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Willinger zeigen eine Stunde lang ihr freundliches Gesicht - das reicht zum 5:3 gegen Gudensberg

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Leon Michele Peters SC Willlingen Fußball
Gute Partie mit gutem Tor: Leon Michele Peters erzielte für den SC Willlingen gegen Gudensberg das 2:0.   © Worobiow/Archiv

Willingen – Eine Stunde ein freundliches Gesicht haben gereicht: Der SC Willingen hat sich mit dem 5:3 (3:0) gegen den Vorletzten FSG Gudensberg etwas Luft im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga verschafft.

Beide Seiten gingen die Sache mit selbstbewusster Miene an, versuchten mit hohem Forechecking den Gegner unter Druck zu setzen und den Raum auf dem kleinen Kunstrasen noch enger abzustecken.

Schnell gelang das den Upländern besser und Florian Heine sorgte für den ersten Torjubel, als er drei Gudensberger im Strafraum umkurvte und aus spitzem Winkel hinten ins Netz traf. Nur drei Minuten wurde das Grinsen noch breiter, als Max-Till Saure mit einem öffnenden Diagonalball Leon-Michele Peters fand und der aufgerückte Rechtsverteidiger das Spielgerät vom Strafraumeck wuchtig ins Netz drosch. „Wir sind eigentlich mit einem guten Gefühl angereist“, meinte FSG-Trainer Andre Fröhlich, „aber danach war der Drive erstmal weg“.

Es lag freilich nicht nur an den beiden Gegentoren, sondern insgesamt am aggressiven Zweikampfverhalten der Gastgeber. Bezeichnend die Szene aus der 23. Minute: Lukas Illian wurde in aussichtsreicher Position angespielt, aber die Willinger drängten ihn die Strafraumkante entlang, bis er den Ball schließlich verlor. „Wir haben nichts zugelassen“, freute sich Trainer Dardan Kodra, „wir waren voll präsent“.

Willinger Torjäger Florian Heine kaum zu bremsen

Das galt auch für die Offensivabteilung, allen voran Heine, der zunächst noch an Tom Stieghorst scheiterte (25.), um dann nach herrlichem Pass von Fynn Butterweck dem Gästekeeper keine Chance zu lassen – 3:0 (30.). In der Folge verfehlte der nicht zu bremsende Heine per Kopfball, der die Latte touchierte (33.), und bei zwei klasse Paraden von Stieghorst (35., 45.) den nächsten Treffer.

Und die Willinger knüpften nach der Pause nahtlos daran an. 30 Sekunden nach Anpfiff des sehr guten Schiedsrichters Tobias Lecke (Kassel) musste FSG-Kapitän Julian Lauterbach den Schuss von Sebastian Müller von der Linie kratzen. Danach blieb gegen ihn Stieghorst zweimal hauchdünn Sieger (47., 50.). Besser klappte für den Rhenaer als Vorbereiter, seinen durchgesteckten Ball verwertete Justin Kesper zum 4:0 (53.). Fröhlich: „Da hätte es für uns ganz bitter werden können.“

Die Gäste wurden nach 58 Minuten überhaupt das erste Mal gefährlich, als Tom Siebert frei vor Wilke auftauchte, aber der Schlussmann gleich seine erste Prüfung bestand. Es war im Nachhinein das sichtbare Zeichen für einen Bruch im Willinger Spiel, das Scheitern von Heine am per Fuß klärenden Stieghorst (62.) war für länger die letzte gelungene Offensivaktion.

Bruch im SCW-Spiel macht es nochmal spannend

Plötzlich reagierten die Gastgeber nur noch und kassierten viel zu tief stehend prompt das 4:1 durch Illian nach Hereingabe von Siebert (67.). „Aktiv, aktiv“, wurde Co-Trainer Rainer Schramme an der Linie nicht erhört, 120 Sekunden später hieß es 4:2 nach dem gleichen Muster, diesmal wurde Nico Döring von Siebert bedient. „Da haben wir unser anderes Gesicht gezeigt“, beschrieb Kodra die zahlreichen Fahrlässigkeiten.

Eine hässliche Grimasse wäre es vielleicht noch geworden, wenn Siebert nach 79 Minuten aus der Distanz nur etwas besser gezielt hätte. „Hinten raus war es richtig wild“, meinte Fröhlich und freute sich darüber, dass sein Team Charakter gezeigt habe. Das reichte freilich nicht mehr, denn Yasin Dogan machte den Deckel nach Flanke von Peters und Kopfball-Ablage von Heine nach 87 Minuten drauf.

„Drei Gegentore, das gibt es doch nicht“, schimpfte Wilke trotz des Sieges nach dem Schlusspunkt durch Siebert (90.). Kodra war klar, was sein Torwart meinte: „Unser zweites Gesicht dürfen wir nicht allzu oft zeigen.“ Angesichts des Tabellenstandes fehlt offenbar die Sicherheit, ist die Elf noch zu labil in den Abläufen. Unterm Strich stand aber ein äußerst wichtiger Sieg. „Wir haben unsere Aufgabe erfüllt“, meinte Kodra mit Blick auf das Gedränge auf und vor den Abstiegsplätzen. (ni)

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