Ideen-Austausch im Ausschuss

Lösungen für Verkehrsprobleme in Willingen finden

Der Bau der Ampelanlage an der Anbindung West in Willingen soll Verkehrsprobleme lindern, doch die Politik sieht weiteren Handlungsbedarf.
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Der Bau der Ampelanlage an der Anbindung West in Willingen soll Verkehrsprobleme lindern, doch die Politik sieht weiteren Handlungsbedarf.

Der Verkehr in Willingen wird eher stärker als schwächer, so die Befürchtung in der Politik. Ein Austausch über Lösungen hat begonnen – auch über ambitionierte Projekte.

Willingen (Upland) – Angesichts „großer und richtungsweisender Bauprojekte“ werde der Auto-Verkehr in Willingen in Zukunft noch zunehmen, prognostizierte Patrick Stöcker (CDU) in der Sitzung des Bauausschusses und stieß eine Diskussion über Lösungen an. „Eine Umgehung wird es in absehbarer Zeit nicht geben“, hielt er fest – und ob sie am Ettelsberg überhaupt möglich sei, ohne den Tourismus zu stören, sei noch eine andere Frage.

Stöcker warf eine alternative Idee in den Ring: einen Tunnel. Von der Ecke Rathaus und Hotel Fürst von Waldeck bis zur Ladestraße beim Bahnhof seien es durch den Berg 600 Meter. Dazwischen könnte die Briloner Straße verkehrsberuhigt werden, am unteren Ende ein Kreisverkehr, am oberen ein Parkhaus entstehen. Das sei nur eine Idee, die auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden müsse. „Aber wir brauchen rechtzeitig ein gutes Konzept und müssen dem Thema Verkehr mehr Beachtung schenken“, hielt Stöcker fest.

Studie zum Verkehr in Willingen in Auftrag geben

20, 30 Jahre in die Zukunft zu blicken, sei wichtig, unterstütze ihn Fraktionskollege Bernd Nackas. Und wies selbst darauf hin, bei Bauprojekte immer darauf zu achten, dass genügend Parkplätze entstehen. Die Vorschläge der beiden kamen nicht aus heiterem Himmel: In der Sitzung der Gemeindevertretung am Mittwoch wollen CDU und FDP einen Antrag zur Erstellung eines Verkehrskonzepts stellen.

Lösungen für den Verkehr zu den Freizeiteinrichtungen südlich der Bahnstrecke sind dabei ebenso Thema wie die Frequenz auf den Straßen zu den Liftanlagen – die im Bau befindliche Ampel werde helfen, weitere Lösungsansätze seien aber nötig. Auch ruhender Verkehr und Lademöglichkeiten für E-Autos wären Thema der Studie, die durch Mittel aus dem Programm „Zukunft Innenstadt“ finanziert würde.

In die Diskussion im Bauausschuss schaltete sich auch Friedrich Wilke (Freie Wähler) ein: „Geht nicht, gibt es nicht“, kommentierte er Patrick Stöckers Vorschlag. Er selbst verwies auf die Twister Ortsteile, in denen wegen der Lärmbelastungen des Schwerlastverkehrs nachts ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde herrscht: „Wäre das denkbar?“, fragte er auch für Usseln und Willingen.

Gemeinde Willingen bräuchte Hilfe zur Lösung der Verkehrsprobleme

Bürgermeister Thomas Trachte begrüßte die Initiative: „Wir müssen bereit sein, groß zu denken.“ Er habe die Fördermittel aus dem Programm „Zukunft Innenstadt“ speziell mit dem Schwerpunktproblem Verkehr beantragt. Darauf, ob eine Umgehungsstraße die Lösung sei oder nicht, habe er sich dabei nicht festgelegt. „Das sind Fragen, die dabei geprüft werden sollen.“ Es müsse geklärt werden, ob sich auch große Konzepte umsetzen lassen – und wer die Gemeinde bei der Finanzierung unterstützt.

Auch beim Thema Parkplätze sehe er das Problem, stimmte er Bernd Nackas zu. Zuweilen stecke die Gemeinde da jedoch in der Zwickmühle: Wenn etwa für ein Wohnhaus oder einen Beherbergungsbetrieb nicht genügend Parkplätze geschaffen werden könnten und die Gemeinde der Zahlung einer Ablösung als Alternative nicht zustimme, sei das Projekt oft schlicht nicht realisierbar. Da müsse dann nach Kompromissen gesucht werden. (wf)

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