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Schützenblaskapelle Willingen gestaltet Jahresabschlusskonzert voller Lieblingsstücke

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Von: Wilhelm Figge

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„Endlich wieder Blasmusik“ freuten sich die Musiker der Schützenblaskapelle Willingen.
„Endlich wieder Blasmusik“ freuten sich die Musiker der Schützenblaskapelle Willingen. © Wilhelm Figge

Für das erste Jahresabschlusskonzert nach der Corona-Pause hat sich die Schützenblaskapelle etwas Besonderes überlegt: Die Musiker stellten ihre Lieblingsstücke vor.

Willingen – Verspielte Klarinetten und Flöten werden abgelöst von den Tönen der tiefen Blechblasinstrumente, bevor alle rund 30 Musiker der Schützenblaskapelle Willingen zusammen volltönend das Stück „Die Sonne geht auf“ zum Abschluss bringen und den ersten Applaus des Abends genießen. „Endlich wieder Blasmusik – ist das nicht schön?“, fragt Dirigent Jens Vogel und erntet Beifall.

Nach zwei Jahren Corona-Pause spielte die Kapelle beim Jahresabschlusskonzert ein besonderes Programm: Die Musiker suchten sich ihre persönlichen Lieblingsstücke aus, die sie mit der Kapelle spielen wollten, und sagten sie auch selbst an.

Das war teils eine Reise durch die Jahrzehnte: Mirko Behle entschied sich unter dem Titel „Gentleman of Music“ für ein wechselnd fetziges und melancholisches Medley aus Tom Jones und Neil Diamond, Jürgen Figge ging mit einer „Glenn Miller Parade“ noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück: „Schon als Kind war das der Musiker, den ich toll fand und den ich später spielen wollte.“ Das Medley „ABBA – Hits for Brass“ sagte Matthias Korte an: „Bei Musik lässt sich über geschmack streiten – aber bei ABBA sind sich alle einig.“ Als jüngste Mitglieder des Orchesters wählten Ole Frank und Leni Leipold Adeles „Skyfall“ – den ersten Gesangseinsatz für Anja Brüne-Bernard.

Lieblingsstücke hängen auch an persönlichen Erinnerungen, machten Karina Vogel, Sabrina Günnemann und Bettina Behlenklar, als sie das Stück „Ein Leben lang“ ansagten: Bei der Hochzeit der Mitmusiker Henrike und Sebastian Querl hätten sie dazu Rotz und Wasser geheult – vorsichtshalber verpassten sie Dirigent Jens Vogel ein Paar Gummistiefel für seine Gesangseinlage. Hochzeiten entwickelten sich zum Thema: Chris Becker und Sebastian Schmidt sagten das bei ihren Trauungen gespielte „My Dream“ an, bei dem Alexandra Schmidt und Henrike Querl glasklare Trompeten-Soli einbauten. Und Dana Leeser suchte für Hochzeit wie Konzert mit „Kaiserin Sissi“ ihren Lieblingsmarsch aus, der das Publikum erstmals laut mitklatschen ließ.

Mit der Polka „Willkommen bei den Schützen“ holte Jens Vogel die Gäste singend zurück aus der Pause. „Es wird heiß“, versprach Axel Reismann nicht umsonst beim Medley „Ein musikalischer Hexenkessel“: Es brachte Tänze aus Osteuropa, Mähren und von englischen Matrosen zusammen – mit reichlich Beschleunigung mit Mitklatschpotenzial.

Carl und Hermann Vogel sagten mit „Bohemian Galopp“ ein Stück an, dass filigrane und kräftige Töne in typisch böhmischer Melodie vereinte. Henrike Querl hatte wieder ein Stück von einer Hochzeit: „Böhmische Liebe“: Die Polka begleiteten sie und Jens Vogel im Duett.

Sebastian Querl und Christopher Reinhold steuerten mit „Von Freund zu Freund“ und Ernst Moschs „Dompfaff“ neue und alte Blasmusik-Kracher bei – Alexandra Schmidt und Matthias Korte begeisterten mit Soli.

Dem Nachwuchs der Schützenblaskapelle – nächstes Jahr sollen fünf neue Musiker dazustoßen, Eltern und ältere Jugendliche bewirteten die Gäste – widmeten Jens Vogel und Anja Brüne-Bernard Michael Jacksons „Heal the World“ und Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“. Das letzte Stück sagten Christoph Albrecht, Kerstin Behle und Moritz Schulze an: Die Polka spiegele das „Wir sind wir“ in der Kapelle wieder.

Als Zugabe hatten die Musiker noch einige Stücke parat, die das Publikum von Herzen kannte: Vogelwiese und Böhmischer Traum. Nach einer beeindruckenden Version von „Guten Abend, gute Nacht“ hielt Jens Vogel fest: „Das war wahrscheinlich das emotionalste Konzert, das wir je hatten.“ (wf)

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