Landesforsten-Präsident Klaus Merker lobt Einsatz für die Natur im Mecklenbruch

Vorzeigemoor im Solling

Bewässerungs-Regulierung im Hochmoor Mecklenbruch: Waldökologe Ulrich Schlette (vorn) zeigte Landesforsten-Präsident Klaus Merker und Forstamtsleiter Walter Hennecke (rechts) das Rohrsystem für den Wasserstandsausgleich. Foto: Dumnitz

Silberborn. Das vermutlich 4300 Jahre alte Hochmoor am Mecklenbruch im Hochsolling bei Silberborn darf wieder ungestört wachsen. Durch 90.000 Euro teure Renaturierungsmaßnahmen wurden die Sünden durch Entwässerungsgräben, den Torfabbau noch bis in die 1950er-Jahre hinein und die Bewaldung jetzt laut Expertenmeinung weitgehend ausgebügelt.

Am Dienstag nahm Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten (Braunschweig), das 50 Hektar große Naturschutz-Areal im Solling in Augenschein. Pro Jahr werde das ausschließlich von Niederschlägen abhängige Moor nach Abschluss der Maßnahmen vermutlich um einen Millimeter wachsen, sagte der Waldökologe Ulrich Schlette vom Forstamt Neuhaus, der seit April 2009 wissenschaftlich vom Biologen und Moor-Kundler Dr. Gerfried Caspers vom Landesamt für Bergbau (Hannover) beraten wurde.

Vorzeigemoor im Solling

 © HNA/Dumnitz
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So wurden beispielsweise Entwässerungs- und Schlitzgräben verschlossen, um das Regenwasser länger in der Moorfläche zu halten.

Außerdem wurden in Handarbeit nicht standortgerechte Büsche und Bäumchen abgesägt und aus dem Moorgebiet heraustransportiert. Ein Hubschrauber beförderte in einem 33 000 Euro teueren Einsatz größere Birken und Fichten aus dem Moorgebiet ab, und derzeit legt ein Spezialbagger Dämme für integrierte Wasserspeicher an den alten Abbauvortrieben auf dem moorig-wackeligen Grund an.

In kleinen Schritten werde seit 20 Jahren an der Renaturierung des „Vorzeigemoores im Hochsolling“ gearbeitet, sagte Schlette. Erste Erfolge der Bemühungen sei die Ansiedlung bestimmter moortypischer Pflanzen und die Rückkehr der arktischen Smaragdlibelle, die als vom aussterben bedrohte Tierart gilt, hieß es in Silberborn.

Jetzt soll Ruhe im Moor einkehren. Acht Messpegel auf dem Areal sollen den Experten Aufschluss über Veränderungen im Untergrund und den Wasserstand geben.

Touristischer Baustein

Laut Schätzung von Kurt Hapke, Geschäftsführer des Naturparks Solling-Vogler (Neuhaus), und Silberborns Ortsbürgermeister Wolfgang Peter, besuchen das Hochmoor jährlich bis zu 20 000 Menschen. Diese werden über Stege durch das Naturschutzgebiet im Mecklenbruch geleitet. Außerdem werden regelmäßig Führungen über den Naturpark (Tel. 05536-1313) durch das am besten erhaltene Moor des niedersächsischen Berglandes angeboten.

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