Schützengesellschaft Usseln baut um

Die „Hölle“ in Usseln wird zum Dorf- und Vereinstreff

Gemütlich wird es in der „Hölle“, welche die Usselner Schützengesellschaft derzeit umbaut. Dazu gehören auch historische Ansichten, wie Ralf Heine zeigt.
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Gemütlich wird es in der „Hölle“, welche die Usselner Schützengesellschaft derzeit umbaut. Dazu gehören auch historische Ansichten, wie Ralf Heine zeigt.

Die „Hölle“ in Usseln hat eine lange Geschichte – nun steht ein neues Kapitel an: Die Schützengesellschaft baut einen Dorf- und Vereinstreff.

Willingen-Usseln – Die „Hölle“ war eine gut besuchte Kegelbahn und ein Ort für legendäre Feten, zuletzt aber wurde sie zum Sanierungsobjekt: Feuchtigkeit setzte den Räumen im Untergeschoss der Usselner Schützenhalle zu. Die Schützengesellschaft stand vor der Wahl: Dicht machen oder etwas neues erschaffen, erklärt Vorsitzender Ralf Heine. Sie entschied sich für letzteres: Ein Dorf- und Vereinstreff entsteht.

Es gebe im Ort wenig Gaststätten, die kein Speiserestaurant sind: Etwa für Vorstandssitzungen sowie kleine Versammlungen und Feiern soll der neue Treff mit 40 Sitzplätzen sich anbieten. Er stehe allen Usselner Vereinen offen, erläutert Heine.

1500 Stunden Eigenleistung stecken bislang in dem Projekt, es werden wohl 2000, bevor die neugestaltete „Hölle“ gegen Ende des Sommers fertig sein kann. Unterstützt wird das mit Mitteln aus der Dorf- und Regionalförderung. Auch die Gemeinde Willingen und die Brauerei Veltins fördern das Projekt finanziell. Bislang haben 51 Schützenbrüder von Jugendlichen bis Senioren in der ein oder anderen Form mitgeholfen – wegen der Pandemie und den Kontaktbeschränkungen geht die Arbeit langsamer voran, als es normal möglich wäre.

Aber mit Klempnern, Fließenlegern und Malern ist viel selbst zu schaffen. Besonders hebt Ralf Heine den Schützenbruder Axel Hummert hervor: Der Architekt aus Pulheim bei Köln brachte sich beim Entfernen der alten Substanz, beim Zeichnen der neuen Pläne und beim Aussuchen der Materialien ins Projekt ein.

Im August begannen die Abrissarbeiten: Wände, Böden Theke und Kegelbahn wurden entfernt. Dabei zeigte sich, dass die Feuchtigkeit noch weiter verbreitet war als gedacht. Der alte Boden lag direkt auf dem Erdreich – nun gibt es eine Gussasphaltschicht und Drainagen. Auch die Wände wurden so gestaltet, dass Feuchtigkeit sich nicht wieder ausbreitet, die neue Decke ist ebenfalls gedämmt. Heizung, Thekenbau, Türen und einige Schreinerarbeiten werden extern vergeben.

Insgesamt zwei Kilometer Kabel wurden verlegt, darunter auch welche für LAN und HDMI. Eine Halterung soll außerdem einem Beamer Platz bieten. Der Charakter als „Hölle“ soll erhalten bleiben, die Farbgebung ist dunkel – aber es soll viel Licht in den Raum kommen. Großformatige Bilder etwa vom Schützenfest schmücken den künftigen Treffpunkt.

Die „Hölle“ wurde in den 1920er Jahren an die Schützenhalle angebaut: Zuvor wurde in der Schützenhalle eine Kegelbahn noch nach Bedarf auf- und abgebaut. Sie lief noch im Handbetrieb, in dem sich Kinder für das Stellen der Kegel ein paar Pfennige verdienten. Mit Einrichtung der Hölle gab es feste Kegelbahnen, in den 1970er und 1980er Jahren war noch täglich mindestens ein Club da. Zuletzt gab es nur noch einen einzigen. Die Kegelbahn weicht nun einer der Sitzecken und der Technik.

Den Teil der „Hölle“ unter dem Eingang der Schützenhalle hatte der Usselner Burschenclub bereits in den 1990er Jahren saniert und für die „Höllenfeten“ genutzt. Auch er soll wieder auf Vordermann gebracht werden, damit beide Teile gemeinsam vermietet werden können. (wf)

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