90 sagen Tschüss

Private Verabschiedung von Theo Wegener als Tourismus-Chef in Solling 

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90 Menschen sagten bei der privaten Abschiedsfeier Tschüss.

„Was Theo Wegener zum Ende seines beruflichen Wirkens erfahren musste, war nicht angemessen. Das hat er nicht verdient“, sagte am Montagnachmittag seine Ehefrau Petra Wegener, die das auch als Geschäftsführerin des touristischen Dachverbandes Weserbergland-Tourismus (Hameln) sagte, wie sie vor rund 90 Gästen im Haus des Gastes in Neuhaus betonte.

Damit spielte sie auf seine ungeklärte Nachfolge und darauf an, dass es keine offizielle Verabschiedung für ihn gegeben hat.

Theo Wegener (63) hatte nach 34 Jahren touristischer Arbeit Freunde und Wegbegleiter zu einer privaten Abschiedsfeier eingeladen. Im Mittelpunkt stand sein berufliches Wirken. Zunächst verabschiedeten sich seine Kolleginnen aus dem Tourismus-Zentrum des Vereins Solling-Vogler-Region (SVR) im Weserbergland. Heike Bötte, Barbara Deppe, Christina Harre und Luisa Möhlmann hatten den Abschied in fröhlicher Versform vorbereitet.

Ehefrau Petra Wegener zeigte den Gästen dann Bilder aus dem Leben und beruflichen Wirken ihres Mannes, der Ende des Monats als SVR-Geschäftsführer ausscheidet. Über seine Nachfolge ist offiziell noch nichts bekannt.

Theo Wegener (63) hatte nach 34 Jahren touristischer Arbeit Freunde und Wegbegleiter zu einer privaten Abschiedsfeier eingeladen.

Wegener wurde 1955 in Vernawahlshausen geboren und habe gerne Handball gespielt, es bis in die deutsche Jugend-Nationalmannschaft geschafft. Später war er Trainer in der 2. Bundesliga. 1974 begann er eine Ausbildung in der Staatskasse Kassel, wo er bis 1978 arbeitete. Dann wechselte er in die Gemeindeverwaltung Wahlsburg.

Ab 1985 war er Geschäftsführer der Ferienregion Uslarer Land, aus der 2011 der Verein Solling-Vogler-Region im Weserbergland hervorging. Mitglieder sind alle Städte und Gemeinden des Landkreises Holzminden sowie die Städte Uslar und Dassel sowie die Gemeinden Bodenfelde, Wahlsburg und Oberweser.

Als Veranstaltungen seien von ihm und seinem Team der Uslarer Pekermarkt (seit 1987) ins Leben gerufen worden, Altstadtfeste und Musikveranstaltungen sowie der Weihnachtsmarkt mit dem Riesen-Adventskalender am alten Uslarer Rathaus (seit 1994).

Wegener habe den Wirteworkshop der Gastronomen im Uslarer Land mit initiiert und durch den SVR ein Überleben des touristischen Engagements in der Region geschafft.

Politisch sei seine Arbeit ein ständiger Kampf gewesen. Wenn sie als Wirtschaftsfaktor gesehen wurde, seien Lokalpolitiker mit an der Seite gewesen, wenn man den SVR-Beitrag aber als freiwillige Leistung im Haushalt angesehen habe, sei stets nach dem Nutzen gefragt worden.

Viele Projekte

Seine Handschrift trage nicht nur der Wohnmobilplatz am Badeland in Uslar, sondern auch die E-Bikestationen in der Region, die Regionalmarke Echt!-Solling-Vogler und verschiedene Themen-Wanderwege. Größter Coup sei das Formen der Kampagne „Wilde Heimat“ gewesen, unter der die Region jetzt vermarktet wird.

Ihrem Mann sei es nie um eine Profilierung gegangen, sondern um die touristische Entwicklung der gesamten Region. So sei die SVR 2012 auch für die Verteilung von 1,8 Millionen Euro Fördergeld für die Regionalentwicklung zuständig gewesen.

Als Wegbegleiter dankten Theo Wegener unter anderem Uslars früherer Stadtdirektor Herbert Meistering (Hameln) sowie Benno Laufmann (Bodenwerder) und Norbert Tyrasa (Lauenförde) für sein touristisches Engagement zum Wohl der gesamten Region. Tyrasa bezeichnete sein Wirken als „Erfolgsgeschichte“ und bescheinigte Wegener eine „gelassene Schlitzohrigkeit“.

Abschließend gab es Essen und Getränke und viele Gespräche mit persönlicher Verabschiedung der Wegbegleiter, „die es gut mit mir meinten“, so Wegener. Einen 50-Euro-Gutschein der Stadt Uslar als Dienstherr gibt Wegener als Spende an den Förderverein des Badelandes.

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