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Pumpspeicherkraftwerk bei Willingen: Projekt liegt weiter „in der Schublade“

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Das Pumpspeicherkraftwerk auf dem Hohen Eimberg liegt als Projekt seit Jahren in der Schublade: Auf dem Berg würde das Oberbecken entstehen (links markiert), im Ittertal (rechts) das Unterbecken.
Das Pumpspeicherkraftwerk auf dem Hohen Eimberg liegt als Projekt seit Jahren in der Schublade: Auf dem Berg würde das Oberbecken entstehen (links markiert), im Ittertal (rechts) das Unterbecken. © Hans Blossey

Eine Studie zu erneuerbaren Energie in Nordrhein-Westfalen verweist auf ein Projekt, das schon lange in der Schublade liegt: ein Pumpspeicherkraftwerk auf dem Hohen Eimberg bei Willingen.

Hochsauerlandkreis/Willingen – Ein künstlicher See an den Bruchhauser Steinen und ein Windpark auf dem Kahlen Asten? Eine vom NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) veröffentlichte Studie hält für den Hochsauerlandkreis 339 weitere Windräder für machbar. Und nicht nur das: An elf Standorten hält das LANUV Pumpspeicherwerke potenziell für realisierbar – auch nahe Willingen.

Das Projekt ruht seit gut zehn Jahren in der Schublade: Die Mark E AG aus Hagen und die Grünwerke GmbH, eine Tochter der Stadtwerke Düsseldorf, wollten an der Landesgrenze auf dem Hohen Eimberg rund eine halbe Milliarde Euro in das Wasserkraftprojekt investieren. Auf dem Berg sollte das rund 500 Meter lange und 250 Meter breite, bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter fassende Oberbecken für das Pendelwasser entstehen. Für das Unterbecken sollte bei Schwalefeld das Itter-Tal an der Straße nach Bontkirchen auf 1,8 Kilometern geflutet werden.

Das Projekt sei damals ruhend gestellt worden, weil sich mit dem Land für das mehrere Millionen Euro teure und mit Risiken behaftete Genehmigungsverfahren kein „Absicherungsmechanismus“ habe finden lassen, so Grünwerke-Geschäftsführer Ralf Zischke. Er wolle aber „nicht ausschließen“, dass dieses Projekt noch einmal aus der Schublade herausgeholt werden könnte. Obwohl: „Mittlerweile gibt es andere Möglichkeiten, überschüssigen Strom zu speichern, die Batterie- und Wasserstofftechnologie hat sich seitdem deutlich verbessert.“ Der Projektpartner, die Mark E aus Hagen, betreibt seit 1969 das auf 140 Megawatt ausgebaute Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop-Rönkhausen. Dieses, so Unternehmenssprecher Andreas Köster, sei im vergangenen Jahr „sehr gut im Markt gebraucht“ worden. Innerhalb von Sekunden könnte mit einem Pumpspeicherkraftwerk durch Ablassen von Wasser Strom zur Verfügung gestellt werden – oder aber auch überschüssiger Strom für die Pumpen abgenommen werden, die es wieder hinauf befördern.

Wo genau sich die zehn anderen Standorte für Pumpspeicherkraftwerke befinden, will das LANUV nicht sagen. Auf einer Karte, die lediglich die Umrisse der Gemeinden zeigt, sind neben der als „im Planungsprozess“ bezeichneten Anlage auf Willinger und Briloner Gebiet zwei weitere für das Stadtgebiet Olsberg markiert: dabei dürfte es sich um den Istenberg und den Hömberg handeln. Die zehn Standorte im Hochsauerlandkreis, so LANUV-Sprecher Wilhelm Deitermann, verfügen nach Ansicht der Verfasser der Studie über die Voraussetzungen für die technische Umsetzung und für das Erzielen eines „entsprechenden Ertrags“. Von 23 „Vorzugsstandorten“ in NRW liegen elf im Hochsauerlandkreis. (Jürgen Hendrichs)

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