Bürgerinitiative fordert die für Juni angekündigten Informationen

Windrad-Gegner in Fürstenhagen warten

Die Fotomontage macht´s möglich: Sie sieht der Schiffberg bei Fürstenhgagen aus, wenn dort die geplanten drei Windräder gebaut werden. Das Foto lieferte die Bürgerinitiative gegen die Windräder. Foto:  nh

Fürstenhagen. Die Bürgerinitiative gegen den geplanten Windradbau in Fürstenhagen (BI pro Fürstenhagen) geht in die Offensive und fordert umgehend Informationen über das Windrad-Projekt am Schiffberg.

Die von der örtlichen Windkraftinitiative für Juni angekündigte Informationsveranstaltung hat noch immer nicht stattgefunden, heißt es in einer Mitteilung.

Die BI schreibt außerdem, dass sich ein Großteil der Bürger nicht nur von der Erbauergruppe, sondern auch von Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Elias und der Uslarer Politik verschaukelt fühle, weil es keine Informationen gebe. Die Bürgerinitiative erinnert, dass im April im Ortsrat von den Erbauern das Projekt vorgestellt wurde, auf dem Schiffberg drei 185 Meter Hohe Windräder zu errichten.

Damals seien viele Bürger überrascht und vor vollendete Tatsachen gestellt worden. So habe sich schnell die Bürgerinitiative gegen den Windradbau gegründet. Fast 70 Bürger haben nach Angaben der BI gegen das Projekt unterschrieben. Und sie habe in alle Richtungen bezüglich Windradbau bei Ämtern und Behörden, von Uslar über Northeim und Hannover bis zu Bundesbehörden in Berlin recherchiert. Das Fazit der BI: Der Anlagenbau in Fürstenhagen sei keineswegs gesichert, und auch Investitionen in der gesamten Windradbranche seien zu überdenken, heißt es. Unter anderem verweist die BI auf den HNA-Bericht vom 19. September mit dem Titel „Branche ringt um Zukunft“.

Als erstaunlich bezeichnet die BI den Umgang des Stadtrates mit dem Dorf Fürstenhagen: Es seien in verschiedenen Gremien über die Köpfe der Bürger hinweg „Entscheidungen mit gravierenden Folgen“ getroffen worden, die so nicht hinzunehmen seien. Die BI erinnert an den Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss, der sich am 26. Juni für die Unterstützung der Fürstenhagener Bauvorhaben ausgesprochen habe. Diese Information sei den Fürstenhagener Bürgern aber nicht mitgeteilt worden.

Die BI schreibt: „Erst als das Protokoll der Sitzung Anfang September im Internet erschien, erfuhren die Bürger davon. Viele Fürstenhagener Bürger sind erschüttert über diese Vorgehensweise und fordern endlich genaue Informationen seitens der Erbauer und der Uslarer Politik.“ (fsd)

Die Informationsveranstaltung zur Windkraftanlage auf dem Schiffberg bei Fürstenhagen soll auf jeden Fall noch stattfinden. Das versichern die Initiatoren der Windkraftanlage. Die Untersuchungen und Gutachten, die sie für das Projekt in Auftrag gegeben haben, seien noch nicht abgeschlossen. Erst wenn alle Unterlagen vorliegen, werden die Bürger informiert, hieß es auf Anfrage bei den Initiatoren.

Zudem verweist die Windenergie-Initiative Fürstenhagen, wie sich die Gruppe nennt, darauf, dass sie inzwischen sehr wohl die Bürger informiert habe. Zum einen habe Anfang Juni eine Busfahrt zur Besichtigung einer Windkraftanlage in Teistungen stattgefunden. Zum anderen gab es im Juli einen Infobrief an die Bürger Fürstenhagens.

Darin steht bereits, dass noch nicht alle Unterlagen zur Verfügung stünden und der Termin nicht mehr vor den Ferien stattfinden könne. Inzwischen dauere alles noch länger, weil zum Beispiel Vogelschutzgutachten und Fledermausgutachten erst noch der Vogelschutzwarte vorgelegt werden müssten.

Die Sprecher der Windkrafternergie-Initiative versicherten, erst abzuwarten, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen. Dann erst könne man die Bürger informieren. Und sie zeigen sich nach wie vor zuversichtlich, was ihren Bürgerwindpark auf dem Schiffberg angeht. Ziel sei eine günstige Stromerzeugung aus regenerativer Energie in Bürgerhand mit der Perspektive der späteren Direktvermarktung. Die Gruppe führt außerdem das Argument auf, selbst aktiv zu werden, bevor auswärtige Investoren kämen.

Bei der Bürgerbeteiligung an der geplanten Bürgerwindkraft Fürstenhagen GmbH & Co. KG ist die Mindesteinlage für Anwohner aus Fürstenhagen auf 500 Euro reduziert worden, um ihnen die Einstiegsschwelle zu erleichtern. Es gebe bereits zahlreiche Anfrage von Einheimischen. Für alle anderen Anleger sei eine Mindestbeteiligung von 5000 Euro vorgesehen.

Die Windrad-Planer berichten ferner, dass die Stadtwerke Uslar Interesse bekundet hätten und man sich dort eine Beteiligung gut vorstellen könne. Zunächst aber müssten die Ergebnis der Voruntersuchungen und Gutachten vorliegen. An denen werde sich alles orientieren. Danach folge die angekündigte Informationsveranstaltung, danach der Bau-Antrag, hieß es zum geplanten Vorgehen. (fsd)

Das sagt der Ortsbürgermeister

Den Vorwurf der Windrad-Gegner, nicht ausreichend über das Windrad-Projekt zu informieren, hat Fürstenhagens Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Elias (CDU) zurückgewiesen: So lange kein Antrag vorliege, könne die Politik nicht tätig werden. Erst bei einem beantragten Projekt folge die Beteiligung der Stadt.

Der Ortsbürgermeister erinnerte an den Werdegang: Die Betreiber hatten sich im Winter bei ihm gemeldet. Das sei im Ortsrat im April dann als Informationsveranstaltung behandelt worden, damit die Bürger über die bis dato vorliegende Planung im Bilde seien.

Beim zuständigen Landkreis liege bis auf eine Bauvoranfrage nichts vor, berichtet Elias. Zuletzt habe es eine Antragskonferenz beim Landkreis gegeben, in der beraten wurde, was der Landkreis als Genehmigungsbehörde zu berücksichtigen habe, wenn der Bauantrag gestellt werde.

Er sehe derzeit als Ortsbürgermeister keinen Anlass einzuschreiten. Zur Abstimmung der CDU im Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss in Uslar berichtet Elias, dass es sich um eine Abstimmung über den Antrag der SPD gehandelt habe, im Uslarer Stadtgebiet Windenergie-Gebiete auszuweisen. Die CDU lehne das ab, weil dafür eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich sei, die nicht unter 120 000 Euro kosten würde. Das könne sich die Stadt nicht leisten. Diese Untersuchungen müssen die Windkraftbetreiber daher selbst bezahlen, erklärte der Ortsbürgermeister, der auch dem Stadtrat angehört. (fsd)

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