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Hängebrücke „Skywalk Willingen“ erhält Baugenehmigung

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Von: Wilhelm Figge

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Unter dem Hängebrücken-Einstieg an der Schanze wurde die Baugenehmigung für den Skywalk überreicht.
Unter dem Hängebrücken-Einstieg an der Schanze wurde die Baugenehmigung für den Skywalk überreicht. © Wilhelm Figge

665 Meter lang und bis zu 100 Meter hoch: Die Hängebrücke „Skywalk Willingen“ soll Rekorde aufstellen. Nun liegt die Baugenehmigung vor.

Willingen/Usseln – Die Baugenehmigung für das Weltrekord-Projekt brauchte rund drei Jahre – aber am Donnerstag hat eine Delegation des Landkreises Waldeck-Frankenberg die nötigen Unterlagen für die Hängebrücke „Skywalk Willingen“ an der Mühlenkopfschanze übergeben.

„Die Prüfer und Ingenieure auf unserer Seite mussten Wege gehen, die – weil es nun einmal ein Weltrekord-Projekt ist – niemand zuvor gegangen ist“, erklärt Ulrich Keudel, einer der fünf Geschäftsführer des Skywalks, das aufwändige Verfahren. Für Professionalität und Gelassenheit des Fachdiensts Bauen beim Kreis sei die Gruppe da dankbar.

Skywalk Willingen: Zahlen zum Projekt

665 Meter lang soll die Brücke werden und gut 100 Meter hoch über dem Tal zwischen Mühlenkopf und Musenberg hängen – der bisherige Weltrekordhalter ist die „516 Arouca“ in Portugal. Am Einstieg können Besucher sich noch wie auf einem Baumwipfelpfad fühlen, bevor sie frei in der Höhe stehen und den Blick auf Mühlenkopfschanze, Wälder und Berge genießen.

Brücke zwischen Usseln und Willingen: Zwischen Musenberg und Mühlenkopf soll der Skywalk gespannt werden.
Brücke zwischen Usseln und Willingen: Zwischen Musenberg und Mühlenkopf soll der Skywalk gespannt werden. © Y-Site/pr

Das Bauwerk soll vier Millionen Euro kosten, 125 Tonnen wiegen und auf 1,30 Metern Breite bis zu 700 Besucher tragen dürfen.. Drei Jahre lang mussten dafür Ingenieure zurate gezogen, Gutachten geschrieben, Berechnungen angestellt und Bohrungen vorgenommen werden – um dann neue Gutachten in Auftrag zu geben, erläutert Keudel: „Jeder Prüfbericht endete mit dem Satz ,Die Prüfung wird fortgesetzt‘.“

Für den Kreis war das ein so ungewohntes wie spannendes Projekt, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese – er wünsche alles Gute: „Das ist ein Projekt mit unheimlicher Innovationskraft, das wunderbar nach Willingen passt und zur Entwicklung des Tourismus in Waldeck-Frankenberg und ganz Hessen.“

Baubeginn des Skywalks Willingen hängt vom Wetter ab

Im Frühjahr 2022 soll der Bau beginnen und im Herbst abgeschlossen werden – genaueres hänge vom Wetter ab, es wird mit acht Monaten Bauzeit gerechnet. Erste Bohrungen sollen Zeitnah anstehen, hängen aber ebenfalls von der Witterung ab.

Die mit dem Bau beauftragte Firma „Swissrope“ hat zuvor schon die 494 Meter lange Hängebrücke in Zermatt gebaut. Der für die Anlagen um das Willinger Projekt zuständige Architekt Uno Kleine rückt die Planungszeit in Perspektive: Bei der Hängebrücke Geierlay brauchte es von erster Idee bis Fertigstellung achteinhalb Jahre.

Geduld zahlt sich aus: Markus Göbel (mitte), einer der Skywalk-Geschäftsführer, nimmt die Baugenehmigung von Karl-Friedrich Frese und Bernd Berghöfer (rechts, Fachdienst Bauen) entgegen.
Geduld zahlt sich aus: Markus Göbel (mitte), einer der Skywalk-Geschäftsführer, nimmt die Baugenehmigung von Karl-Friedrich Frese und Bernd Berghöfer (rechts, Fachdienst Bauen) entgegen. © Wilhelm Figge

Unter dem Namen „Skyline“ war das Projekt im Januar 2017 erstmals vorgestellt worden – damals sollte es noch über den Diemelsee führen, planertische Risiken etwa im Bereich Naturschutz und die vorhandene Infrastruktur an der Willinger Schanze wie Gastronomie und Parkplätze brachten das Projekt ins Upland. Das Vorhaben am Diemelsee wurde nicht aufgegeben, ruht aber.

Skywalk soll Tourismus in Willingen bereichern

„Der Skywalk Willingen wird neue Besucher anziehen und unser Sommer- und Winterangebot um eine neue, hochwertige Attraktion ergänzen“, teilt Tourismusdirektor Norbert Lopatta in einer Pressemitteilung mit.

Die Einstiege werden demnach mit Informationen über die heimische Flora und Fauna sowie zur Geschichte der Mühlenkopfschanze gestaltet. „Wir werden mit digitalen Zugangssystemen arbeiten, damit es zu keinen Schlangenbildungen oder langen Wartezeiten an der Skywalk Willingen kommen wird“, so Arndt Brüne, einer der -Geschäftsführer. Auch an die Radfahrer und Mountainbiker haben die Verantwortlichen gedacht. Es wird an beiden Enden Bike-Ständer zur Sicherung und Aufbewahrung während des Brückenerlebnisses geben. (wf/r)

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