Fußball-Verbandsliga: 2:2 gegen OSC Vellmar

SC Willingen bringt 2:0 nicht über die Runden: Erster Saisonsieg entgleitet in Nachspielzeit

Die Richtung angezeigt: Jonathan Vach erzielte gegen Vellmar zwei Treffer, aber auch dieser Doppelpack reichte nicht für den den erste Willinger Saisonsieg.
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Die Richtung angezeigt: Jonathan Vach erzielte gegen Vellmar zwei Treffer, aber auch dieser Doppelpack reichte nicht für den den erste Willinger Saisonsieg.

Tief in der Nachspielzeit passierte es doch noch: Der SC Willingen kassierte nach 2:0-Führung das 2:2 gegen den bislang verlustpunktfreien OSC Vellmar und verpasste damit in der Fußball-Verbandsliga erneut den ersten Saisonsieg.

Willingen – „Langweilig war der Nachmittag nicht“, hatte die Stimme von Gästetrainer Jörg Müller kräftig gelitten, „aber aufgrund der Spielanteile in der zweiten Halbzeit war das Unentschieden hochverdient“. Sein Gegenüber Dardan Kodra wollte da nicht vollends widersprechen. „Aber es tut mir für die Jungs leid, weil sie so viel investiert haben“.

Schon nach 100 Sekunden hatte sich ausgezahlt, dass Jonathan Vach für Sebastian Butz in die Startelf gerückt war. Der 21-jährige Außenstürmer nahm nach einer guten Kombination den Pass von Fynn Butterweck auf traf flach ins lange Eck. Auch das 2:0 ging auf das Konto der beiden ehemaligen Goddelsheimer, Butterweck schickte Vach, der versetzte noch Janik Ziegler und lochte souverän ein (19.). „Das war geil gespielt“, lobte sogar Gästetrainer Müller.

Heine verpasst das 3:0 knapp

Direkt danach fast sogar der dritte Treffer, aber den abgefälschten Schuss von Florian Heine parierte Tobias Orth mit Mühe. Die Upländer gingen im Gegensatz zum 1:2 am Mittwoch gegen CSC 03 Kassel viel engagierter zu Werke, waren aggressiv in den Zweikämpfen und brachten den Gegner mit hohem Pressing immer wieder in Verlegenheit. Wie hoch die Qualität der Gäste aber ist, zeigte sich in der 22. und 26. Minute, als Egli Milloshaj und Serkan Aytemür ungestört über Außen kombinierten und jeweils das Tor nur knapp verfehlten.

Bald aber machte die SCW-Defensive um die praktisch fehlerfreien Innenverteidiger Jonah Schilling und Tom Friedrich die Räume wieder dicht. Bezeichnend für die Vellmarer Hilflosigkeit gegen fußballerisch bessere Hausherren war ein Rückpass über 60 Meter auf den eigenen Torwart.

Auf der anderen Seite reichte es hauchdünn nicht zum dritten Treffer. „Dann ist die Messe gelesen“, verwies Kodra auf die Chancen von Vach, der im letzten Moment von Tim Welker abgegrätscht wird (27.), und nach Ablage von Jan-Henrik Vogel genau auf den Torwart (42.). Fast mit dem Pausenpfiff fehlten Sebastian Müller nach Chip-Ball von Vogel wenige Zentimeter zum erfolgreichen Abschluss.

Ebenso hauchdünn verpassten freilich 30 Sekunden nach Wiederbeginn Aytemür und Eyüp-Emre Akmann den Anschlusstreffer. Fortan waren die Vellmarer im Vorwärtsgang und drängten die Platzherren zusehends tiefer in deren Hälfte. Aber erst als Müller mit Maximilian Werner einen dritten Stürmer einwechselte, ergaben sich mehr Chancen.

Willingen fehlt hinten raus das Spielglück

In der 66. Minute glänzte SCW-Torwart Yannick Wilke mit einem Reflex gegen Nico Möller, aber kurz danach war er nach der erneuten Hereingabe nach einer zunächst abgewehrten Ecke beim Abstauber von Aytemür machtlos (70.). „Mehr Ruhe rein“, rief Kodra lauthals, aber seiner jungen Truppe schwanden langsam die Kräfte und sie verlor zusehends die Ordnung mit immer weniger Entlastung nach vorne. Was sie freilich unentwegt tat war kämpfen.

Sie hatte noch Glück in der 75. Minute, als Marko Utsch per Drehschuss aus zehn Metern an der Latte scheiterte. Und dann schien auch Schiedsrichter Dr. Lukas Heineck den Willingern nicht helfen zu wollen, endlich ihre Aversion gegen einen „Dreier“ abzulegen. Der Allergologe aus Marburg pfiff im Zweifel für Vellmar, überzog mit gleich drei gelben Karten wegen Zeitspiels und krönte sein zunehmend überhebliches Auftreten mit sechs Nachspielminuten.

Selbst OSC-Coach Müller war erstaunt, dass er in der vierten Extraminute noch das 2:2 durch Aytemür nach einer Kombination bis vor den Fünfmeterraum bejubeln durfte. „Uns hat hinten raus einfach auch das Spielglück gefehlt“, haderte Kodra, zumal die Willinger beim Ausgleich Abseits reklamiert hatten.

Aber dann blickte der Willinger Coach schon wieder nach vorn. „Unterm Strich ist es ein Punkt gegen den Tabellenzweiten und sicherlich ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“. Nächsten Samstag führt der Weg nach Grebenstein-Udenhaus (ni)

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