Maßnahmenkatalog vorgestellt

Sicherheitsinitiative Kompass in Willingen soll Probleme des Club-Tourismus lindern

Ruhe ist etwas, das in Ecken wie dem Willinger Kurgarten zwischen Ettelsberg und Partymeile oft gestört wird. Stärkere Ortspolizei, Besucherlenkung und ein Image-Wandel sollen helfen.
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Ruhe ist etwas, das in Ecken wie dem Willinger Kurgarten zwischen Ettelsberg und Partymeile oft gestört wird. Stärkere Ortspolizei, Besucherlenkung und ein Image-Wandel sollen helfen.

Die negativen Folgen des Club-Tourismus anzugehen, ist eine der Aufgaben der Sicherheitsinitiative Kompass in Willingen. Bei einer Konferenz wurden Maßnahmen präsentiert.

Willingen (Upland) – Eine engere Verzahnung von Kommune, Polizei und Bevölkerung im Hinblick auf Sicherheitsbelange ist das Ziel der Landes-Initiative „Kompass“, in die Willingen vor gut drei Jahren aufgenommen wurde. Bei einer Sicherheitskonferenz wurden Maßnahmen vorgestellt, mit denen auf die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung zum Sicherheitsempfinden reagiert wird.

In deren Analyse war als Kernproblem der Party- und Clubtourismus mit seinen negativen Auswirkungen definiert worden. Die Maßnahmen wurden durch das „Kompass“-Arbeitsgremium gemeinsam mit dem Präventionsrat erarbeitet. Der Gemeindevorstand hat dem Katalog bereits zugestimmt. Beispiele daraus erläuterte Bürgermeister Thomas Trachte.

- Für zwei zusätzliche Stellen für die Ortspolizei und das Ordnungsamt wurde haushaltsrechtliche Planungssicherheit geschaffen, um bei Störungen wirkungsvoller eingreifen zu können. Zwei scheidende Kräfte sollen zusätzlich ersetzt werden. Die zukünftige Leitung aus Sven Kesper und seiner Stellvertreterin Anja Schmitz soll zudem von anderen Aufgaben entlastet werden, die bislang beim Ordnungsamt liegen.

- Die Präsenzzeiten des „Schutzmannes vor Ort“ wurden erhöht: Polizeioberkommissar Michael Sabisch steht montags von 13.30 bis 15.30 Uhr als Ansprechpartner im Rathaus zur Verfügung und ist dann auch unter Telefon 05632/401145 zu erreichen.

- Unter dem Stichwort „Tag der Sicherheit digital“ finden Besucher der Website rathaus-willingen.de die Ergebnisse der Bürgerbefragung, Links zu Partnern und Kontaktmöglichkeiten zu „Kompass“.

- An der Seilbahn wurde eine Anlage zur Videoüberwachung eingerichtet. Auch der Bau einer Fußgängerbrücke und die Errichtung einer WC-Anlage sollen die Situation in diesem Bereich entspannen.

-  Zu Opferschutzmaßnahmen für die Bürger zählen etwa Leon-Hilfe-Inseln als Anlaufstelle für Kinder, die sich mit einer Notlage konfrontiert sehen, und ein Heimweg-Telefon.

-  Eine Kampagne zur Imageverbesserung der Gemeinde und zur Fortschreibung des Marketingkonzeptes läuft und soll andere Zielgruppen als den Club-Tourismus stärken.

Neben Willinger Bürgern nahmen Kriminaldirektor Achim Kaiser, der Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, und Polizeihauptkommissar Olaf Dienst, stellvertretender Leiter der Polizeistation Korbach, an der Konferenz teil. Polizeihauptkommissarin Ulrike Langer vom Polizeipräsidium Nordhessen, Hauptsachgebiet Prävention, präsentierte die Ergebnisse der Sicherheitsanalyse.

Die Befragung war von der Justus-Liebig-Universität Gießen unter Leitung von Prof. Britta Bannenberg wissenschaftlich begleitet worden. Achim Kaiser fand anerkennende Worte für die Arbeit der Ortspolizei, die jedes Wochenende unter schweren Bedingungen im Einsatz sei und somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bürger leiste.

Das Arbeitsgremium wird beim Hessischen Innenministerium einen Antrag auf die Verleihung des Kompass-Siegels stellen. Abschließend soll der Maßnahmenkatalog an den Willinger Präventionsrat übergeben werden.

Für alle Bürger ist für den 8. Mai 2022 der Tag der Sicherheit im und am Besucherzentrum geplant, der gleichzeitig Auftakt der Upländer Präventionstage ist.  red/wf

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