Verliehäuser produzieren Saft, Cidre und Wein aus 600 Kilo Äpfeln

Betriebsamkeit: Zuerst wurden die Äpfel gemahlen (vorn), danach ging es in die Tuchpresse (hinten, verdeckt). Der Heimat- und Kulturverein Verliehausen verwertete so das Obst aus der Feldmark. Fotos: Schneider

Verliehausen. Der Heimat- und Kulturverein Verliehausen macht es vor, wie man das kaum noch verwendete Obst aus der Feldmark und von gemeindlichen Flächen weiterverwertet: Die Mitglieder haben 600 Kilogramm Äpfel aufgesammelt und sie zu Saft, Cidre und Wein verarbeitet.

Die Idee war, das Obst von den verwahrlosten Apfelbäumen zu nutzen, berichtet Friedbert Leßner, der die Aktion gemeinsam mit Sascha Nolte organisierte. Das Interesse am gemeindlichen Obst ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Kaum noch jemand interessiert sich dafür, berichte Friedbert Leßner. In Verliehausen wollte man nicht zusehen, wie das Obst vergammelt und blies nach Absprache mit Ortsbürgermeister Bodo Leßner zur Sammelaktion.

Friedbert Leßner stellte seine Tuchpresse aus seinem Obstbaubetrieb zur Verfügung, so dass die Mitglieder bei zwei Einsätzen ihre gesammelten Äpfel an zwei Tagen verflüssigten. Der Ertrag liegt bei 70 Prozent: Aus einem Kilo Äpfel gewinnt man 0,7 Liter Apfelsaft. Der wird danach auf 80 Grad erhitzt und ist 20 Minuten später ziemlich lange haltbar.

Tuchpresse: Damit gewinnt man den Apfelsaft. Das zermahlene Obst kommt in Tücher.

Für den Wein kommt hauptsächlich Hefe für den Gärungsprozess hinzu. Mehrere Mitglieder haben sich auf diesem Wege mit eigens hergestellten Getränken eingedeckt.

Zeit zum Reden 

Hinzu kam die kommunikative Komponente der Aktion: „Wir haben viel diskutiert“, berichtet Friedbert Leßner über willkommene Nebeneffekte. Und hinterher gab es Cidre und Zwiebelkuchen.

Sicher ist schon jetzt, dass die Aktion mit dem Heimatverein wiederholt werden soll. (fsd)

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