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Kirche St. Augustinus in Willingen mit Gottesdienst wiedereröffnet

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Von: Wilhelm Figge

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Hell und einladend ist die Kirche nach der Sanierung. Bernd Conze und Angelika Schneider dankten der evangelischen Gemeinde um Christian Röhling (rechts) für die.Gastfreundschaft während der Bauarbeiten.
Hell und einladend ist die Kirche nach der Sanierung. Bernd Conze und Angelika Schneider dankten der evangelischen Gemeinde um Christian Röhling (rechts) für die.Gastfreundschaft während der Bauarbeiten. © Wilhelm Figge

Nach mehr als zwei Jahren Sanierung ist die katholische Kirche in Willingen wiedereröffnet worden. Dank galt vielen – auch der evangelischen Gemeinde.

Willingen – „Ich freue mich, dass die Kirche nicht nur offen ist, sondern mit Leben gefüllt“, begrüßte Dechant Bernd Conze die Besucher des Gottesdiensts zur Wiedereröffnung der Kirche St. Augustinus in Willingen. Nicht nur die katholische Gemeinde war gekommen, auch Nachbarn, Handwerker, Architekten, Freunde und evangelische Christen feierten mit – bei letzteren hatten die Katholiken während der Sanierung Unterschlupf gefunden.

Probleme mit dem Dach und Fassade hatten die Arbeiten nötig gemacht, aber auch im Inneren erstrahlt die Kirche in neuem Glanz, ist heller als zuvor. Mobile Bänke ermöglichen Momente der Stille und kleinere Taufgottesdienste, einiges an Einrichtung kommt aber noch, erklärte Conze: einige Türen, künstlerische Ausgestaltung und eine Leseecke. Auch die Akustik soll sich noch verbessern.

Die St.-Augustinus-Kirche in Willingen wurde wiedereröffnet.
Die St.-Augustinus-Kirche in Willingen wurde wiedereröffnet. © Wilhelm Figge

Die Menschen sollten nicht nur aufgehen im Weltgeschehen, in der Arbeit und in Vergnügungen, hielt Conze fest: „Es braucht Orte der Ruhe.“ Die Kirche stehe immer offen, was von Einheimischen wie Gästen genutzt werde. Aber sie sei eben in die Jahre gekommen und die Gemeinde diskutierte Lösungen: Ganz auf eine eigene Kirche zu verzichten und angesichts der starken Ökumene bei der vvangelischen Gemeinde unterzukommen lag ebenso auf dem Tisch wie ein Neubau. „Aber am Ende hing das Herz an dieser Kirche.“ Also sei eine Investition für mindestens eine Generation getätigt worden.

Während der Bauarbeiten seien sie in der evangelischen Kirche mit offenen Armen empfangen worden: „Ich habe den Eindruck, dass wir uns näher gekommen sind“, hielt Gemeindereferentin Angelika Schneider fest: „Wir haben einen Raum genutzt, wurden von einer Glocke gerufen und haben die großen Feste zusammen geplant.“ Pfarrer Christian Röhling erinnerte sich besonders gerne an Weihnachten 2020: Im Lockdown entwickelten die Gemeinden zusammen eine Hörandacht, zum üblichen Weihnachtsbaum gesellte sich die Krippe, Mitglieder beider Gemeinden entzündeten Lichter in Marmeladengläsern.

Im ökumenischen Gottesdienst sprache auch die Lektoren zusammen: Sie hätten sich gegenseitig gehört, unterstützt und ergänzt, erklärte Wolfgang Reininghaus. Nun wünschten sie der katholischen Gemeinde im frischen Bau auch frischen Mut, so Angelika Breuer. Es gebe viel Not in der Welt, die Kirchen könnten zusammen helfen, hielt Sonja Behle fest. Und ihr katholisches Pendant Carmen Göttlicher forderte auf: „Lasst uns weiter auf diesem Weg bleiben.“

Das Rock- und Pop-Ensemble der Musikschule Korbach unter der Leitung von Michael Kuhaupt begleitete die Feier im Anschluss.
Das Rock- und Pop-Ensemble der Musikschule Korbach unter der Leitung von Michael Kuhaupt begleitete die Feier im Anschluss. © Wilhelm Figge

Dr. Bodo Flake erinnerte mit einer Lesung aus dem Ersten Petrus-Brief daran, dass die Gläubigen selbst als „lebendige Steine“ ein Haus bilden. Ursula Beste las aus dem Lukas-Evangelium, wie Fischer, von deren Boot aus Jesus predigte, plötzlich so voll Netze hatten, dass sie mit zwei Booten Mühe hatten, den Fang einzuholen – danach wurden sie als Jünger „Menschenfänger“. Diese Zusammenarbeit und die Arbeit an Netzen der Fürsorge sei sinnbildlich für das, was in Willingen anstehe, so Pfarrer Röhling. Und Angelika Schneider blickte voraus: „Ich glaube, dass wir noch viel Zusammen machen.“ Zunächst wurde mit Kuchen und der Musik der Rock- und Pop-Ensembles der Musikschule Korbach noch gefeiert. (wf)

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