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Willingen kommt auf Skisaison mit 86 Tagen

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Von: Wilhelm Figge

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Sehr zufrieden zeigen sich die Betreiber der Willinger Lifte wie der Sesselbahn K1 mit der Anzahl der Skitage.
Sehr zufrieden zeigen sich die Betreiber der Willinger Lifte wie der Sesselbahn K1 mit der Anzahl der Skitage. © Skigebiet Willingen

Das Wetter war eine Herausforderung, Corona minderte Erträge – mit 86 Skitagen zeigen sich die Willinger Liftbetreiber aber sehr zufrieden.

Waldeck-Frankenberg – Seit dem Wochenende stehen die Lifte still: Nach 86 Skitagen hat die Wintersport-Saison in Willingen ihr Ende gefunden, die zu Weihnachten begann. Sehr zufrieden zeigt sich Jörg Wilke als Sprecher des Skigebiets, das langjährige Mittel wurde um einen Tag übertroffen. „An über der Hälfte der Skitage liefen alle Anlagen für unsere Gäste“, erklärt er.

So lief beispielsweise der Sechser-Sessellift am Ritzhagen komplett an allen Tagen. Am Sonnenhang waren es sieben Skitage weniger, wechselhafte Öffnungen aufgrund der häufigen Westwetterlage gab es für die Lifte am Ettelsberg.

„Natürlich hätten wir uns alle so einen Winter wie in der vergangenen Saison gewünscht“, erinnert Wilke an die idealen Bedingungen 2020/21, die wegen der Pandemie kaum genutzt werden konnten. Der vergangenen Winter sei hingegen überproportional wechselhaft gewesen: „Die extremen Regenfälle – häufig gepaart mit starkem Wind bis Sturm – waren auch für unsere Mittelgebirgslage außergewöhnlich.

In puncto Beschneiung war dies eine besondere Herausforderung: kurze Kältefenster, immer wieder gefolgt von warmen Regenfällen und Sturm. „Daher hatten wir viel Arbeit mit Grund- und Nachbeschneiung der Pisten“, so die Bilanz. Wie viel die Schneeerzeuger in Betrieb waren, unterscheide sich je nach Standort, als Richtwert im Skigebiet könnten 250 Stunden angenommen werden.

Die Skisaison 2021/22, hier am Wilddieb, war mit 86 Skitagen ein guter Durchschnittswinter.
Die Skisaison 2021/22, hier am Wilddieb, war mit 86 Skitagen ein guter Durchschnittswinter. © Skigebiet Willingen

Den Gästen dennoch durchgängig ein Skiangebot anbieten zu können, sei nur unter extremem Arbeitseinsatz aller Kollegen im Skigebiet möglich gewesen, erklärt Wilke. „ Und: Die Beschneiung entschärfte die wärmeren Perioden eines Winters so deutlich. Wir konnten ein planbares Wintersportangebot für alle Leistungsträger im Ort vorhalten. Das stimmt uns positiv.“

Grundsätzlich sei die Nachfrage nach Wintersport ungebrochen hoch. Gerade das Angebot „vor der Haustür“ sei wegen Corona gut angenommen worden. Vergünstigte Saisonkarten für Kinder gerade aus dem nahen Umkreis erfreuten sich großer Nachfrage. „Unser Anliegen war es, insbesondere den Kids vor Ort den Spaß am Skifahren und dem Sport in der Natur leicht zu machen“, so Wilke.

Zahl der Gäste wegen Corona kontingentiert

Die durch Corona selbst auferlegte Kontingentierung der Skigäste auf rund 60 Prozent im Vergleich zu bisherigen Wintern habe sich logischerweise auf den Ertrag ausgewirkt. 2G und Maskenpflicht erforderten einen hohen Kontrollaufwand an allen Anlagen. In der Gastronomie und den Verleihen gab es Kontrollen und Vorgaben bis zu 2G+. „Im Allgemeinen hat aber alles, dank des Einsatzes der Betreiber und deren Mitarbeitenden, sehr anständig funktioniert“, so Wilke.

Neue Gäste erreicht

Dadurch, dass Willingen im Winter 2020/2021 als erstes und letztlich einziges Skigebiet in Deutschland öffnen konnte, haben weitere viele Gäste Willingen und sein Skigebiet kennengelernt, die sonst wohl eher nicht ins Upland gekommen wären, erklärt Marina Kieweg, Pressesprecherin der Ettelsberg-Seilbahn und des Sessellifts K1.

Schon junge Skifahrer hatten Freude am Schnee, hier am Sonnenhang.
Schon junge Skifahrer hatten Freude am Schnee, hier am Sonnenhang. © Skigebiet Willingen

Dabei seien in erster Linie der mittelhessische Raum und das Rhein-Main-Gebiet zu nennen. Grundsätzlich sind die Kerngebiete gleichgeblieben: Rhein/Ruhr, Ostwestfalen und die Niederlande. Lediglich die Gewichtung habe sich etwas verschoben, etwa wegen der Einreiserichtlinien aus den Niederlanden. „Das ist aber vermutlich nur situationsbedingt in dieser Saison so zu beobachten“, hält Marina Kieweg fest,

Es gab diese Saison also insgesamt mehr deutsche Gäste, weniger Familien aus den Niederlanden: „Es bleibt zu hoffen, dass die Niederländer es Deutschland nicht dauerhaft verübeln, dass Urlaub mit ihren Kindern bei uns in diesem Winter kaum möglich war, sie aber im späteren Saisonverlauf zum Beispiel unbeschwert nach Österreich reisen konnten.“

Willingen arbeitet an neuen Konzepten

Natalie Rummel von der an Sonnenhang und Ritzhagen ansässigen Gebrüder Rummel GmbH ergänzt: „Die Corona-Pandemie hat uns aber auch gezeigt, dass wir in Willingen durchaus das Potenzial haben, Familien und Aktivurlauber noch stärker in den Fokus zu rücken – so wie es das neue Tourismuskonzept der Gemeinde beabsichtigt.“ Vor allem die vergangenen beiden Corona-Sommer hätten dies bewiesen: „Willingen war gefragter denn je – gerade auch während der Sommerferien und gerade auch bei Familien, die sonst eine Flugreise gebucht hätten.“ Gleiches gelte für Wanderer, Biker und selbst für Alleinreisende oder Pärchen, die einfach ein paar schöne Tage in der Natur verbringen möchten, erklärt Natalie Rummel: „Es liegt im Trend, individuellen Urlaub im Inland zu verbringen, und dies sollten wir in Willingen alle gemeinsam für uns nutzen.“ (wf)

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