Förster: Kampf gegen Borkenkäfer geht voran

Upländer Kinder zeigen Einsatz für den Wald

Beim Aufforsten der Upländer Wälder nach Borkenkäfer-Befall helfen die Teilnehmer des Ferienprogramms „KiWi“.
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Beim Aufforsten der Upländer Wälder nach Borkenkäfer-Befall helfen die Teilnehmer des Ferienprogramms „KiWi“.

Junge Helfer unterstützen die Aufforstung des Uplands nach dem Borkenkäfer-Befall. Weitere werden gesucht. Der Kampf gegen den Schädling macht derweil Fortschritte.

Willingen – „Wir sind hier noch ein paar Jahre“: Wie wichtig der Umweltschutz gerade für Kinder ist, hat Niklas während der Teilnahme am Ferienprogramm „KiWi“ auf den Punkt gebracht, finden die Betreuerinnen. Der Umgang mit der Schöpfung war ein prägendes Thema der letzten Woche, erläutert Eva Schicks von der Willinger Kita: Die Kinder von sieben bis zwölf Jahren wussten schon Bescheid über in Netzen verfangene Delfine, Möwen mit Plastikmüll im Magen und brennende Wälder.

Bei einem Problem vor Ort haben sie ausgeholfen und Bäume auf dem Iberg gepflanzt – wegen Borkenkäfer-Befalls war das Waldstück abgeholzt worden.

Veit Engemann, Leiter des Forstbezirks Stryck, erklärt ihnen, wo das Problem liegt: Die vergangenen Jahre begannen stürmisch, was die Fichten schon lockerte. Während der folgenden Dürre konnten sie nicht genug Wasser ziehen, um die einfallenden Borkenkäfer mit Harz abzuwehren.

Interessiert hören die Kinder zu und stellen Fragen – etwa als Veit Engemann erwähnt, dass Bäume, die nicht sofort aus dem Wald geschafft werden können, mit Gift behandelt werden. Es werde nur in geringen Maße eingesetzt, sei aber nötig, damit die Käfer nicht wieder ausfliegen, wenn der Baum erst mal im Wald bleibt, erklärt er. Forstpflanzen-Produzent Elmar Gilsbach erläutert, was sie da als Ersatz pflanzen: Seit dem Sturm Kyrill konzentriere er sich auf Pflanzen, die klimaresistent sind und Stürmen widerstehen, etwa die Küstenfichte.

Hilfe hatten die Kinder von Mitgliedern des SCW II, die am Vorabend die Löcher für die Setzlinge buddelten.

Während die Kinder den Hang erklimmen, um neuen Wald anstelle des alten zu schaffen, gibt Veit Engemann einen Einblick in den Stand der Bekämpfung des Borkenkäfers, die sich im Upland vor den Ferien intensivierte: Die Entwicklung sei gut, der Käfer werde allmählich zurückgedrängt. Das Wetter helfe: Schwül-warmes Umfeld vertragen die Insekten schlecht – und wenn es kälter war, war es den Käfern bei unter 16 Grad zu kühl zum Fliegen. Wenn nun noch zwei, drei Monate das feuchte, eigentlich normale Wetter anhalte, könnten die Bäume Kraft sammeln.

„Der frühe Einsatz hat sich gelohnt“, sagt Veit Engemann über die Fällarbeiten: Acht Harvester und vier Trupps mit Motorsägen waren unterwegs, nun sind es noch die Hälfte. Der Käfer werde aber immer wieder an neuen Ecken gefunden. Er bittet um Verständnis, dass weiter Sperrungen im Wald möglich sind: Wo der Käfer auftaucht, lasse sich nicht planen. Und auch nach den Fällarbeiten dauert es, bis die Verkehrssicherheit wiederhergestellt werden kann.

Das Ferienprogramm „KiWi“ wird von Evangelischer Jugend und Kirchengemeinden sowie der Urlauberseelsorge veranstaltet – die Willinger Kita und die Gemeinde unterstützen es. Hilfe beim Aufforsten hatten die Kinder von Fußballern der zweiten Mannschaft des SC Willingen, die am Vorabend die Löcher für die jungen Pflanzen gruben. Das passe zu einer Idee: Könnten nicht mehr Menschen Patenschaften für neue Waldstücke übernehmen?, fragt Karin Stade von der Evangelischen Jugend. Nicht nur für Vereine, auch für Hotels und ihre Gäste wäre das doch eine Option. (wf)

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