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Zwei Volpriehäuser helfen - Stephan Ilse und Henrik Schwarz im Konvoi nach Rumänien

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Bescherung in Rumänien: Diese beiden Kinder seien freudig ergriffen gewesen über die Geschenke, die unter anderem Henrik Schwarz und Stephan Ilse in einem Kindergarten in Rumänien verteilt haben. Fotos. Henrik Schwarz/nh
Bescherung in Rumänien: Diese beiden Kinder seien freudig ergriffen gewesen wegen der Geschenke, die unter anderem Henrik Schwarz und Stephan Ilse in einem Kindergarten in Rumänien verteilt haben. Fotos. Henrik Schwarz/nh © Henrik Schwarz/nh

Volpriehausen – Ihre Leidenschaft fürs Lkw-Fahren verbindet die beiden Volpriehäuser Stephan Ilse (60) und seinen Nachbarn Henrik Schwarz (34). Beide waren Anfang des Jahres schon bei Hilfsaktionen beteiligt. Schwarz transportierte mit seinem Bus Ukraine-Flüchtlinge, Ilse lieferte mit einem 40 Tonner Hilfsgüter nach Moldawien.

Jetzt waren die beiden Männer zusammen mit einem Lastwagen erneut unterwegs. Zwölf Tage lang in einem Hilfskonvoi mit 35 Sattelzügen und sechs Reisebussen mit insgesamt 280 Personen von Hanau bis ins 1800 Kilometer entfernte Sfântu Gheorghe, der Hauptstadt des Kreises Covasna in Rumänien. Geladen hatte das Duo auf dem von einer Spedition aus Osnabrück über die Organisation Round Table zur Verfügung gestellten Lastwagen 6000 Weihnachtsgeschenke.

Die beiden hilfsbereiten Volpriehäuser schlossen sich freiwillig dem Weihnachtspäckchen-Konvoi bis nach Arad, einer Großstadt im Westen Rumäniens nahe der ungarischen Grenze an. Von da aus ging es in kleinen Gruppen weiter an die Zielorte. Bundesweit seien 132 000 Päckchen gesammelt und in mehrere Länder in Osteuropa transportiert worden, berichtet Ilse, der Polizist ist und leidenschaftlich gern Lkw fährt. Pakete seien in Rumänien, Moldawien, Bulgarien und an ukrainische Kinder in polnischen Flüchtlingsunterkünften verteilt worden.

Als die Volpriehäuser an ihrem Zielort ankamen, war über die Organisation Round Table bereits die Verteilung organisiert. Vom Lkw wurden die Päckchen unter Aufsicht von Scouts in Kleintransporter verladen und dann von den Helferinnen und Helfern der Caritas teilweise unter Polizeischutz in Grundschulen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen direkt an die Kinder verteilt worden.

Er sei teilweise sehr ergriffen gewesen ob des Elends, in denen die Menschen und vor allem die Kinder leben, sagte Stephan Ilse. Er habe eine große Dankbarkeit in den strahlenden Kinderaugen, die vom kargen Alltagsleben gezeichnet waren, gesehen. Rührende Szenen habe es gegeben, mit Umarmungen und teils flossen auch Tränen.

Engagiertes Helferteam: Henrik Schwarz und Stephan Ilse auf dem Weihnachtsmarkt in Arad/Rumänien.
Engagiertes Helferteam: Henrik Schwarz und Stephan Ilse auf dem Weihnachtsmarkt in Arad/Rumänien. © Henrik Schwarz/nh

Die Geschenkpakete seien meist mit Spielzeug gefüllt gewesen und mit Süßigkeiten und Hygieneartikel ergänzt worden. Helfer von Round Table haben ebenso wie Ilse und Schwarz beim Auspacken zugesehen und teils mit den Beschenkten sogar zusammen gespielt.

Für Henrik Schwarz sei es nach all der Mühe am schönsten gewesen, hautnah zu erleben, wie viele Ehrenamtliche sich engagiert und über ihren Tellerrand hinweg geschaut und den Menschen einfach geholfen haben.

Alle Kosten für die Fahrt und Unterkunft wurden über die Round Table-Organisation bezahlt, Schwarz und Ilse steuerten dennoch 300 Euro für Kleidung und Verpflegung selbst mit bei. Aber der Einsatz habe sich gelohnt, hieß es am Ende der Reise in Volpriehausen. Nachdem der Laster wieder in Osnabrück abgegeben war, stand fest: Beide sind auch im kommenden Jahr wieder dabei.

Internet: weihnachtspaeckchenkonvoi.de

Von Jürgen Dumnitz

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