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Diskussionen über Fußgängerbrücke zwischen Willinger Hauptstraße und Ettelsberg

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Von: Wilhelm Figge

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Eine Abkürzung zwischen Willinger Hauptstraße und Ettelsberg soll die Fußgängerbrücke bieten.
Eine Abkürzung zwischen Willinger Hauptstraße und Ettelsberg soll die Fußgängerbrücke bieten. © pr

Letzte Details wurden geklärt, eigentlich könnte die in Willingen geplante Fußgängerbrücke ausgeschrieben werden. Vertreter einer Fraktion hatten Bedenken.

Willingen – Die Fußgängerbrücke, die von Seilbahn und B&B-Hotel über den Bahnhof zur Briloner Straße führen soll, beschäftigt die Willinger Politik vor der nächsten Parlamentssitzung am Montag. Im Haupt- und Finanzausschuss lehnten die Vertreter der Freien Wähler die sonst nicht weiter diskutierte Haushaltssatzung 2023 wegen der Brücke ab.

„Die Fußgängerbrücke, die mit 300 000 Euro im Haushalt für das dieses Jahr steht, hat uns hin- und hergerissen“, erläuterte Friedrich Engelbracht (FW): „Wir sind der Auffassung, dass wir uns bei den Investitionen auf das Lagunenbad konzentrieren sollten.“ Ein Antrag, die Brücke aus dem Haushalt zu streichen, wurde mit sieben zu zwei Stimmen abgelehnt.

Die 300 000 Euro sind ein Teil der über mehrer Jahre verteilten Investition; dem Bauausschuss legte Bauamtsleiter Marc Honekamp eine Kostenberechnung vor: Alles in allem würde die Brücke brutto 2,7 Millionen Euro kosten – 2,47 Millionen für den eigentlichen Bau, der Rest etwa für Ingenieurleistungen und die Regelung des Bahnverkehrs während der Arbeiten.

Mit vier Metern Breite soll die Fußgängerbrücke ausreichend Platz bieten.
Mit vier Metern Breite soll die Fußgängerbrücke ausreichend Platz bieten. © pr

Die Brücke soll wie berichtet Gäste von Ettelsberg und Seilbahn ohne Umweg durch ruhebedürftige Wohngebiete zu den Betrieben an der Briloner Straße leiten; die Parkplätze am Ettelsberg für den Ortskern besser nutzbar machen; und die Anreise per Bahn ins Skigebiet erleichtern. Das Land fördert den Bau mit 680 000 Euro, Betriebe hatten eine Beteiligung mit 200 000 Euro in den Raum gestellt.

Eine Entscheidung – abgesehen von einer etwaigen Änderung im Haushalt – steht nicht mehr an. Die Aufträge könnten ausgeschrieben werden, erklärte Bürgermeister Thomas trachte. Zuletzt hatte die Verwaltung den Auftrag erhalten, die Optik der Brücke filigraner zu gestalten – der Fachwerkbogen wird von in Dreiecken gestellten Stäben gestützt. Marc Honekamp präsentierte die Optik der dünneren und lockerer angeordneten Stäbe.

4,90 Meter lichte Höhe über der Bahnstrecke sind nötig, die Brücke hat zur Bundesstraße hin drei Prozent Gefälle. Die Brauhausgesellschaft, über deren Grundstück die Brücke führt, braucht darunter eine Durchfahrt; das geplante Hotel in der Ladestraße kann direkt an die Brücke angeschlossen werden. Von der Seilbahn her führt eine lange sanfte Steigung auf die Brücke, zur Bundesstraße hin wird eine Rampe installiert.

Den barrierefreien Zugang von der Briloner Straße zur Fußgängerbrücke soll eine Rampe gewährleisten.
Den barrierefreien Zugang von der Briloner Straße zur Fußgängerbrücke soll eine Rampe gewährleisten. © pr

Die Ausschussmitglieder hatten noch einige Detailfragen: Patrick Stöcker (CDU) sorgte sich ums Schneeräumen. Aus Richtung „Zur Hoppecke“ sollte die vier Meter breite Brücke befahrbar sein, stellte Honekamp fest. Friedrich Wilke (FW) fragte nach einer Einhausung, um Lärmbelästigung zu verhindern – das helfe manchen Anwohnern, während die Trichterwirkung andere mehr belaste, erläuterte Honekamp. Dirk Wilke (FDP) fragte schließlich, ob das Geländer der Rampe zur Bundesstraße nicht etwas wuchtig sei: Es ist der Stabkonstruktion auf der Brücke nachempfunden. Das könnte statische Gründe haben, warf Manfred Feistner (SPD) ein. Das Bauamt will das klären und wenn möglich filigraner bauen.

Von Wilhelm Figge

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