Erster Naturparkplan

Mobilität, Biodiversität, Klimaschutz: Naturpark Diemelsee plant für die Zukunft

Wie der Naturpark rund um den Diemelsee sich in den nächsten zehn Jahren weiterentwickeln soll, hält der erstmals erarbeitete Naturparkplan fest.
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Wie der Naturpark rund um den Diemelsee sich in den nächsten zehn Jahren weiterentwickeln soll, hält der erstmals erarbeitete Naturparkplan fest.

Schutz für Wälder, Bachauen und Grünland; Angebote für Gäste; Einbindung der Jugend: Der Naturpark Diemelsee hat sich ein Programm für die nächsten zehn Jahre gegeben.

  • Erstmals hat der Naturpark Diemelsee einen Naturparkplan mit den Vorhaben der nächsten zehn Jahre aufgestellt.
  • Unter Beteiligung der Öffentlichkeit wurde dabei Projekte etwa zu Mobilität und Tourismus, Klima- und Naturschutz und Umweltbildung geschaffen.
  • Größte Posten sind die Aktive Regionalentwicklung und ein Projekt zu Naturschutzgrünland.

Willingen/Diemelsee/Korbach – 13 Projekte mit einem Investitions-Volumen von 1,7 Millionen Euro: Der Naturpark Diemelsee hat mit seinem ersten Naturparkplan seine Ziele für die nächsten zehn Jahre abgesteckt. Dazu gehören die Besucherlenkung bei Aktivitäten an der frischen Luft und klimafreundliche Verkehrsmittelnutzung. Der Wald soll erforscht und ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Natur soll erlebbarer und der Park präsenter werden. Nicht zuletzt sollen Naturschutzprojekte die Lebensräume von Tieren und Pflanzen stärken.

Der Naturparkplan sei kein „Schreibtischpapier“, sondern gebe der Arbeit ein klares Ziel, hielt Willingens Bürgermeister Thomas Trachte als Vorsteher des Zweckverbands fest: „Für die nächsten zehn Jahre ist er die ,Bibel‘ für die Naturparkarbeit.“ Er hält fest, was wann erreicht werden soll, mit welchen Partnern – und mit welchen Mitteln. Von den 1,715 Millionen Euro Investitionsvolumen decken zugesagte und angestrebte Förderung 1,48 Millionen ab. Für Folgeprojekte sind 660 000 Euro vorgesehen, 400 000 Euro Gegenfinanzierung sind bereits skizziert.

Naturpark Diemelsee ist bei seiner Arbeit sehr auf Förderung angewiesen

Dennoch seien mehr Mittel für die notwendigen Eigenanteile bei Förderungen und für eine dauerhafte Verstärkung des Teams nötig, hält der Naturpark fest: Er bräuchte dauerhaft 2,5 bis 3 feste Stellen. Derzeit erreicht er diese nur, weil der sich dem Ruhestand nähernde Geschäftsführer Dieter Pollack und sein Nachfolger Benedikt Wrede parallel arbeiten.

Präsentieren den Naturparkplan: (von links) Christian Rast, Dieter Pollack, Thomas Trachte, Jens Steinhoff, Hannelore Behle (Vorstand) und Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling (stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung).

Die meisten Projekte der nächsten zwei Jahre werden mit Förderung der Bundesinitiative „Aktive Regionalentwicklung“ finanziert. Die 705 000 Euro ermöglichen auch eine Stelle, die 23 Monate lang mit ihrer Umsetzung beschäftigt ist. Ein Schwerpunkt dabei ist, auf das Fichtensterben im zur Hälfte von Wald bedeckten Naturpark zu reagieren. Es soll erforscht werden, wie der Wald der Zukunft aussieht.

Beispielprojekte des Naturparkplans im Naturpark Diemelsee

„Wir wollen eine Vorbildlandschaft in Sachsen Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden“, so Christian Rast (ift Freizeit- und Tourismusberatung). Ein weiteres Ziel, das kurzfristig angegangen wird: junge, kooperative Jugendbildung soll den Naturpark ins öffentliche Bewusstsein rücken. Jugendliche brachten sich bereits in die Planung ein und erhalten die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung Inhalte für Apps zu erstellen. Ein Jugendetat soll verstetigt werden und zu Projekten aufgerufen werden.

Beim Bergheiden-Projekt stärkte der Naturpark Diemelsee die Schäferei und somit die Heiden. Im Naturparkplan ist ein Vorhaben enthalten, dass in Grünland und Feuchtbiotopen daran anknüpfen soll.

Klimaschutz sei eine Priorität: Ein Mobilitätskonzept soll ab 2022/23 Angebote im Nahverkehr stärken, wobei gerade die Landesgrenze immer eine Herausforderung war, erklärt Jens Steinhoff (IfR Institut für Regionalmanagement). Unter dem Titel Nah und Mobil soll 2023 ein touristisches E-Bike-Verleihangebot samt Service-Modulen an Knotenpunkten entstehen.

An die Projekte zum Biotopverbund und zum Erhalt der Bergheiden soll ein Vorhaben zum Naturschutzgrünland anschließen. Durch die Renaturierung von Quellen und Feuchtbiotopen und die naturschutzgerechte Nutzung von Grünland wird dabei die Biodiversität gefördert. Im Anschluss wird durch blühende Wegsäume ab 2027 ein weiterer Beitrag zur Vernetzung von Lebensräumen geschaffen. (wf)

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