Zwangspause für die Wahmbecker Fähre: Tüv stellte zu viele Mängel fest

Ab dem heutigen Samstag auf unbestimmte Zeit außer Betrieb: Die Gierseilfähre, die zwischen Wahmbeck und Gewissenruh über die Weser übersetzt. An den zwei Masten für die Seilanlage haben Tüv-Ingenieure starke Schäden durch Rost festgestellt. Foto: Dumnitz

Bodenfelde. Am Samstag muss der Betrieb der Wahmbecker Weserfähre auf unbestimmte Zeit eingestellt werden. Nachdem der Tüv Hannover Anfang der Woche die Gierseilanlage, an der das Fährschiff hängt, kontrollieren wollte, stellten die Ingenieure bereits an beiden Stahlmasten Roststellen fest und verzichteten auf die Seilprüfung.

Jetzt liegt der Tüv-Bericht dem Bürgermeister Mirko von Pietrowski vor. Der entschied, dass der Betrieb aus Sicherheitsgründen sofort eingestellt wird. Der Flecken Bodenfelde ist Eigentümer der 35-Tonnen-Fähre, die für den Betrieb an Fährmann Oliver Petersen verpachtet ist. Für Petersen bedeutet das jetzt Zwangspause.

Die Verwaltung des Fleckens will - wie vom Tüv gefordert - die Farbe von den Metallmasten sandstrahlen und die Rostschäden dann von einem Fachmann begutachten lassen.

Rost am Mastkopf: Die Spitze der beiden Masten soll genauer untersucht werden. Foto: Dumnitz

Die Verwaltung sei bemüht, schnell eine Firma zu finden, die das erledigen könne, damit es Klarheit für das weitere Vorgehen gebe. Wenn man wisse, was zu tun ist und wie teuer alles wird, soll die Lokalpolitik entscheiden. Laut Bürgermeister muss der Flecken vermutlich weit über 10.000 Euro für die Reparatur der Masten an der Fähranlage ausgeben. Von Pietrowski glaubt schon, dass die Ratsmitglieder sich für die Investition aussprechen, um den Betrieb der Fähre sicherzustellen.

In den Wintermonaten war das Fährschiff in Hann. Münden zur technischen Überprüfung. Die Forderungen für einen Betrieb des Fährschiffes seien zwischenzeitlich erfüllt worden, sagte Pietrowski. Dafür hat die Gemeinde bisher rund 5000 Euro ausgegeben.

Betrieben werden könne die Fähre aber nur, wenn die komplette Anlage in Ordnung sei und es keine Bedenken auf Grundlage der Binnenschiffsuntersuchungsordnung gebe. Ingenieur Frank Rohland vom Tüv Nord in Hannover bemängelt, dass an den Abspannseilen und den Rückhalteseilen die Befestigungen korridiert und leicht verbogen sind. Rost gebe es auch an den Kettenbefestigungen.

Die Abspannmasten an beiden Seiten des Weser-Ufers seien zudem beschädigt, verformt und rostig. Das gelte auch für die Verbindung von Tragmast und Seil. Beide Pylone weisen demnach massive Korrosionsschäden auf, dass „es gegen den Weiterbetrieb der Fähre sicherheitstechnische Bedenken“ gibt, heißt es vom Tüv.

Zudem seien laut Tüv-Bericht die Verbindungselemente (Hauptbolzen, Laschen, Nieten) stark korrodiert und müssten deshalb ausgetauscht werden.

Von Jürgen Dumnitz

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