Viehauftrieb im Hutewald: Weideflächen für Ponys und Rinder vergrößert

Schutz vor hungrigen Mäulern: Mitarbeiter des Naturparks Solling-Vogler, der Landesforsten und des Landkreises Northeim an einer mit Draht gesicherten Eichenpflanze.

Neuhaus/Amelith. Exmoorponys und Heckrinder können künftig noch weiter durch den Hutewald streifen. Die Vergrößerung der Weideflächen bei Amelith ist abgeschlossen und die ersten Ponys haben die neue halboffene Waldweidelandschaft bereits bezogen.

Im Jahr 2014 haben die Niedersächsischen Landesforsten Fichtenbäume entfernen lassen, um den bundesweit einmaligen Hutewald um eine 43 Hektar große Weidelandschaft zu erweitern. Auf dem Südhang wachsen inzwischen schon Heidekraut und andere typischen Pflanzen. Auch Wärme liebende Insektenarten hätten sich in der strukturreichen Waldheide bereits angesiedelt, berichtet Revierförster Hartmut Loges. „Nicht nur der neue, 600 Meter lange Zaun ist rechtzeitig vor dem Winter fertig geworden. Wir konnten auch 200 junge Eichenpflanzen auf der Freifläche sichern und einzäunen, die wir als künftige Hutebäume herauspflegen wollen“, freut sich der Leiter der Försterei Steinhoff.

Eichen brauchen Schutz

Nun sei das Erweiterungsgelände ausbruchsicher und die kleinen Eichen vor den Mäulern der Huftiere geschützt. Die ersten Exmoorponys sind vor vier Wochen eingezogen. Die Heckrinder sollen nächstes Jahr kommen, plant Förster Johannes Thiery als verantwortlicher Projektleiter.

Ein Vorteil für Besucher der neuen Hutefläche sei, dass sie die Tiere besser hier beobachten könnten als im dichten weitläufigen Wald, sagt Thiery. Die Landesforsten und die Naturschutzbehörde des Landkreises Northeim hatten das Erweiterungsprojekt gemeinsam entwickelt.

In den alten Eichen im Reiherbachtal leben seltene Käfer, Fledermäuse und auch der Mittelspecht. „Diese Arten sind darauf angewiesen, auch in 200 Jahren noch alte, dicke Eichen vorzufinden“, sagt Fred Marten von der Northeimer Naturschutzbehörde. „Die neu entstehende Hutelandschaft mit dem gut abgestimmten Waldweide-Management des Forstamtes und Naturparks leistet für den Artenschutz einen wichtigen Beitrag.“ (shx)

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