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Katrin Schröter bei Willinger Seniorennachmittag in erweiterte Pfarrstelle eingeführt

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Von: Wilhelm Figge

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In die neue Pfarrstelle eingeführt (von links) hat Eva Brinke Kriebel Katrin Schröter beim Seniorennachmittag in Willingen, die Idee hatte Thomas Trachte.
In die neue Pfarrstelle eingeführt (von links) hat Eva Brinke Kriebel Katrin Schröter, und dankte Thomas Trachte für die Idee. © Wilhelm Figge

Der Seniorennachmittag in Willingen war nicht nur ein lang erwartetes Beisammensein, er bot auch Aussichten auf mehr Gelegenheiten zum Miteinander im Upland.

Willingen (Upland) – Angeregte Gespräche füllen den Raum, denn in so großer Runde sind sie lange nicht zusammengekommen: Beim Senioren-Gemeindenachmittag sind knapp 150 ältere Upländer zusammengekommen. Die Pandemie hatte das traditionelle Beisammensein zwei Jahre aussetzen lassen, auch jetzt halte Corona noch einige fern, stellte Bürgermeister Thomas Trachte fest. Trotz aller Krisen und der durch sie aufgeworfenen Fragen ohne offensichtliche Antworten stellte er mit Blick auf die lebhafte Runde fest: „Dass es richtig ist, das wir heute zusammenkommen, wissen wir in jedem Fall.“

Denn es gab noch einen besonderen Anlass: Katrin Schröter wurde beim Seniorennachmittag in ihre neue Pfarrstelle eingeführt. Sie ist nicht mehr nur für Schwalefeld zuständig, sondern nun mit einer ganzen Stelle auch besonders für die Seniorenarbeit Kirche und politische Gemeinde teilen sich die Kosten, das Konzept hat eine Laufzeit von fünf Jahren. „Das gab es bisher noch nirgends“, erklärte Katrin Schröter. Eigentlich hat sie die Stelle seit Januar inne, wegen der Pandemie verspätete sich die offizielle Amtseinführung.

Die Willinger Kantorei begleitete den Seniorennachmittag mit glasklarem Gesang.
Die Willinger Kantorei begleitete den Seniorennachmittag mit glasklarem Gesang. © Wilhelm Figge

Dekanin Eva Brinke-Kriebel führte Katrin Schröter in einem kleinen Gottesdienst ins Amt ein. Sie lobte die Idee des Bürgermeisters, die Pfarrerin in das neue Konzept einzubeziehen, um die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern und auch die Kur als touristisches Angebot wiederzubeleben. So habe die Pfarrstelle erhalten und sogar ausgebaut werden. Zur Seite ständen Katrin Schröter derweil die weiteren Upländer Pfarrer und viele ehrenamtlich engagierte.

Erstmals zum Seniorennachmittag eingeladen zu werden, erschrecke manchen, hielt Katrin Schröter fest: „Gehöre ich jetzt zum alten Eisen?“ Sie erinnerte daran, dass Alteisen wertvoll ist. Der Umgang der Gesellschaft mit dem Alter sei freilich zwiespältig: Einerseits werde es im Grunde geehrt, andererseits seien Senioren besonders betroffen von Armut, Ausgrenzung und Einsamkeit. Sie hielt fest: „Wohlergehen beschreibt in biblischer Sprache nicht nur gute Rente und Pflege, sondern eben auch das Miteinander.“ Dieses zu ermöglichen, auch zwischen Alt und Jung sowie den Bewohnern der einzelnen Dörfer, sei Teil ihrer Aufgabe.

Die Theater-AG der Willinger Kita eroberte beim Seniorennachmittag einige Herzen.
Die Theater-AG der Willinger Kita eroberte beim Seniorennachmittag einige Herzen. © Wilhelm Figge

Thomas Trachte hatte einen kurzen Einblick darüber gegeben, was das Altern des Gesellschaft für Willingen bedeutet. Viele Junge Leute gehen weg. Und auch wenn es Anzeichen gebe, das Handwerk und Mittelstand an Attraktivität gewinnen: „Die Strukturen wandeln sich, viele Menschen sind 9mehr auf sich alleine gestellt.“ Die Gemeinde wolle dem entgegenwirken, so unterstütze sie etwa die Pläne für eine DRK-Einrichtung im Strycktal und das Begegnungscafe, das unter der Kirche entsteht. Mit der Kirche wolle sie derweil auch mehr Aktivitäten bieten: Nicht nur große Veranstaltung, sondern Beschäftigungs- und Kontaktmöglichkeiten in den Ortsteilen. Die Sommerkonzerte waren Teil davon, es folge noch mehr.

Den Gottesdienst sowie den eigentlichen Seniorennachmittag begleitete die Willinger Kantorei mit glasklarem Gesang. Die Besucher begrüßt hatte die Theater-AG des Willinger Kindergartens mit heiteren Stücken zum Herbst. (wf)

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