Junggesellenclub Bollensen ehrt die Neujahrsbock-Wickler und sorgt für Nachwuchs

Wickeln will gelernt sein

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Die Wickler und der Neujahrsbock in Bollensen: Karl Voges (von links), Polizist Viktor Poppe, Bockführer Arno Warnecke, Fabian Voges (hinten), Polizist Lukas Bauer, Kevin Götemann als Neujahrsbock, Harald Meyer, Dirk Meier als Clown, Klaus-Dieter Fraeter, Arno Küchemann, Christian Kirchhoff als Wurstefrau und Gottfried Exner.

Bollensen. Die Bollenser sind zum Jahreswechsel mit Bräuchen gesegnet wie kein anderes Dorf weit und breit. Silvester ziehen zwei Neujahrsböcke durch das Dorf und vertreiben das alte Jahr. Tagsdrauf geht im Albert-Wegner-Gemeinschaftshaus beim Neujahrsrasieren die Post ab.

Dass die Traditionsveranstaltungen zum Jahreswechsel bestehen bleiben, dafür sorgt in Bollensen hauptsächlich der Junggesellenclub. Der kümmert sich um den Neujahrsbock der Erwachsenen und das Neujahrsrasieren. Den Neujahrsbock am Mittag organisieren die Jugendlichen. Früher waren das immer die Konfirmanden.

Um die Mittagszeit fällt übrigens erst die Entscheidung, wer denn beim Neujahrsbock als Darsteller mitgeht. Das ist in Bollensen wie folgt festgelegt: Der Neujahrsbock vertreibt die Geister des alten Jahres, der Bockführer hält ihn im Zaum, der Clown sorgt für Schabernack unter den Leuten, der Polizist sammelt mit einer Spardose Geld ein, Wurstefrau und -mann sammeln Würste und andere Spenden ein.

Drei Stunden Herrichten

Doch bevor es so weit ist, muss der Neujahrsbock erst hergerichtet werden. In Bollensen wird er wie im Nachbardorf Dinkelhausen mit Stroh eingewickelt. Das drehen die Bollenser Bockwickler mit einer eigens entwickelten Technik mit Strohbändern zu einem Gewand. Damit diese Wickeltechnik nicht vergessen wird, kümmern sich die Junggesellen schon jetzt um Nachwuchs-Wickler. Denn: Klaus-Dieter Fraeter, Arno Küchemann und Karl Voges wickeln den Bock in Bollensen schon seit 35 Jahren. Junggesellenpräseident Florian Diedler ehrte das Wickler-Trio Silvester mit Geschenken: Sie bekamen Taschenmesser mit Gravur.

Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen

Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
 © Schneider/HNA
Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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Neujahrsböcke in Bollensen und Wiensen
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„Ohne Euch würde es diesen schönen Neujahrsbock nicht geben“, lobte Diedler bei der Ehrung. Er hoffe zudem, dass alle Drei nicht aufhören. „Das ist wie bei der Rente und geht erst mit 67 Jahren“, lautete ein Zwischenruf, bevor die Wickler zusagten, weiterhin zu wickeln.

Gleichwohl beugen die Bollenser vor und lernen Nachwuchswickler an. Fabian Voges hat erstmals mitgewickelt, Gottfried Exner und Harald Meyer gehören außerdem zu den auserkorenen Neujahrsbock-Wicklern.

Drei Stunden dauert das Procedere, danach ist die Truppe fast nochmal so lange im Dorf von Haus zu Haus unterwegs. Einmal hat das den Neujahrsbock tatsächlich konditionell überfordert. Der wurde dann mit einem Einachser durchs Dorf gefahren. Schlimmes passiert ist bisher nie, Probleme gab es höchstens bei schlechtem Wetter wie Regen oder Glatteis.

Früher ging übrigens immer auch einer mit einer Peitsche hinterher und verpasste dem ein oder anderen Schläge. Heute gehört zur Nachhut ein Bollerwagen mit Feuerlöscher. Geblieben ist der Brauch, sich ein wenig Stroh vom Neujahrsbock abzureißen, es zu verbrennen oder einen Halm ins Portemonnaie zu legen. Das bringt Glück, sagten die Bockwickler und zeigten auf die Strohhalme in ihren Geldbörsen.

Stichwort: Der Bollenser Junggesellenclub

Der Bollenser Junggesellenclub kümmert sich im Dorf um die Traditionsveranstaltungen des Neujahrsbocks und des Neujahrsrasierens sowie den Osterfrühschoppen und das Spanferkelgrillen zu Pfingsten.

Eine Woche nach Neujahr werden alle Helfer zum Wursteessen eingeladen. Die vom Club begonnenen Oktoberfest-Partys sind an den Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses abgegeben worden.

In diesem Jahr feiert der Club, der zurzeit 43 Mitglieder (mit steigender Tendenz) hat, sein 55-jähriges Bestehen. Dazu ist am 30. Juni eine Cocktailparty auf dem Vereinsgelände an der Schweineweide geplant. (fsd)

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