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Vollsperrung mit Lücken - Anwohner arrangieren sich mit Baustellen-Situation

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Von: Jürgen Dumnitz

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Erste Baggerarbeiten in der Straße: An der Bleekstraße in Bodenfelde haben Mitarbeiter der Baufirma erste Rohrleitungen fürs Abwasser neu verlegt. Wegen des anhaltenden Frosts ruhen in diesen Tagen die Arbeiten. 
Erste Baggerarbeiten in der Straße: An der Bleekstraße in Bodenfelde haben Mitarbeiter der Baufirma erste Rohrleitungen fürs Abwasser neu verlegt. Wegen des anhaltenden Frosts ruhen in diesen Tagen die Arbeiten.  © Jürgen Dumnitz

Bodenfelde – Ende November hat die Einrichtung der Großbaustelle zur Ortsdurchfahrt Bodenfelde begonnen. In den ersten Wochen gab es wegen der Baustellen- und vor allem Umleitungsregelung noch Korrekturen. „Jetzt hat sich die Situation ein wenig eingeruckelt“, sagte Bodenfeldes Bürgermeister Gerald Wucherpfennig am Freitag gegenüber der Sollinger Allgemeinen.

Eigentlich wollte der Rathaus-Chef am Donnerstagabend in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates über die Baustelle berichten und den Rat über die Ausführungsplanung abstimmen lassen. Doch die Sitzung im Feuerwehrhaus wurde beendet, bevor sie angefangen hat.

Sechs Zuhörer und nur sieben von 15 Ratsmitgliedern (einschließlich Bürgermeister) waren erschienen. Damit war der Rat nicht beschlussfähig, und die Sitzung wurde abgesetzt. Nicht alle, die fehlten, hatten sich abgemeldet, bedauerte Wucherpfennig. Grund sei seiner Einschätzung nach aber kein Desinteresse an der Ratsarbeit. Etliche Ratsmitglieder seien schlichtweg erkrankt.

Jetzt soll die letzte öffentliche Sitzung dieses Jahres des Gemeinderates am Donnerstag, 22. Dezember, ab 19 Uhr mit gleicher Tagesordnung im Feuerwehrhaus stattfinden. Wucherpfennig hofft, dass man dann beschlussfähig sei, damit über den inzwischen vorliegende Ausführungsplan abgestimmt werden könne.

Abholort für die Müllabfuhr: Anwohner des voll gesperrten Bereichs der Bleekstraße müssen ihren Müll für die Abholung zu einem Sammelpunkt bringen.
Abholort für die Müllabfuhr: Anwohner des voll gesperrten Bereichs der Bleekstraße müssen ihren Müll für die Abholung zu einem Sammelpunkt bringen. © Jürgen Dumnitz

Nach den ersten Wochen mit der Großbaustelle im Ort – das Land Niedersachsen lässt über eine Sondermaßnahme die 1,9 Kilometer lange Ortsdurchfahrt der Landesstraße 551 vom Holzkohlewerk bis zum Ende der Amelither Straße in mehreren Bauabschnitten über voraussichtlich drei Jahre Bauzeit für sieben Millionen Euro erneuern – habe man sich mit der Situation arrangiert, sagt der Bürgermeister.

Probleme gab es zunächst mit in Seitenstraßen abgestellten Autos von Anliegern. Da habe man sich geeinigt, damit die engen Straßen nicht unnötig vollgestellt und dadurch vielleicht ein Durchkommen von Rettungsfahrzeugen behindert worden wäre. Auf Werbetafeln an am Freitag aufgestellten Absperrgittern wollen Gewerbetreibende aus dem Baustellenbereich des ersten Bauabschnitts vom Salzkotten über die Bleekstraße bis zur Mühlenstraße für die Erreichbarkeit ihrer Geschäfte werben.

Auf HNA-Nachfrage bestätigte Florian Reschke vom Polizeikommissariat Uslar, dass man den mit einem Schild „Anlieger frei“ versehenen Baustellenbereich nutzen darf, wenn man ein Anliegen habe. Etwa den Friseurbesuch, den Besuch eines Cafés oder eines Geschäfts. Selbst Verwandtschaftsbesuche seien möglich. Kein Durchkommen ist jedoch in Bereichen, wo die Bauarbeiter arbeiten. Da gelte die Vollsperrung.

Geschäftsinhaber im Baustellenbereich beklagen inzwischen Umsatzrückgänge. Laut Berith Fischer vom Café Ambiente sei ein Grund, dass auswärtige Besucher von der weiträumig ausgeschilderten Umleitungssituation verunsichert seien, weil es da heißt, dass die Ortsdurchfahrt Bodenfelde gesperrt sei. „Die fahren Bodenfelde dann erst gar nicht an“, so Fischer. Begrüßenswert sei, dass die Werbemöglichkeit an den Bauzäunen ermöglicht wurde. An Wartezeiten vor den Ampeln an der als Umleitung ausgeschilderten Mühlenstraße muss man sich gewöhnen. Da gilt die Einbahnregelung noch für lange Zeit.

Von Jürgen Dumnitz

Anlieger frei: Die Baustellenbereiche, in denen keine Vollsperrung wegen aktiver Arbeiten gilt, darf man fahren. Das aufgestellte Schild sorgt bisweilen für Irritationen bei den Verkehrsteilnehmern, doch wer ein Anliegen hat, darf reinfahren.
Anlieger frei: Die Baustellenbereiche, in denen keine Vollsperrung wegen aktiver Arbeiten gilt, darf man fahren. Das aufgestellte Schild sorgt bisweilen für Irritationen bei den Verkehrsteilnehmern, doch wer ein Anliegen hat, darf reinfahren. © Jürgen Dumnitz

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