Kapitän Vogel macht sich noch keine Sorgen

Verbandsliga: SC Willingen erwartet Vellmar – „Uns fehlen nur Kleinigkeiten“

So nah und doch so fern: Torwart Michael Schirk würde dem Vellmarer Enes Glogic gern noch den Ball vom Fuß nahmen. Morgen möchten die Willinger solche Szenen gern in den gegnerischen Strafraum verlagern.
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So nah und doch so fern: Torwart Michael Schirk würde dem Vellmarer Enes Glogic gern noch den Ball vom Fuß nahmen. Morgen möchten die Willinger solche Szenen gern in den gegnerischen Strafraum verlagern.

An welcher Schraube kann man noch drehen? Dardan Kodra hat mit seinem Trainerteam schon oft den Schraubenschlüssel zücken müssen, aber der Mannschaftsmotor des SC Willingen stottert immer noch.

Willingen – Er lief zeitweise auch am Mittwoch beim 1:2 gegen den CSC Kassel recht gut, aber ihm fehlt weiterhin eine konstant gute Leistung über 90 Minuten. Und ausgerechnet jetzt kommt an diesem Samstag (14 Uhr) in der Verbandsliga Nord schon wieder ein Noch-Ungeschlagener ins Upland: der OSC Vellmar – fünf Spiele, fünf Siege.

Nur ein Zähler steht bei den Willingern auf der Habenseite. Der Coach bleibt trotzdem positiv, natürlich ist da auch Ärger in ihm, den er aber nicht zeigt, Ärger über Zuordnungsprobleme bei Standards oder Fehlpässe ohne Not in der eigenen Hälfte in der Vorwärtsbewegung.

Kapitän Jan Henrik Vogel sieht zwar auch den Fehlstart, aber auch er geht gelassen damit um. „Ich mache mir noch keine Sorgen, uns fehlen für ein Erfolgserlebnis nur Kleinigkeiten.“ Die Mannschaft sei intakt – „das kriegen wir schon wieder hin.“ Sehr viel länger sollte das Wiederhinkriegen aber nicht dauern, denn Kodra weiß, dass das Selbstvertrauen seiner Spieler nicht in eine solche Tiefe fallen darf, aus der es nur schwer wieder nach oben zu holen ist.

„Wir müssen den Jungs im Training weiterhin Mut machen, ihr Selbstvertrauen stärken“, sagt der Trainer. Ein kleiner Mutmacher für den Saisonfehlstart ist auch, dass die Willinger bisher bis auf Thalau nur gegen Spitzenteams der Liga gespielt haben.

„Zusammenspiel klappt von Spiel zu Spiel besser“

Kodra erwartet morgen eine spielerisch starke Mannschaft aus Vellmar, der man nur mit einer starken Defensivleistung Punkte abknöpfen könne. Dass die Willinger kompakt und aktiv verteidigen können, haben sie schon bewiesen. Doch Jan-Niklas Albers fällt wegen einer Zerrung aus. Kodra hat aber Vertrauen in seine junge Viererkette. Probleme bereitet dem SCW eher das Offensivspiel, wo oft mehr nicht funktioniert als nur der letzte Pass in die Spitze. „Unser Zusammenspiel klappt aber von Spiel zu Spiel besser“, betont Vogel.

Die SCW-Kicker sind auch in den Ligakeller gestolpert, weil ihnen bisher das Spielglück gefehlt hat. Das sehen Vogel und auch Kodra so: „Es wäre schön, wenn Fortuna wieder mehr auf uns schauen würde.“ Vielleicht sollte der Coach mal an Glücksschraube drehen.

Müller: Willingen kann auch anders

Wenn der Vellmarer Trainer Jörg Müller mit einem langgezogenen „Neeee, ganz im Gegenteil“ antwortet, weiß man eigentlich schon, welche Frage ihm gestellt wurde: „Ist es diesmal einfacher gegen den SC Willingen zu spielen?“ Diese Aussage trifft der Trainer des noch verlustpunktfreien Tabellenzweiten nicht nur aus Höflichkeit oder um tiefzustapeln.

Müller ist gut informiert darüber, wie die Upländer zu ihrem Saisonfehlstart gekommen sind. „Sie haben sich zu viele individuelle Fehler geleistet und da scheint auch Pech im Spiel gewesen zu sein“, vermutet Müller. Das Gegenteil hat er mit seinem Team erlebt. Fünf Siege in Serie. „Diese Entwicklung der Mannschaft im August ist bemerkenswert und macht auch Freude.“

Dass Vellmar in Willingen eine vielbeinige Abwehr knacken muss, sieht Müller noch nicht. „Ich weiß, dass die Willinger auch anders Fußball spielen können.“ (rsm)

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