Upländer verpassen Vorentscheidung

SC Willingen und Lichtenauer FV liefern beim 2:2 sehenswerten Verbandsliga-Fußball

Willinger Jan-Niklas Albers  gegen den Dörnberger Rico Lotzgeselle .
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Bildete mit Nick Bärenfänger eine starke Willinger Innenverteidigung: Jan-Niklas Albers (links), hier gegen den Dörnberger Rico Lotzgeselle geht.

Nur sechs Grad; aber gefroren haben wohl nur wenige. 95 Minuten lang erwärmten der SC Willingen und der Lichtenauer FV die rund 160 Zuschauer und trennten sich leistungsgerecht mit 2:2 (1:1).

Willingen – „Das sind so Spiele, für die die Leute ins Uplandstadion kommen“, meinte SCW-Trainer Dardan Kodra nach dem Abpfiff. Freilich dauerte es, bis auch seine Kicker auf Betriebstemperatur waren, sich auf die hohe spielerische und läuferische Qualität der Gäste eingestellt hatten. Zu Chancen kam der Tabellenfünfte bis auf den Schuss von Dimitri Maneacov genau auf Keeper Yannick Wilke nicht (5.).

„Bringt sie ans Laufen“, forderte Kodra und nach einer Viertelstunde fand er auch Gehör. Bei der ersten großen Gelegenheit rutschte Florian Heine nach der Vorarbeit von Jonathan Vach beim Schuss acht Meter vor dem leeren Tor aus (18.). Direkt danach wurde Heine nach dem Abschluss von Sebastian Müller im letzten Moment noch geblockt.

Wiederum eine Minute später fiel aber bereits das 1:0 – ein Treffer, der genauso gelingen sollte. Matthias Bott spielte einen Eckball kurz auf den aus dem Fünfer startenden Heine, der legte zurück Richtung Strafraumkante, Bott umkurvte noch einen Gegenspieler und setzte das Spielgerät unhaltbar hinten ins lange Eck (20.). Der Rückenwind nach der Führung ebbte nach einer halben Stunde ab. „Wir haben dann vor der Pause dominiert“, meinte Alexandru Cucu.

Der Spielertrainer selbst machte über die rechte Seite mächtig Betrieb, über links wirbelte der früh eingewechselte Dennis Salioski. „Wir haben zu viele Flanken zugelassen“, war Kordas Hauptkritikpunkt in der Halbzeitpause. Deswegen hieß es da auch schon 1:1, weil Maneacov noch aufs Tornetz geköpft hatte (38.) und Nick Bärenfänger für den bereits geschlagenen Wilke gegen Salioski geklärt hatte (41.), der dann aber die scharfe Hereingabe von Sinan Üstün am langen Pfosten nur noch über die Linie drücken musste (42.).

SC Willingen kassiert in der 87. Minute noch den Ausgleich

Die Gäste starteten auch aggressiver in Durchgang zwei, provozierten einige Ballverluste. Aber die Willinger arbeiteten sich über den Kampf zurück ins Spiel, bezeichnend war die Grätsche von Bott im Mittelkreis. Bald näherten sie sich auch wieder der gefährlichen Zone an, aber Müller traf nach Pass von Vach den Ball nicht richtig (56.). Wie es geht, zeigten ihre Teamkollegen zwei Minuten später. Nach einem „Weltklasse-Pass“ (Kodra) von Bott zog Heine nach innen und schlenzte den Ball aus 13 Metern halbhoch zum 2:1 an den hinteren Pfosten.

Die Partie nahm noch etwas mehr Tempo auf. Die Lichtenauer gaben nicht auf, die Willinger hielten aber voll dagegen und hatten die besseren Chancen. „Wir haben dem Gegner große Probleme bereitet“, freute Kodra über den mutigen und aktiven Auftritt in der zweiten Hälfte, „da haben wir mit Ballbesitz viel mehr anfangen können“. Nur mit den Abschlüssen konnte er nicht zufrieden sein.

Vach hätte Gheorgi Bantis fast im kurzen Eck überrascht (61.), Heine versuchte es aus 35 Metern (71.), Müller drosch einen Abpraller frei aus 13 Metern volley genau auf den Keeper (74.) und Jan-Niklas Albers köpfte eine Bott-Ecke hauchdünn am Pfosten vorbei (75.). Statt vorzeitiger Entspannung wurde es so in der Schlussviertelstunde noch einmal richtig kribbelig. Die Lichtenauer stellten auf Dreierkette um und schickten Innenverteidiger Ebewa-Yam Mimbala in die Spitze. Dort vergab der 35-jährige, ehemalige Drittligaspieler aus sechs Metern die Riesenchance zum Ausgleich (82.).

Der fiel aber in der 87. Minute, als Cucu von rechts flankte und Salioski am langen Pfosten einlochen konnte. „Vom Spielverlauf her wäre mehr drin gewesen“, ärgerte sich Kodra freilich nur kurz über den knapp verpassten Dreier. „Wir wollen die Kirche im Dorf lassen, Lichtenau ist wahrlich keine Laufkundschaft.“ Und immerhin ist sein Team nach drei Siegen und zuletzt zwei Unentschieden seit fünf Spielen ungeschlagen. (ni)

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