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Fläche neben Willinger Rathaus: Parkflächen oder „grüne Oase“ als Optionen

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Von: Wilhelm Figge

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Ob neben dem Willinger Rathaus eine Aufenthalts- oder eine Parkfläche liegen soll, steht zur Debatte.
Ob neben dem Willinger Rathaus eine Aufenthalts- oder eine Parkfläche liegen soll, steht zur Debatte. © Wilhelm Figge

Ein Platz zum Parken oder zum Verweilen: Was die Gemeinde Willingen neben dem Rathaus schaffen sollte, wird weiter diskutiert.

Willingen – Soll die Fläche des abgerissenen Gebäudes neben dem Rathaus weiter Parkplätze bieten oder ein Ruheort mit Kuranlagen-Charakter werden? Die viel diskutierte Frage ist wieder Thema im Parlament.

„Ich bin persönlich der Meinung, dass Willingen es bitter nötig hat, dass das Ortsbild schöner wird, da es im Wettbewerb als führender Tourismus-Ort steht“, erklärte Bürgermeister Thomas Trachte. Die Gemeinde beauftragte eine Landschaftsarchitektin mit einem Entwurf, auf dessen Grundlage ein Förderantrag gestellt wurde. Die Baukosten liegen bei 423.000 Euro – basierend auf alten Kostenschätzungen wurden rund 160.000 Euro Förderung aus dem Leader-Programm zugesagt. Anhand dieses Konzepts begann die Diskussion

Doris Fecke vom Landschaftsarchitektur-Büro Bauer und Fecke aus Salzkotten stellte die Pläne als „neue Ortsmitte“ vor: „Das ist ein Thema, weil es in dem Sinne keine gibt.“ 30 Prozent der Fläche sollen entsiegelt werde, es entstünde ein in weiten Teilen begrünter Platz von 547 Quadratmetern: „Es soll etwas sein, wo etwas blüht.“ Der „Gästetreff“ solle als Ruheort dienen, aber auch kleine Veranstaltungen ermöglichen. Es gäbe Sitzgelegenheiten, eine kleine Spielfläche, eine Ecke, die saisonal dem anliegenden Restaurant angeboten werden könnte, und eine Pergola als Blickfang.

Der für die Förderung vorgelegte Entwurf beinhaltet auch einen weiteren barrierefreien Parkplatz und vier Ladestationen für E-Bikes. Doris Fecke zeigte auch eine Alternative: Der Abschnitt an der Zufahrt der Rathaus-Parkfläche würde für drei weitere Stellplätze genutzt, die Fläche des „Gästetreffs“ würde auf 476 Quadratmeter schrumpfen. Parkplätze würden derweil als versiegelte Flächen nicht gefördert.

Diskussion über Alternativen

Einige Bedenken kamen aus den Reihen der Gemeindevertreter: So fragte Ingolf Schinze (Freie Wähler) unter anderem, ob Pergola, Begrünung und Bänke nicht der Nutzung für Veranstaltungen im Wege stehen. Alles sei abbaubar, erklärte Doris Fecke – aber auch sonst biete der Gästetreff mehr Raum als der Brunnenplatz. Dirk Wilke (FDP) hinterfragte, wie sehr die Gestaltung angesichts der Häuser im Hintergrund wirkt – und wies darauf hin, dass ein Abbau der Pergola wirtschaftlich auch machbar sein müsse. Fraktionskollege Frederic Küthe regte an, die Pergola grundsätzlich zu überdenken, um Platz für Veranstaltungen zu haben. Bürgermeister Trachte erläuterte, dass keine großen Veranstaltungen vorgesehen sind. Der Adventskalender etwa sei eher im Kurpark gewünscht. Er sprach sich für die Pergola aus, die für Optik und Funktion des Platzes wichtig sei.

Thorsten Kesper (SPD) erklärte, bei der Nutzung des Platzes zuerst unentschieden gewesen zu sein. Nun sei er „ein Befürworter der grünen Oase“. Größere Städte zielten darauf, Fußgängern mehr zu bieten und weniger Autos zu locken – die Tendenz sei in Willingen ähnlich.

Kesper wie Trachte verwiesen auf die Verkehrsprobleme an der Kreuzung zwischen Waldecker, Briloner und Schwalefelder Straße: Im Programm „Zukunft Innenstadt“ soll nach Lösungen gesucht werden, der Brunnenplatz könnte deshalb kleiner werden – ein Argument für einen neuen Freiraum. Das Parkplätze nötig sind, betonten beide – der Bau der Fußgängerbrücke zwischen Bahnhof und Ettelsberg rücke immerhin die dortigen Stellflächen der Gemeinde näher ans Zentrum.

Wie von den Ausschüssen empfohlen, beschloss das Parlament letztlich einstimmig, den Sperrvermerk für die Haushaltsmittel aufzuheben und zur nächsten Sitzung weitere Alternativen samt Kosten vorzulegen.

Die Gemeinde hatte 2018 beschlossen, das Gebäude zu kaufen. Diskussionen über die Nutzung gab es früh, 2020 wurde es dann abgerissen. (wf)

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