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Vorbereitungen in Willingen laufen weiter – FIS bescheinigt ausreichend Schnee

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Sie möchten eine Spur hinterlassen: Das Helferteam um Schanzenchef Andy Rohn (vorn) belegt den Anlauf der Willinger Schanze mit Schnee, der sich durch die Zugabe von Wasser und mit Hilfe einer Kühlung in einen Eisblock verwandelt, aus dem später die Anlaufspur gefräst wird.
Sie möchten eine Spur hinterlassen: Das Helferteam um Schanzenchef Andy Rohn (vorn) belegt den Anlauf der Willinger Schanze mit Schnee, der sich durch die Zugabe von Wasser und mit Hilfe einer Kühlung in einen Eisblock verwandelt, aus dem später die Anlaufspur gefräst wird. © bb

Die Schanze belegen. So nennen die Praktiker um Schanzenchef Andi Rohn den Beginn der Arbeiten für den Bau der Anlaufspur für das Weltcup-Springen in Willingen.

Willingen – Die Mühlenkopfschanze hat keine Keramikspur, sondern eine natürliche Anlaufspur. Dafür wird die Fläche des Schanzenturms zunächst mit Schnee bedeckt, der gewässert wird, darunter laufen Kühlröhrchen, die wetterunabhängig für eine stetige Temperatur von minus 10 Grad sorgen. Dadurch entsteht aus dieser Schneematschmischung ein zwei Meter breiter, 30 Zentimeter hoher und 100 Meter langer Eisblock.

Der muss bis zum Wettkampf immer mal wieder bewässert werden, Dabei unterstützt die Feuerwehr den Ski-Club, die mit einem Tankwagen anrückt. Rund eine Woche vor Wettkampfbeginn werden die zwei Rinnen für die Anlaufspur mit den kleinen Messern einer motorisierten Fräse in den Eisblock geschnitten. 36 Millimeter tief.

Die Kante muss viel aushalten: Rohn rechnet mit bis zu 1000 Sprüngen

Die Tiefe ist wichtig, damit der Ski auch in der Spur bleibt. Danach wird die Anlaufspur mit einer Folie abgedeckt. Das A und O beim Anfertigen der Anlaufspur seien die Kanten, die nicht abgerundet sein dürften, erzählt Schanzenchef Rohn und er betont: „Die wichtigste Kante überhaupt ist die Kante am Schanzentisch. Wenn die nicht scharf und sehr hart ist, spüren die Sportler beim Absprung weniger Gegendruck und das macht sich sofort bei der Qualität des Sprungs bemerkbar.“

Bislang mussten die Willinger Schanzen-Präparatoren bei einem Weltcup diese Absprungkante so gut wir nie nachfräsen, aber diesmal rechnet Rohn damit, weil auch die Skispringerinnen erstmals mit den Männern über den Bakken gehen werden. „Wir rechnen an den drei Tagen mit rund 800 bis 1000 Sprüngen.“

Das Anfertigen einer Eispur ist sehr arbeitsintensiv, wäre da eine Keramikspur nicht eine Überlegung wert? „Ja, möglicherweise, aber auch die Keramikspur muss im Winter vereist und gefräst werden“, betont Rohn. Sie habe aber im Sommer Vorteile, weil dann ein Wasserfilm in der Spur ausreiche.

Dass bisher gut gearbeitet wurde, bekamen die Free Willis dieser Tage erstmals offiziell bestätigt. Andreas Bauer, der frühere Skispringer und Bundestrainer der Frauen, hat im Auftrag der FIS und des DSV die Schneekontrolle abgenommen. „Wir haben ausreichend Schnee im Auslauf liegen, der jetzt mit der Steilhangwalze verteilt werden wird“, hatte OK-Chef Jürgen Hensel mitgeteilt. Auch entsprechende Schnee-Reserven seien vorhanden.  (rsm)

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