Fußball-Verbandsliga

Gefundene Balance halten: SC Willingen reist mit breiterer Brust nach Gudensberg

Finden seine Bälle nun wieder öfter den Weg hinter die Torlinie: Der Willinger Florian Heine (links) hofft, dass seine recht lang andauernde torlose Zeit nach dem Doppelpack gegen Johannesberg nun vorbei ist.
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Finden seine Bälle nun wieder öfter den Weg hinter die Torlinie: Der Willinger Florian Heine (links) hofft, dass seine recht lang andauernde torlose Zeit nach dem Doppelpack gegen Johannesberg nun vorbei ist.

Willingen – Wie oft darf man einen Lobgesang anstimmen? Das ist ein Befreiungsschlag hieß es in dieser Zeitung nach dem 4:0 des SC Willingen gegen die SG Hombressen. Dieser Sieg befreite die Mannschaft dann aber doch nicht.

Es folgte am vergangenen Spieltag der nächste Befreiungsschlag: 6:0 gegen die SG Johannesberg. Wie viele Befreiungsschläge sind von diesem Team noch zu erwarten? „Ich hoffe, keiner mehr“, betont Trainer Dardan Kodra vor dem Verbandsligaspiel am Samstag (16 Uhr) beim Vorletzten FSG Gudensberg.

Der Coach erklärt auch warum. Die Umstände seien diesmal anders, weil die Mannschaft gefestigter sei und weil sie gegen Johannesberg endlich mal die schon lang gesuchte Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden habe. „Wir sind in manchen Phasen nicht mehr so kopflos unterwegs, wenn es etwa bei Kontern in der Offensive nicht mehr weitergeht, wird jetzt eher mal drauf getreten, und der Ball gehalten.“

Außerdem sei seine Bitte, die erfahrenen Spieler sollten in dieser schwierigen Situation mehr Verantwortung tragen und die jüngeren Spieler besser unterstützen, bereits im letzten Spiel umgesetzt worden. So habe Jan-Henrik Vogel mal wieder richtig Spielfreude ausgestrahlt. Er hat einfach gespielt und in entscheidenden Momenten Pässe gespielt, die kaum ein anderer so spielen könne. „Diese Extramomente, weniger Einzelleistung, sondern viel mehr Kreativleistungen für die Mannschaft haben uns bisher gefehlt.“

Kodra verknüpft auch einen weiteren Befreiungsschlag vom vergangenen Wochenende mit Vogels guter Leistung. Bei Florian Heine ist in diesem Spiel auch der Knoten geplatzt. Der Torjäger traf zweimal. „Flo lebt auch von Vogels Kreativmomenten.“

Kodra: „Ein taumelnder Boxer ist immer gefährlich.“

Kodra versteht nicht, warum Gudensberg so weit unten in der Tabelle steht. Er kennt die Mannschaft als gut organisierte Truppe, die flexibel verteidigt habe. „Die konnten von der Vierer- auf Dreierkette und dann wieder auf Viererkette umstellen.“

Die Gudensberger seien in einer ähnlichen Situation wie sein Team vor einer Woche, sagt Kodra und fügt warnend hinzu: „Ein taumelnder Boxer ist immer gefährlich.“

Aber ist der SC Willingen nicht auch zum Siegen verdammt? Kodra beantwortet diese Frage auf Umwegen. „Das primäre Ziel ist nicht das Gewinnen, sondern, dass jeder Spieler weiß, was er zu tun hat und das auch abliefert. Wenn wir das hinkriegen, werden wir auch die drei Punkte holen.“

Personell sieht es im SCW-Kader recht gut aus: Matthias Bott und Tim Friedrich kehren zurück, dafür fehlen Jonah Schilling (Bänderriss im Knöchel) und Eric Knoll (Muskelfaserriss).

André Fröhlich und seine Not mit dem Personal

Die Spieler der FSG Gudensberg sollen sich wieder mehr wehren. Das fordert ihr Trainer André Fröhlich von seinen Kickern vor dem Heimspiel gegen den SC Willingen. Müssen sich die Upländer nun zwangsläufig auf mehr Gegenwehr einstellen?

Ein Grund, warum die Gudensberger nur auf dem vorletzten Tabellenplatz liegen, ist das Verletzungspech bei einem nicht so breitem Kader. Fröhlich muss bei jedem Anruf befürchten, dass ihm ein weiterer Spieler absagen muss. Aktuelles Beispiel ist Defensivspezialist Christian Dobler-Eggers, der erkältet auszufallen droht. Das wäre bitter, weil der Routinier sowohl im zentralen Mittelfeld, wo weiterhin Urlauber Carlos Rohmann fehlt, als auch in der Abwehrkette, wo ein Nebenmann für Julian Lauterbach und Tim Prüfer gesucht wird, wirken kann.

Keine Option für Samstag sind Torwart Tom Stieghorst (erkrankt), für den Maurice Sauer spielen wird, und Noah Jäger (Verdacht auf Meniskusverletzung). Immerhin: Can Rommel ist fit für die Startelf, um mit dem formstarken Lukas Illian für Kreativität zu sorgen, Angreifer Nico Döring ist wieder beschwerdefrei im Training, und der reaktivierte Daniel Frank könnte helfen.

Trainer Fröhlich warnt vor den Willingern, die anscheinend einen Weg aus der Krise gefunden hätten: „Wir dürfen sie nicht ins Spielen kommen lassen.“ (rsm/ses)

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