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Upländer Feuerwehren gewinnen Mitglieder, wollen aber vorsorgen

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Von: Wilhelm Figge

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Beförderungen und Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung der Upländer Wehren verdienten sich viele Kameraden.
Beförderungen und Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung der Upländer Wehren verdienten sich viele Kameraden. © Wilhelm Figge

Erst mal haben die Upländer Feuerwehren Mitglieder gewonnen, doch der künftige Trend ist klar. Auf mehreren Feldern hat das Folgen.

Willingen (Upland) – Die Upländer Feuerwehren haben voriges Jahr an Mitgliedern gewonnen – doch wie sie gut aufgestellt bleiben, war ein Thema, auf das Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl bei der Versammlung aller Ortsteil-Wehren in Eimelrod wiederholt einging.

So sollen zwei Einsatzabteilungen zusammengelegt werden: Neerdar hat durch Umzüge Einsatzkräfte verloren, Bömighausen hatte Nachholbedarf in der Ausbildung, berichtete Querl – gerade an der Bundesstraße sei das ein Problem. In konstruktiven Gesprächen einigten sich beide Wehren aus eigenem Antrieb, am 15. Oktober soll es besiegelt werden.

Die Einsatzabteilungen im Upland sind um sieben Mitglieder auf 264 Männer und Frauen gewachsen. Doch bekomme die Feuerwehr auch immer neue Aufgaben, etwa im Katastrophenschutz. „Und wir werden in den nächsten zehn Jahren 70 Männer und Frauen aus der Einsatzabteilung verlieren“, warnte Querl. Um neue Mitglieder zu gewinnen – und somit schnelle Hilfe und flächendeckenden Brandschutz zu gewährleisten – sei die Nachwuchsarbeit entscheidend.

Jugendarbeit der Upländer Feuerwehren zeigt Erfolge

In den Jugendfeuerwehren sind elf Mädchen und 38 Jungen aktiv, berichtete Gemeindejugendfeuerwehrwart Michael Emde. Zwei wurden in die Einsatzabteilungen übernommen, fünf verließen sie Wehren: „Dennoch haben wir 16 Jugendlichen gewinnen können. So ist unsere Mitgliederzahl erstmals wieder deutlich angestiegen.“ Bei einer Postkartenaktion im Sommer wurden alle Mädchen und Jungen zwischen 10 und 14 Jahren persönlich angeschrieben. In Usseln wurden so zwölf neue Mitglieder gefunden, mit zwei Neulingen in Eimelrod wurde die Jugendwehr unter Leitung von Jana Tannhäuser reaktiviert. Zudem gab es Aktionen mit Siebt- und Achtklässlern an der Uplandschule. „Hier wird umgesetzt, was im Jahr zuvor noch diskutiert wurde“, lobte Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthof die Arbeit.

Über erfolgreiche Jugendarbeit freuten sich die Jugendwarte und Betreuer (von links): Jana Tannhäuser, Kai Böcker, Felix Biederbick, Philipp Biederbick, Christoph Kreutzmann, Lucas Siegert, Lukas Schippe, Florian Schulze, Michael Emde und Sylvia Pöttner.
Über erfolgreiche Jugendarbeit freuten sich die Jugendwarte und Betreuer (von links): Jana Tannhäuser, Kai Böcker, Felix Biederbick, Philipp Biederbick, Christoph Kreutzmann, Lucas Siegert, Lukas Schippe, Florian Schulze, Michael Emde und Sylvia Pöttner. © Wilhelm Figge

Guten Zulauf erhalte weiterhin die Bambini-Wehr, in der nach Nicole Mehlhorns Ausscheiden Sylvia Pöttner die Stellvertretung von Sonja Saure übernommen hat.

Michael Emde hatte derweil auch Kritik: Die Abnahme der Leistungsspange im Uplandstadion war mit mehr als 250 Teilnehmern besser denn je nachgefragt – die Bitte um Unterstützung aus den Einsatzabteilungen habe aber ernüchternde Resultate gehabt: „Es wird immer die Jugendarbeit hervorgehoben und gelobt, sowie als sehr unterstützenswert dargestellt, doch die Unterstützung bleibt meist aus.“

Alte Probleme und neue Herausforderungen für Willinger Feuerwehren

„Alte leidige Probleme“ sprach Jürgen Querl an: Erstens die Fehlalarme, die durch schlechte Planung oder sorglosen Umgang mit den Brandmeldeanlagen ausgelöst werden – bei 25 der 89 Einsätze fuhren die Feuerwehrleute umsonst raus. Zweitens sei zwar der allgemeine Ausbildungsstand gut, aber die Atemschutzgeräteträger durchliefen die Übungsstrecke zu selten. Der dritte Dauerbrenner war der Digitalfunk: Die Alarmierung in Usseln und Rattlar bleibe schlecht – weitere Basisstationen wurden in Aussicht gestellt. Für Stromausfälle haben die Willinger einen Stromerzeuger erhalten, mit dem sie notfalls im ganzen Norden Waldecks aushelfen.

Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick prognostizierte für den Winter viele Einsätze mit Kohlenmonoxid-Gefahr, wenn Menschen notdürftig heizen. Da komme es gelegen, dass der Kreisfeuerwehrverband CO-Melder angeschafft habe. Nach den Hochwassereinsätzen im vergangenen Jahr rückten zuletzt Vegetationsbrände in den Mittelpunkt – solche Krisen erforderten grenzübergreifende Zusammenarbeit: „Feuerwehr funktioniert, weil wir so viele sind.“ (wf)

Geehrte und beförderte Willinger Feuerwehrleute

Die Floriansmedaille in Silber für ihre Verdienste in der Jugendarbeit überreichte Markus Potthof an Michael Emde (Usseln) und Florian Schulze (Bömighausen).

Befördert wurden Patrick Taschner und Michael Emde zu Brandmeistern, Christoph Kreutzmann zum Hauptlöschmeister, Kevin Kruk, Noovin Warnack und Daniel Kaatz zu Oberlöschmeistern sowie Philipp Biederbick zum Löschmeister.

Das Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold für 40 Jahre in der Wehr erhalten Martin Marquardt, Gerhard Köchling, Karl-Friedrich Knipp (Welleringhausen) und Jörn König (Usseln). In Silber für 25 Jahre: Karsten Loch (Schwalefeld) und Bernd Kesper (Willingen).

Anerkennungsprämien für 30 Jahre aktive Dienstzeit in der Einsatzabteilung verdienten sich Jürgen Bangert (Neerdar), Claus Faß und Stefan Rösken (Welleringhausen), Jürgen Wilke (Rattlar) und Markus Potthof (Bömighausen). Auf 20 Jahre Dienstzeit bringen es Karsten Loch, Timo Bärenfänger, Sebastian Becker und Christopher Leeser (Schwalefeld), Michael Emde und Katrin Schmitz (Willingen) sowie Sebastian Vogel (Usseln). Zehn Jahre dabei sind Roland Brüne, Hendrik Brüne und Timo Wilke (Eimelrod), Kevin Kruk (Willingen), Christoph Müller (Schwalefeld), Lena Jarofski und Florian Schulze (Bömighausen). (red)

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