-Markt als Übergangslösung untergebracht ist, bis der Neubau für den Discounter auf der gegenüberliegenden Seite fertiggestellt ist. Würde jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt und eine Veränderungssperre erlassen, würde die künftige Nutzung des Geländes eingeschränkt, was zum Beispiel die Ansiedlung von Einzelhandel angeht. Diese Maßnahme dient speziell dem Schutz der Uslarer Innenstadt und vor der befürchteten Abwanderung von Geschäften aus der Innenstadt an die Wiesenstraße.

Was passiert, wenn kein Bebauungsplan aufgestellt und keine Veränderungssperre erlassen werden?

Dann bleibt es für das genannte Gelände bei einer freien Nutzung. Davon geht auch der Unternehmer Peter Nolte aus, dem das Areal der ehemaligen Holzwerke gehört. Seinen Angaben zufolge habe ihm die Stadt zugesagt, die Bereiche nach der Nutzung durch Aldi weiter für den Einzelhandel vermieten zu können. Deshalb habe er auch in den Standort investiert und unter anderem 160 000 Euro in die Außenanlage wie den derzeitigen Aldi-Parkplatz investiert. Unterdessen liegen Nolte viele Anfragen vor. Er versichert gleichwohl, dass es noch keine Vorverträge mit potenziellen Mietern gebe.

Was sagt Uslars Bürgermeister dazu?

Bürgermeister Bauer sieht sich in der Pflicht, dem Stadtrat die Möglichkeiten zur Mitgestaltung im Bereich Wiesenstraße aufzuzeigen. Mit Bebauungsplan und Veränderungssperre habe die Stadt dann den Einfluss, um vor allem auch die Innenstadt und ihre Entwicklung im Auge zu behalten. Die Veränderungssperre diene dem Schutz der Innenstadt. Gleichzeitig bedeute sie für den Unternehmer Nolte, dass eine Weitervermietung laut Bauer nicht ausgeschlossen sei. Bei der künftigen Nutzung sei dann aber immer die Stadt zu fragen. Zudem handele es sich in dem Fall auch um ein unternehmerisches Risiko, sagt der Bürgermeister an die Adresse von Nolte. Der Unternehmer macht dazu ganz klar deutlich, dass solche Reglementierungen wie die Veränderungssperre verhinderten, dass sich seine Investitionen lohnen. Insgesamt befürchtet Nolte, dass für Uslar insgesamt Kaufkraft verloren gehe, wenn an der Wiesenstraße kein weiterer Handel zugelassen werde.

Eine wesentliche Rolle kommt derzeit dem Drogeriemarkt Rossmann zu. Wie sieht die aus?

Rossmann beabsichtigt nach Informationen der HNA eine Erweiterung seiner Verkaufsfläche und kommt nach derzeitigem Stand laut einer Untersuchung mehrerer Alternativ-Standorte in der Innenstadt zu dem Fazit, dass nur die Wiesenstraße in Frage komme oder der Standort aufgegeben werde. Für die Innenstadt wird Rossmann als wichtigster Kundenmagnet angesehen. Die weit verbreitete These lautet: Ohne Rossmann hat die Innenstadt keine Chance. (fsd) Archivfotos: Schneider/Dumnitz

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