Pläne vorgestellt

Wohnprojekt für Senioren, Menschen mit Behinderung und Willinger Mitarbeiter im Stryck-Park geplant

Das Nordende des Stryckparks könnte drei Wohngebäude erhalten: (von links) eines für Senioren, eines für Menschen mit Behinderung und eines für Mitarbeiter der Willinger Betriebe.
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„Quartiersentwicklung“: Das Nordende des Stryck-Parks könnte drei Wohngebäude erhalten.

Wohnungen für Senioren, Menschen mit Behinderung und Mitarbeitern der Willinger Betriebe: Ein Projekt im Stryck-Park soll diesen dreifachen Bedarf abdecken.

  • Im Stryck-Park in Willingen plant ein Investor eine Wohn-Anlage auf 26.500 Quadratmetern.
  • Diese soll Wohnungen für Senioren, Menschen mit Behinderung und Mitarbeiter der Willinger Wirtschaft bieten.
  • Eine Entscheidung dazu ist im Willinger Parlament noch nicht gefallen.

Drei verschiedene Wohngebäude nebeneinander könnten im Stryck-Park bei Willingen entstehen: Das Deutsche Rote Kreuz hat Pläne für Senioren, das Bathildisheim für Menschen mit Behinderung, als drittes Projekt entwickelt die Firma Fisseler Micro-Appartements für Mitarbeiter heimischer Betriebe.

Als Projektentwickler und Investor stellte Dr. Michael Pielert, Geschäftsführer der Firma Fisseler, die Pläne für das rund 26 500 Quadratmeter große Gelände vor: „Es geht um Quartiersentwicklung für heutige und künftige Bedürfnisse.“ Dabei spiele der demografische Wandel eine Rolle – 2035 würden 39 Prozent der Upländer 60 Jahre und älter sein – ebenso die Themen Gesundheit, Leben Arbeiten und Sicherheit.

Das Gelände deckt den größeren Teil des Parks nördlich des Stryckteiches ab. Würde für jede der drei Säulen erst einmal ein Gebäude errichtet, würde ein gutes Drittel des Areals verwendet, erklärt Pielert auf Nachfrage der WLZ. Erweiterung ist möglich; der Park-Charakter solle aber erhalten bleiben – er sei prägend für das Projekt.

Betreutes Wohnen und WG für Senioren in Willingen

Zwei Angebote für Senioren sollen entstehen, erläuterte Michael Wehmeyer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Korbach-Bad Arolsen: Appartements für betreutes Wohnen und eine Wohngemeinschaft mit Service. Die Kombination komme bereits im Haus Wittmar in Volkmarsen zum Einsatz.

Betreutes Wohnen und eine Senioren-WG will das DRK im Willinger Stryck-Park betreiben.

In der WG wäre Platz für zwölf Bewohner: „Jeder erhält nur so viel Hilfe, wie er benötigt“, erläuterte Wehmeyer. Sie können eigene Möbel mitbringen, was gerade für demente Bewohner wichtig ist. Das Zusammenleben ist Teil des Konzepts: Gemeinsam werden die Aufgaben des Alltags gelöst, gelacht, diskutiert und gekocht.

Für das betreute Wohnen sind 18 bis 20 Appartements vorgesehen. Bei Einzug seien Bewohner normalerweise noch nicht pflegebedürftig. Grundsätzlich enthalten sind Angebote wie die Vermittlung von Pflegedienstleistungen, Beratung, Unterstützung bei Krankheit zu Hause und der Hausnotruf. Als Zusatzleistungen werden Pflegegrad-Einstufungen vorgenommen, Haushaltspakete geschnürt, Essen gebracht oder die Wohnung bei Abwesenheit in Schuss gehalten.

Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung in Willingen

Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft mit einschließen sei das Ziel, welches das Bathildisheim verfolge, erklärte Jörg Schumache – das gelte auch für das Projekt der Wohnsparte „Mein Weg“ im Stryck-Park. Auch dieses ist zweiteilig: Es sind WGs vorgesehen, zudem eine „Besondere Wohnform“.

Eine besondere Wohnform und intensiv begleiteten Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung will das Bathildisheim im Willinger Stryck-Park bauen.

Dabei handelt es sich nicht um eine Pflegeeinrichtung, sondern ein stationäres Wohnen zur Eingliederungshilfe. Dafür wären 18 Plätze vorgesehen, Kostenträger ist der Landeswohlfahrtsverband. In den „intensiv begleiteten Wohngemeinschaften“ wäre Platz für zehn Mieter, die ambulant unterstützt werden. Zielgruppen sind in beiden Fällen Volljährige mit Behinderung, auch mit hohem Unterstützungsbedarf, aber keinem nach Intensivpflege.

Die Einrichtung bräuchte 25 Mitarbeiter. „In Bad Arolsen haben wir ein ausgeprägtes Ehrenamts-Management. Es wäre wunderbar, wenn es gelänge, das auch in Willingen zu etablieren“, erklärte Jörg Schumacher. Auch an Kooperation mit der Kirche bestehe Interesse.

Micro-Appartements sollen Mitarbeitern von Willinger Betrieben Platz bieten

Aus Gesprächen mit Willinger Betrieben sei klar: Es werden Wohnungen für Mitarbeiter benötigt, erklärt Michael Pielert. Ein Gebäude mit Micro-Appartements von 30 Quadratmetern und bei Bedarf auch Zwei-Zimmer-Wohnungen soll helfen. Wie viel Bedarf an welcher Form besteht, werde noch evaluiert – davon hänge dann auch die genaue Anzahl der rund 40 Wohnungen ab.

Micro-Appartements und Zwei-Zimmer-Wohnungen für Willinger Mitarbeiter sieht die Firma Fisseler im Stryck-Park vor.

Das Vorhaben steigere die Attraktivität der Arbeitgeber, sichere Fachkräfte, stärke das Sozialgefüge in der Belegschaft und entlaste den Wohnungsmarkt, hielt Pielert fest.

Zustimmung und Fragen aus der Willinger Politik

Als vielversprechend bezeichnete SPD-Fraktionschef Thorsten Kesper das Projekt: Die Sozialdemokraten seien bereit, es zu unterstützen. FDP-Fraktionschef Dieter Schütz stimmte zu, fragte aber nach Interessenkonflikten zwischen den verschiedenen Generationen. „Da haben wir überhaupt keine Sorge“, erklärte Michael Wehmeyer: In anderen Projekten sei klar geworden, wie groß das Interesse aneinander sei.

Friedrich Wilke (Freie Wähler) fragte nach der Nutzung des Gesundheitspavillions und erinnerte daran, dass sein Verkaufspreis bei einem 2019 vorgestellten Projekt zum geplanten Wohnen ein Knackpunkt war. Das sei noch nicht klar, erklärte Michael Pielert: Umnutzung sei ebenso eine Option wie Erwerb und Abriss.

Talida Küthe (FW) fragte, ob Mitarbeiterwohnungen nicht näher am Ortskern entstehen könnten. Bürgermeister Thomas Trachte sah keine Option, es seien aber nur wenige Minuten Fußweg. Michael Wehmeyer äußerte den Wunsch nach einer Bushaltestelle; Jörg Schumacher schweben Einkaufsmöglichkeiten vor, bei denen Menschen mit Behinderung mitarbeiten.

Eine Entscheidung steht aus. Wenn alles perfekt laufe, rechnet Michael Pielert mit Baubeginn im April 2023 und Fertigstellung 2024. (wf)

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