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Rattlarer Theater begeistert mit Komödie „Liebesgrüße aus Polen“

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Von: Wilhelm Figge

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Es wird eng: (von links) Lisa (Alina Lamm) und Cordula (Sophia Hochmanski) kommen ihren Gatten Horst (Moritz Wilke) und Kurt (Mathias Göbel) auf die Schliche.
Es wird eng: (von links) Lisa (Alina Lamm) und Cordula (Sophia Hochmanski) kommen ihren Gatten Horst (Moritz Wilke) und Kurt (Mathias Göbel) auf die Schliche. © Wilhelm Figge

Mit dem Stück „Liebesgrüße aus Polen“ hat das Weihnachtstheater in Rattlar die Zuschauer bestens unterhalten: Trockener Humor, Kalauer und Körpereinsatz kamen zusammen.

Willingen-Rattlar – „Was sagen wir denn nur unseren Frauen?“, fragt der ramponierte Horst. Kumpel Kurt, der von der Begegnung mit polnischen Bardamen und Schlägern ebenso Blessuren und Probleme mitgebracht hat, weiß Rat: „Wie immer: Lügen, Lügen, Lügen.“ Zu ihrem Pech sind die von Moritz Wilke und Mathias Göbel verkörperten Herren schrecklich schlechte Lügner – für das Publikum in der vollen Rattlarer Gemeindehalle ist das aber umso unterhaltsamer.

Die Komödie „Liebesgrüße aus Polen“ zeigten die Rattlarer Schauspieler am ersten Weihnachtsfeiertag: Das Publikum in der rappelvollen Gemeindehalle quittierte die Aufführung mit Lachern, Jubel und stehendem Applaus.

Anlass dazu bot ein Ensemble, das trockenen Witz, Körpereinsatz und Kalauer gleichermaßen beherrschte. Da waren Kurt und Horst, die auf einer Geschäftsreise zwei Bardamen die Ehe versprachen, aber dann von deren Kumpels verprügelt und beraubt wurden. Einschüchterung ist nicht ihr Talent: „Du hast ihm ja gesagt, du kannst Sudoku“, hält Kurt seinem Freund vor. „Aber erst nachdem du gesagt hast, dass wir an ihnen ein Exempel exhumieren werden“, so Horst.

Die Lügengeschichten, mit denen sie alles erklären wollen, halten ihren resoluten Ehefrauen Lisa (Alina Lamm) und Cordula (Sophia Hochmanski) nicht lange stand – das Publikum freut sich mit ihnen, als sie die Schlinge immer enger ziehen.

Ein Publikumsliebling war der leidgeplagte Opa Ludwig mit Vorliebe für Drama und großer Klappe. Auf den hat nicht nur Nachbarin Hilda (Lara Wilke) ein Auge geworfen – die beiden liefern sich herrliche Wortgefechte – er findet auch unerwartete Trinkgefährtinnen: Die Bardamen Kinga (Christin Wagner) und Blanka (Gwendolin Küthe) haben zwar wenig Interesse an Opa – Kinga: „Totes Pferd nicht gut für die Rennbahn“ – aber an der Ehe, die Horst ebenso versprochen habe wie Kurt, „als er schlabberte die Honig aus meinem Bauchnabel“, wie Blanka schildert. Schmerzensgeld für das Ausbleiben der Ehe wäre ihnen auch recht – doch ihre Pläne sind zum Scheitern verurteilt: Opa Ludwigs Schnaps hat die Schwiegertochter mit Schlafmitteln versetzt, sie verbringen weite Teile des Stücks im Schlaf und werden wenig sanft in diverse Verstecke verfrachtet.

Auch ist ihnen längst schon die Polizistin Eva (Alexandra Vree) auf den Fersen – die nimmt sich aber die Zeit, um Kurts charmanten Sohn Rolf (Stefan Wagener) zu verführen. Der ist immerhin Masseur und erforscht gerne mit ihr die „Gefühlsinseln“.

Am Ende werden zwei versprochene Hochzeiten nicht gefeiert, zwei Ehen knapp gerettet und zwei Verlobungen geschlossen. Das Ensemble unter Regie von Wiebke Vogel und Lars Wagner genießt den verdienten Applaus; die Neulinge Lara Wilke, Moritz Wilke und Alexandra Vree schließen sich erfolgreich den Laien an, die sei 1979 fast ununterbrochen den ersten Weihnachtsfeiertag versüßen. Der Dank des Verkehrsvereins als Veranstalter geht auch an Lisa-Marie Donath für die Maske, Leander Küthe für die Technik sowie Lennart Kesper und Mirko Schmidt für den Bau der neuen Bühne. Bei von Leander Küthe aufgelegter Musik ging der heitere Abend weiter. (wf)

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