Waldbesucher müssen auf Absperrungen achten

Borkenkäfer: Fällarbeiten in den Upländer Wäldern

Viel los auf Upländer Wegen: Ein sogenannter Forwarder holt die vom Harvester gefällten Stämme aus dem Wald an die Forststraße. Waldbesucher müssen sich auf spontane Sperrungen einstellen.
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Viel los auf Upländer Wegen: Ein sogenannter Forwarder holt die vom Harvester gefällten Stämme aus dem Wald an die Forststraße. Waldbesucher müssen sich auf spontane Sperrungen einstellen.

Die Borkenkäfer-Plage trifft dieses Jahr verstärkt auch das Upland. Um schlimmeres zu verhindern, sind Arbeiten nötig, auf die sich Waldbesucher einstellen müssen.

  • In Folge dreier trockener, heißer Jahr befallen Borkenkäfer Fichten-Populationen.
  • Dieses Jahr treten sie verstärkt auch im Upland auf, frisch befallene Bäume werde gesucht und gefällt.
  • Dafür sind Arbeiten im ganzen Upland nötig, auf die Wanderer und Radfahrer in Willingen und Ortsteilen sich einstellen müssen.

Willingen (Upland) – Trotz des kalten und feuchten Wetters hat sich die Borkenkäfer-Population bislang nicht verringert – und in den Hochlagen des Uplands ist der Befall sogar größer als im Vorjahr, teilt die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH mit. Zum Schutz der großen Fichtenbestände im Upland wird nun versucht, frisch befallene Bäume zu entnehmen. „Eine gewaltige Herausforderung“, sagt Hendrik Block, Geschäftsführer der Kommunalwald-GmbH. Zehn Harvester sind im Upland unterwegs, was sich auf Besucher des Waldes auswirkt.

Seit drei Jahren werden Fichtenwälder von Borkenkäfer-Populationen geplagt. Im Upland geschehe das nun zeitverzögert, sie seien aus den unteren Lagen hochgedrängt. „Wir wollen vermeiden, was in Brilon schon geschehen ist: Da stehen ganze Hänge ohne Bäume leer“, sagt Block. Das wäre für Landschaftsbild und Tourismus in Willingen ein schwerer Schaden, aber auch für das Klima sowie die Qualität des Bodens und seine Fähigkeit, Grundwasser einzuleiten. Auch aus wirtschaftlichen Zwecken soll der Wald erhalten werden – Holz sei ein wichtiger Rohstoff und es sei besser, ihn vor Ort an- und abzubauen als ihn zu importieren.

Anfang Juni flogen die Käfer aus, die im Boden überwintert hatten. „Jetzt ergibt es keinen Sinn, die abgestorbenen Bäume zu fällen, sondern die grünen, in die sie frisch reingeflogen sind“, erklärt Block. Nach der Eiablage sind sechs Wochen Zeit, um die befallenen Bäume zu finden und aus dem Wald zu fahren – oder die nächsten sind an der Reihe.

Biker und Wanderer müssen im Upländer Wald auf Absperrungen achten

Dafür wird mit Hochdruck im gesamten Upland gearbeitet. Das wirkt sich auch für Radfahrer und Wanderer aus, die sich auf oft sehr spontane Wegsperrungen einstellen müssen: „Bei Massenbefall an allen Ecken ist es schwierig, Umleitungen auszuschildern“, bittet Veit Engemann um Verständnis, Revierleiter im Stryck. „Der Käfer bestimmt, wo wir Holz machen müssen“, fügt Hendrik Block hinzu. Nach Möglichkeit sollen die Arbeiten nach Waldgebieten gestaffelt werden und in Absprache mit den Touristikern Umleitungen eingerichtet werden – aber das sei nicht immer möglich.

Die beiden appellieren, sich unbedingt an die im Wald aufgestellten Absperrungen zu halten: Der Fahrer eines Harvesters nehme Wanderer nicht unbedingt wahr – und eine Fichte fällt schon mal mit zwei- oder dreifacher Baumlänge, reißt manchmal eine weitere um. Angesichts von Hindernissen und Löchern auf den Wegen sei nicht überall sicheren Fußes durchzukommen. Große Maschinen sind unterwegs, Baumstücke und Steine können abrollen. Block bittet, das ganze auch aus Sicht der Forstarbeiter zu betrachten: Jemanden mit einem Baum zu treffen, sei ein schreckliches Szenario.

Klar ist auch: „Die Wege leiden.“ Wenn die Arbeiten beendet sind und das Holz abtransportiert wurde, müssen sie abgezogen und in stand gesetzt werden. Für eine weitere Unannehmlichkeit bittet Forstunternehmer Matthias Möller um Verständnis: Auf Parkplätzen kommt es zu Verschmutzungen, weil die Waldfahrzeuge dort das Holz auf die nicht geländefähigen Straßen-Lkw umladen.

Ziel sei, den Hauptteil der Arbeiten vor den Sommerferien zu erledigen, sagt Block – was wohl nicht ganz gelingen werde. Aber hoffentlich ließe sich durch das Vorgehen eine zweite Welle an Arbeiten vermeiden und die Ausbreitung des Borkenkäfers verlangsamen: Nach den Dürre-Jahren brauche es mehrere Jahre wie das aktuelle, um die Lage zu normalisieren. (wf)

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