Ver.di zu Zahlungsschwierigkeiten der Kliniken Lippoldsberg und Uslar: Nerven liegen blank

Lippoldsberg/Uslar. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) fordert die Geschäftsführung der Krankenhäuser Lippoldsberg und Uslar auf, die ausstehenden Löhne vom November zu bezahlen.

Bei den 300 Beschäftigten der Kliniken und ihren Familien „liegen langsam die Nerven blank“, berichtete am Donnerstag Julia Niekamp, für das Uslarer Krankenhaus zuständige Gewerkschaftssekretärin.

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Wie berichtet, bestehen Zahlungsschwierigkeiten. Geschäftsführer Wilfried Gründel hatte gesagt, er hoffe, die Löhne noch vor Weihnachten zahlen zu können. Ein Versprechen könne er aber nicht abgegeben.

Die Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn. Julia Niekamp: „Bereits seit über einem halben Jahr ist die Geschäftsführung gegenüber den Beschäftigten vertragsbrüchig.“ Seit dieser Zeit werde deutlich verspätet gezahlt. Ver.di sei bekannt, dass der Arbeitgeber in Schwierigkeiten stecke und führt den Weggang des Chirurgen in Uslar und die vorrübergehende Schließung der Abteilung sowie das bis heute fehlende Zukunftskonzept für beide Kliniken auf.

Die Beschäftigten beider Häuser würden bereits seit Jahren durch Gehaltsverzicht Geld in das Unternehmen geben. Verhandlungen mit Ver.di für einen Haustarifvertrag, der der speziellen Situation in Uslar Rechnung getragen hätte, seien 2008 durch die Geschäftsführung abgebrochen worden, berichtet die Gewerkschaft.

„Das kann so nicht weitergehen. Die Beschäftigten aus Lippoldsberg und Uslar haben Anspruch auf ein seriöses Geschäftsgebaren“, sagen Julia Niekamp und ihr Kollege vom Ver.di-Bezirk Nordhessen, Frank Lange. Sie verweisen darauf, dass selbst zunächst angekündigte Teilzahlungen verweigert würden. „Ein derartig demütigender Umgang mit Beschäftigten ist erst Recht für eine Klinik der Diakonie eine Schande“, sagen Niekamp und Lange: Die Lippoldsberger Klinik, hundertprozentige Eignerin des Uslarer Hauses, ist Mitglied im Diakonischen Werk Kurhessen-Waldeck.

Die Gewerkschaft kritisiert, dass sich die Geschäftsführung seit langem einen zinslosen Kredit bei den Mitarbeitern hole, während diese ihre Verpflichtungen hätten und immer wieder ins Dispo geriete. Auf die Forderung der Gewerkschaft, das Novembergehalt bis Donnerstag zu überweisen, habe Geschäftsführer Gründel nicht reagiert.

Jetzt seien nach Ansicht der Gewerkschaft die 20 Gesellschafter und die Aufsichtsratsmitglieder der Klinik in ihrer Verantwortung gefordert sowie die Vertreter der Politik. „Die Beschäftigten und ihre Familien fordern Sie auf, der Geschäftsführung Druck zu machen, die Gehälter noch vor Weihnachten zu überweisen und in Zukunft pünktlich zu zahlen“, richten sich die Ver.di-Gewerkschaftssekretäre an Aufsichtsrat und Politik. (fsd)

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