Leser-Aktion

Familie in Vernawahlshausen ärgert sich über hohen Gaspreis

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Ärgern sich über einen zu hohen Gaspreis: Alfried und Anita Conrad am Metalldeckel ihres Gastanks, der im Erdreich ihres Vorgartens liegt.

Rund 15 Cent pro Liter Flüssiggas haben Alfried und Anita Conrad aus Vernawahlshausen ihrer Ansicht nach bei der jüngsten Lieferung zu viel bezahlt.

Das Paar hat vor 1998 einen Erdtank über die Kasseler Niederlassung der Firma Progas GmbH & Co. KG bezogen und diesen auf eigene Kosten ins Erdreich vor ihrem neuen Haus einbauen lassen. Das meldeten sie bei der HNA-Leseraktion „Wir sind ganz Ohr für Sie“.

Laut Angaben des Paares haben sie die Kosten für den Tank auf Grundlage eines Nutzungsvertrages in den ersten zehn Jahren abbezahlt, jetzt dürfen sie ihn kostenfrei weiternutzen. Bezahlt haben sie auch stets die vertraglich vereinbarten Wartungen und Prüfungen.

Dennoch gehört der Tank dem Unternehmen, haben beide inzwischen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nachgelesen. Beide sind davon ausgegangen, dass der Tank inzwischen ihnen gehört und sie deshalb ihr benötigtes Flüssiggas auch auf dem freien Markt kaufen können.

Bei der Preisanfrage bei Progas wies ein Mitarbeiter das Paar jedoch darauf hin, dass sie nach wie vor verpflichtet seien, ihr Flüssiggas bei Progas zu beziehen. So bezahlten sie 52,84 Cent statt der 38,13 Cent beim damals günstigsten Anbieter. Weil sie Brennstoff für ihre Heizung brauchten, haben Conrads inzwischen bei Progas bestellt. Das Gas ist auch schon geliefert und die Rechnung bezahlt worden.

Firma Progas rechtfertigt Gaspreis

„Wir finden das Verhalten des Unternehmens aber nicht richtig“, sagt Alfried Conrad. Er beruft sich auf Paragraf 315 (3) des Bürgerlichen Gesetzbuches. Darin steht, dass Gas- und Strommärkte dereguliert sind und es deshalb keine Monopolisten mehr gibt. Der Markt soll für eine gerechte Preisfindung sorgen, heißt es weiter. Anita Conrad hat sich über das Internet bei einer Verbraucherberatung erkundigt. Ein Vorgehen, wie von der Firma Progas, sei auch von anderen Firmen bekannt hieß es da.

Verbraucher sollten sich die AGBs genau durchlesen, um sich nicht durch eine schnelle Unterschrift einem solchen Vertrag unterordnen zu müssen. Rechtlich könne man jedoch wohl nichts machen, erfuhr Anita Conrad bei der Verbraucherberatung, aber sowohl für Conrads, als auch für Progas gelte eine dreimonatige Kündigung für die bestehenden Verträge.

Die Firma Progas rechtfertigt ihren Gaspreis mit dem zusätzlichen Service wie etwa einen 24-Stunden-Dienst und einer eigenen Lagerhaltung. „Vielen unserer Kunden ist es den leicht erhöhten Preis wert, weil wir uns um den kompletten Service rund um den Gastank kümmern“, sagte Kai Gospodarek, Bereichsleiter Verkauf der Firma Progas mit Hauptsitz in Dortmund auf Anfrage der HNA. Das Unternehmen sei ein Profi-Flüssiggasanbieter und stehe mit vielen anderen Anbietern im Wettbewerb. Und bei der Preisgestaltung sei man immer dicht an den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt. „Letztlich haben wir ein Interesse, dass die Kooperation mit all unseren Kunden funktioniert“, so Gospodarek.

Mit Familie Conrad werde die Firma Progas wegen des Preises noch einmal ins Gespräch kommen, kündigte der Sprecher am Dienstag gegenüber der HNA an.

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