1913 Euro vom Lokalderby

Nach Hochwasser: TuS Usseln überbringt Spende nach Wenholthausen

Am verwüsteten Sportplatz in Wenholthausen übergibt (von links) TuS-Vorsitzender Torsten Vogel die Spende an Thomas Nagel, begleitet von Frieder Bracht und Götz Schlenger vom Usselner Verein.
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Am verwüsteten Sportplatz in Wenholthausen übergibt (von links) TuS-Vorsitzender Torsten Vogel die Spende an Thomas Nagel, begleitet von Frieder Bracht und Götz Schlenger vom Usselner Verein.

„Sport vereint“, steht für den TuS Usseln fest: Für den von der Hochwasser-Katastrophe getroffenen TSV RW Wenholthausen wurde beim Lokalderby gesammelt.

Usseln/Wenholthausen – Vor dem Kreisoberliga-Derby zwischen dem SC Willingen II und dem TuS Usseln hatten Vorstand und Mannschaft beschlossen, alle Erlöse einem vom katastrophalen Hochwasser betroffenen Verein zu spenden. Am vergangenen Wochenende war eine Vorstandsdelegation des TuS in Wenholthausen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und den Spendenscheck zu übergeben.

Dem Aufruf, zum Derby zu kommen und sich an der Aktion zu beteiligen, folgten viele Upländer. Eintrittspreise sowie der Kauf von Speisen und Getränken wurden teilweise sehr großzügig aufgerundet. So konnte Kassierer Patrick Vogel Einnahmen im vierstelligen Bereich verzeichnen. Der Vorstand beschloss, das aufzustocken – entsprechend des TuS-Gründungsjahrs auf 1913 Euro.

Neben betroffenen Vereinen im Westen gab es einen Verein ganz in der Nähe, den das Hochwasser heimsuchte. Am 14. Juli stieg die ansonsten beschauliche Wenne in Wenholthausen in kürzester Zeit beträchtlich an. Normalerweise reißt der Fluss nur Bälle mit sich, die darin landen. An diesem Tag staute er sich an angeschwemmten Material an einer Fußgängerbrücke und teilte sich. So flossen auf zwei Seiten Wassermassen in Richtung des Sportgeländes.

In der Sporthalle und den Vereinsräume stieg das Wasser rund 20 Zentimeter hoch und beschädigte vor allem den Boden – besonders bitter, weil die Sporthalle und ein Anbau an das Vereinsheim gerade neu gebaut wurden und die offizielle Eröffnung sechs Wochen später stattfinden sollte. Hier verfügte der Verein über eine gute Versicherung, welche die auf bis zu 120. 000 Euro geschätzten Schäden trägt.

Den Kunstrasenplatz von RW Wenholthausen verwüstete das Hochwasser.

Einen größeren Schaden verursachte das Hochwasser am Kunstrasenplatz. Es staute sich am gegen den Zaun getriebenen Schwemmgut und floss anschließend wie ein Wasserfall auf den Platz. Durch die Wassergewalt verschoben sich im vorderen Bereich des Sportplatzes die Kunstrasenbahnen und schlugen Wellen wie ein nicht richtig verlegter Teppichboden. Zusätzlich wurde der mehrschichtig aufgebaute Unterboden beschädigt. Ein Gutachten zum Umfang des Schadens an der Unterkonstruktion steht noch aus. Aber alleine der Schaden am Kunstrasen dürfte sich vorläufigen Schätzungen zufolge auf 300.000 Euro belaufen. Hierfür gibt es keine Versicherung. Der Verein ist alleiniger wirtschaftlicher Eigentümer des Geländes und hofft auf Fördergelder aus den Töpfen der Hochwasserhilfe und auf Unterstützung durch die Gemeinde Eslohe. Die bürokratischen Mühlen mahlen langsam.

Geschäftsführer Thomas Nagel berichtete aber von einer großen Hilfsbereitschaft aus der Region, vor allem von benachbarten Vereinen. „Wir sind allen Unterstützern sehr dankbar. Jeder Euro hilft uns beim Wiederaufbau. Vielleicht entwickeln sich dadurch Verbindungen zwischen Vereinen, die länger anhalten“, so Nagel bei der Scheckübergabe.

Trotz der ungewissen Zukunft hat der 650 Mitglieder starke Verein nicht den Optimismus verloren. Die gesamten Fußballmannschaften der Spielgemeinschaft SG Reisste/Wenholthausen trainieren momentan nur auf einem Platz. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sind größer geworden – erkennbar innerhalb des Vereins und auch von Außen, wie zuletzt die Spende des TuS Usseln dokumentiert. Die Delegation des TuS Usseln hält fest: „Sport vereint!“  (red)

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